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Mit ETPs auf Währungen setzen

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Die Euro-Schuldenkrise ist noch nicht ausgestanden. Mit breit diversifizierten ETFs auf Fremdwährungen oder Devisen-ETCs, die nur wenig mit dem Aktienmarkt korrelieren, kann der Anleger sein Anlagerisiko minimieren.

Er ist der größte Anlagemarkt der Welt – der Devisenmarkt. Weltweit gibt es mehr als 160 Währungen, allerdings sind nicht alle davon frei auf dem Markt handelbar. Jeden Tag werden nach Angaben der Bank für internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) Währungen im Wert von vier bis fünf Billionen US-Dollar gehandelt. Die Weltwährungsreserven lagen im 2. Quartal 2012 bei rund 10,4 Billionen US-Dollar. Das ist das Siebenfache der Devisenreserven von 1995. Der Großteil des heutigen Bestandes entfällt dabei mit 61,9 Prozent auf den US-Dollar (USD), rund 25 Prozent sind im Euro (EUR) investiert. Der Rest verteilt sich mehr oder weniger auf das britische Pfund (GBP), den japanischen Yen (JPY) und den Schweizer Franken (CHF). Das Anwerfen der Notenpressen in zahlreichen Industriestaaten minimiert jedoch das Vertrauen in die Geldwertstabilität. Viele Investoren suchen deshalb nach Alternativen. Immer mehr geht daher der Trend zu Währungen außerhalb dieser Währungszonen. So gelten seit Jahresbeginn auch der Australische Dollar (AUD) und der Kanadische Dollar (CAD) als offizielle Weltreservewährung des Internationalen Währungsfonds (IWF). Bereits jetzt halten die Zentralbanken weltweit Bestände dieser beiden Währungen in Höhe von rund 200 Mrd. US-Dollar. Weitere Währungen insbesondere aus den Schwellenländern dürften in den kommenden Jahren folgen. Ein Beispiel dafür ist der Chinesische Renminbi. Doch dieser ist derzeit noch nicht frei konvertierbar. In zwei bis drei Jahren dürfte dies allerdings nach Plänen der chinesischen Regierung vollzogen sein. Es ist also nur eine Frage der Zeit, dass dann auch der Renminbi als Weltreservewährung gilt.

Devisen korrelieren wenig mit Aktien

Insbesondere Trader setzen gerne auf den Devisenmarkt. Denn einerseits ist er aufgrund seiner Größe ein sehr liquider Markt und volkswirtschaftliche Daten sind leicht zugänglich. Andererseits wird der Devisenmarkt noch immer vorwiegend vor allem von professionellen Händlern bestimmt, charttechnische Modelle als Basis des Tradings erzielen hier häufig eine höhere Trefferquote.

Aber auch für langfristig, weniger spekulativ veranlagte Anleger bieten Devisen interessante Anlagemöglichkeiten. Denn mit Devisen kann man sein Depot breiter streuen. Die Korrelation zu den Aktienmärkten ist sehr gering. So hat das Währungspaar Euro/US-Dollar gerade einmal eine Korrelation zum DAX von 0,33, beim Währungspaar Euro/Britisches Pfund beträgt die Korrelation sogar -0,05. Eine Korrelation von 1,0 bedeutet einen identischen Kursverlauf, eine Korrelation von 0 signalisiert keinen Zusammenhang hinsichtlich der Wertentwicklung und eine Korrelation von -1 entspricht einer gegenläufigen Kursentwicklung. Zudem bieten Währungen außerhalb des Euro-Raumes mehr Sicherheit bei Währungsproblemen. Außerdem versprechen Fremdwährungen oftmals höhere Zinsen.

Währungen schwanken stark

Doch Spekulationen auf Währungen sind nicht ohne Risiken. So schwanken manche Währungen manchmal innerhalb einer Woche um mehrere Prozent. Währungsschwankungen von zwanzig Prozent in einem Jahr sind keine Seltenheit (siehe Tabelle). Wichtig ist jedoch auch die richtige Auswahl. In Frage kommen dabei für langfristigere Investments einerseits Rohstoff-Währungen wie der Kanadische Dollar (CAD), die Norwegische Krone (NOR), der Australische Dollar (AUD). Interessant sind andererseits Währungen von Ländern mit solider Haushaltsdisziplin wie der Schweizer Franken (CHF) oder die Schwedische Krone (SEK) sowie Währungen von Wachstumsregionen mit niedriger Staatsverschuldung und geringem Demografieproblem wie die Türkische Lira (TRL) oder die Indonesische Rupie (IDR). Wichtig ist dabei jedoch auch zu beachten, dass die Inflationsrate nicht die Zinsgewinne auffrisst.

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