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Mit ETFs fürs Alter vorsorgen

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Vorsorge-Sorge

Laut dem jüngstem vorab veröffentlichten Armuts- und Reichtumsbericht erlitten 40 Prozent der Deutschen in den vergangenen Jahren Reallohnverluste unter Abzug der Inflationsrate. Das EXtra-Magazin zeigt Alternativen auf ETF-Basis auf, um solche Verluste zu vermeiden und langfristig fürs Alter vorzusorgen.

Der Staat wird immer ärmer, das Vermögen privater Haushalte ist weiter gestiegen, so das Ergebnis des vorab von der „Süddeutschen Zeitung“ veröffentlichten Armuts- und Reichtumsberichtes, der von der Bundesregierung aller vier Jahre herausgegeben wird. Danach verringerte sich das Vermögen des Staates in den vergangenen 20 Jahren um über 800 Mrd. EUR, im Gegenzug stieg in dieser Zeitspanne das private Vermögen von knapp 4,6 Billionen Euro im Jahre 1992 auf nunmehr 10 Billionen Euro. Allein in den vergangenen fünf Jahren habe sich das private Vermögen um 1,4 Billionen Euro erhöht. Allerdings ist auch in privaten Haushalten das Vermögen sehr ungleich verteilt. So häufen die zehn Prozent der vermögendsten Deutschen mit 53 Prozent über die Hälfte des gesamten Nettovermögens an. 1998 brachten sie es lediglich auf 45 Prozent. Sie profitierten unter anderem auch von einer positiven Lohnentwicklung im oberen Bereich. Dagegen erlitten die unteren 40 Prozent der Vollzeitbeschäftigten laut der Studie Realverluste unter Abzug der jährlichen Inflationsrate.

Die Ursachen für diese Entwicklung sind sehr unterschiedlich

Als eine der Ursachen für die Negativbilanz der öffentlichen Hand wird die Verlagerung von Verbindlichkeiten privater Haushalte auf den Staat genannt. Bankenhilfen, zahlreiche EU-Rettungspakete, immer neue Staatsausgaben aber auch ein nicht immer sparsamer Umgang mit den eingenommenen Steuergeldern durch Bund, Länder und Kommunen dürften dafür die Ursache sein. Letzteres zeigte beispielsweise auch das heute vom Bund der Steuerzahler in Berlin vorgestellte Schwarzbuch über die Verschwendung öffentlicher Gelder in Deutschland. Dabei nennt er deutschlandweit rund 100 Beispiele von „sorglosem Umgang mit dem Geld von Steuerzahlern“. Dafür steht unter anderem Missmanagement bei Prestigeprojekten wie dem Großflughafen in Berlin oder der Elbphilharmonie in Hamburg, die Nürburgring-Affäre oder die Errichtung einer millionenteuren Biogasanlage in Mühlheim an der Ruhr, die nicht wirtschaftlich zu betreiben ist.

Private Altersvorsorge wird immer wichtiger

Noch unterschiedlicher zu bewerten sind sicherlich die Ursachen für die wundersame Geldvermehrung in privaten Haushalten und die unterschiedliche Verteilung des Geldvermögens. Die Zunahme prekärer Beschäftigungsverhältnisse dürfte dafür ein Grund sein. Und wer nur so viel verdient, dass er gerade seinen Lebensunterhalt bestreiten kann, hat auch kein Geld zur Verfügung, für das Alter vorzusorgen, es gewinnbringend anzulegen. Doch dies ist dringend geboten, denn mit der stufenweisen Absenkung des Rentenniveaus von bisher 51 auf 43 Prozent des durchschnittlichen Nettolohns erhöht sich die Rentenlücke, so dass ohne eine private Vorsorge vielen Menschen Altersarmut droht. Zu verhindern ist dies nur durch eine private Vorsorge.

Nur wenige Riester-Produkte halten das, was sie versprechen

Dass die häufig vom Staat propagierten Riester-Produkte nur selten eine geeignete Lösung sind, zeigte der jüngste Test der Stiftung Warentest. Danach erhielt kein einziges Produkt die Note „sehr gut“. Nur fünf von 29 Riester-Produkten wurden mit „gut“ bewertet. Häufig verschlingen die Gebühren einen Großteil der Rendite.

Alternative dazu: ETF-Sparpläne oder ETF-Anlagelösungen

Eine Alternative dazu ist es, über alle Anlageklassen und Anlageregionen breit gestreut in kostengünstige Exchange Traded Funds (ETFs) zu investieren. Sie haben den Vorteil, dass sie als passive Anlageinstrumente mit nur geringen Kosten belegt sind. Sie sind täglich handelbar, das heißt, der Anleger muss sich nicht langfristig binden, er kann somit stets über sein Geldvermögen flexibel verfügen. Zahlreiche Direktbanken bieten hierzu auch spezielle ETF-Sparpläne an, mit denen man Monat für Monat in seine Lieblings-ETFs investieren und sich somit einen Vermögensstock aufbauen kann. So profitiert auch der Kleinanleger von oft überdurchschnittlichen Renditen an den Finanzmärkten, die in vielen Fällen die jährlichen Lohnsteigerungen überbieten. In der Regel erwirtschaften sie jedoch Renditen deutlich über der jährlichen Inflationsrate, so dass keine Realverluste entstehen.

Für Anleger, die ihr Vermögen lieber in die Hände von Finanzexperten geben möchten, bieten sich als Alternative zu teuren Riesterprodukten kostengünstige Anlagelösungen auf ETF-Basis an, wie wir sie allmonatlich im EXtra-Magazin veröffentlichen. Ein Blick lohnt sich!

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Uwe Görler ist seit fünf Jahren Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“ und das „Portfoliojournal“. Davor schrieb er in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und schrieb Beiträge für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.