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Mit ETFs in Südafrika investieren

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2006 hat die Fußball-Weltmeisterschaft Deutschland in (sommer-) märchenhafte Stimmung versetzt. Im Jahr 2000 war die Wahl auf unser Land gefallen. Doch nur eine Stimme weniger hatte damals Südafrika als potenzieller Austragungsort erhalten. Vier Jahre später hat es geklappt. Mit der WM 2010 hofft auch das Land auf euphorische Stimmung – und Impulse für die Wirtschaft. Neben diesem „Kick“ ist es vor allem der Rohstoffreichtum, mit dem Südafrika punkten kann. Zahlreiche Indexprodukte eröffnen Investoren den Zugang.

Rund 415.000 Arbeitsplätze sollen laut IFA durch das sportliche Großereignis geschaffen werden. Die hohe Arbeitslosenquote von aktuell 24,5 Prozent bei knapp 50 Mio. Einwohnern ist eines der großen Probleme Südafrikas. Gebraucht werden viele helfende Hände vor allem für den Auf- und Ausbau der Infrastruktur: Zwar verfügt das Land verglichen mit anderen Entwicklungsländern bereits über ein modernes Transportsystem, relativ preiswerte Energieversorgung sowie ein gut entwickeltes Telekommunikationswesen. Doch ergriff die Regierung die Gelegenheit, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen und stellte Milliarden von Rand zum Ausbau der Infrastruktur zur Verfügung, um das Land zum Einen fit für die WM zu machen und zum Anderen die Wirtschaft anzukurbeln.

Chinas Rohstoffhunger zieht wieder an

Denn auch um das Kap der guten Hoffnung hatte die Finanzkrise keinen Bogen gemacht und Südafrika in die Rezession geschickt. Im zweiten Quartal 2009 war das Bruttoinlandsprodukt um drei Prozent zurückgangen – das dritte „Minus-Quartal“ in Folge. Ein Grund dafür war auch der Verfall der Rohstoffpreise. In diesem Bereich gehört das Land zu den größten Exporteuren weltweit. Vor allem der Rohstoffhunger Chinas zieht aber inzwischen wieder an. Das Reich der Mitte speist sich stark aus den Ressourcen Südafrikas. Wer neben der „Fußball-Phantasie“ eine Erholung der globalen Wirtschaft als größeren Impulsgeber für Südafrika sieht, kann auch gezielt auf den Rohstoff-Sektor setzen. Die RBS bietet einen Tracker auf den FTSE/JSE Südafrika Resource 20 Index (ISIN: NL0000819876). Nach einem steilen Absturz befindet sich die Benchmark seit Ende 2008 wieder in einem intakten Aufwärtstrend und konnte rund 65 Prozent zulegen.

Mehr Indexzertifikate im Angebot

Ein Blick auf den MSCI South Africa Index spiegelt dagegen die Auswirkungen der Krise auf die Gesamtwirtschaft wider: Das Barometer markierte im Mai 2008 ein Hoch bei 805 Zählern und stürzte dann innerhalb von fünf Monaten über 40 Prozent ab. Mehr als die Hälfte der Verluste konnte seitdem aber wieder wett gemacht werden. Unter anderem bietet die Commerzbank ( Zum Testbericht) ein Open-End-Zertifikat (ISIN: DE000CZ23RK3) auf den MSCI-Index an. Der Spread liegt bei 0,5 Prozent, Managementgebühren fallen nicht an.

FTSE/JSE Africa Top 40 Index

Ein beliebteres Underlying zur Abbildung des südafrikanischen Marktes ist jedoch der FTSE/JSE Africa Top 40 Index. Auch dieses Barometer erreichte im Herbst 2008 einen Tiefpunkt. Seit dem ging es um rund 50 Prozent nach oben. Wie die Benchmark von MSCI wird auch dieses Barometer in Südafrikanischen Rand berechnet. Die Währungsrelation zum Euro sollten Anleger deshalb im Auge haben, wenn sie zum Beispiel zum Papier der UBS (ISIN: CH0013514457) greifen möchten. Mit einem Spread von 0,1 Prozent handelt es sich um das derzeit günstigste Produkt. Managementgebühren spielen auch hier keine Rolle.

ETF auf den FTSE/JSE Africa Top 40 verfügbar

Wer auf Dividenden, die bei den vorgestellten Kursindizes nicht berücksichtigt werden, nicht verzichten und kein Emittentenrisiko eingehen möchte, findet auch auf dem Markt für ETFs Südafrika-Produkte. Thesauriert werden Dividenden beim Indexfonds von Market Access auf den FTSE/JSE Africa Top 40 (ISIN: LU0270000028). Die TER liegt hier bei 0,7 Prozent. 0,65 Prozent verlangt Lyxor für den ETF South Africa (ISIN: FR0010464446), der dieselbe Benchmark abbildet, Dividenden jedoch ausschüttet.

Lyxor bietet weiteren Südafrika ETF

Dieser Anbieter ermöglicht beim Afrika-Engagement auch einen breiteren Ansatz. Mit dem Lyxor ETF Pan Africa (ISIN: FR0010636464) holen sich Anleger einen Index bestehend aus 30 Werten ins Depot. Die Unternehmen müssen in Afrika gelistet oder überwiegend auf dem Schwarzen Kontinent tätig sein. Sie teilen sich in die drei Zonen Nordafrika, Subsahara-Region und Südafrika auf. Für jede werden die jeweils zehn größten Werte ausgewählt. Allerdings hat auch hier Südafrika mit einem Gewicht von 36,33 Prozent den größten Einfluss auf die Performance. Auf Ägypten und Marokko (Nordafrika) entfallen 32,91 Prozent und die Länder aus der Subsahara wie Kamerun, Ghana und Sambia steuern 30,75 Prozent bei. Auf Jahressicht legte der Index über 50 Prozent zu. Die TER für den ETF liegt bei 0,85 Prozent.

Der Bericht ist dem AnalysisKompakt (Scope) Newsletter entnommen.