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Mit komplexen ETFs Geld verdienen

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„Es ist die Hölle los im Handel mit Indexfonds“, berichtete Bernardus Roelofs von Flow Traders vom Börsenhandel der vergangenen Tage, „Anleger verkaufen, was das Zeug hält“ so fasst Marco Salaomo von der Société Générale das Geschehen zusammen, meldet die Deutsche Börse. Lediglich bei ETFs auf festverzinsliche Papiere und Währungen glichen sich Käufe und Verkäufe einigermaßen aus. Kurzum – auch der ETF-Bereich konnte sich nicht dem weltweiten Börsensturz entziehen.

Leveraged-ETFs stürzen ab

Besonders hart traf es diejenigen Anleger, die gehebelt auf den deutschen Aktienindex setzten. So büßte beispielsweise der RBS Lev DAX 2 ETF (A1H6H4) satte 45,80 Prozent auf Monatssicht ein. Auf dem falschen Fuß erwischte es auch Investoren, die auf den gehebelten europäischen Leitindex setzten. Der RBS Euro STOXX 50 Monthly Leverage ETF (A1H6H3) verbuchte ein Minus von 38,79 Prozent im gleichen Zeitraum. Doch der Vorteil von ETFs. Anders als beispielsweise aktiv gemanagte Fonds können ETFs börsentäglich kurzerhand wie Aktien auch wieder verkauft werden. Anleger können also schnell reagieren. Und das sie das auch tatsächlich so tun, zeigten die Verkäufe der vergangenen Tage.

Anleger gewinnen mit komplexen ETFs

Komplexe ETFs: Immer wieder möchte man sie von Seiten der Politik verbieten, Produkte, die auf fallende Märkte setzen. Häufig werden sie als die Verursacher der Krise überhaupt gebrandmarkt. In Wirklichkeit sind sie nur ein Instrument für Anleger, Marktfehlentwicklungen und damit noch größere Spekulationsblasen zu verhindern. Und das beste daran: gerade in Krisenzeiten erweisen sich Shortprodukte, am besten noch gehebelt , als perfekte Absicherungsinstrumente für das Depot. So erzielten Anleger, die mit der richtigen Spürnase auf den db X-trackers Short DAX 2 (DBX0BY) setzten, auf Einmonatssicht ein Plus von sagenhaften 55,91 Prozent. Nicht viel schlechter war die Monats-Performance beim ETFS Euro STOXX 50 2 (A0X9AC) mit +51,21 Prozent, beim RBS Short FTSE 100 mit 42,86 Prozent oder beim db X-trackers SMI Short Daily ETF (DBX0DA).

Auch Volatilitätsindizes scheinen sich wieder einmal in Krisenzeiten als gutes Absicherungsinstrument zu erweisen, denn mit sinkenden Kursen steigt auch die Volatilität rasant an. So erwirtschaftete der ETFS Euro STOXX 50 Investable Volatility Index (A1H81B) ganze 42,84 Prozent auf Monatssicht.

Renten-ETFs als sicherer Hafen

Auch Renten-ETFs, insbesondere in gehebelter Form, wurden ihrem Ruf als vergleichsweise krisensicheres Anlageinstrument, auch wenn sie mit den zuvor genannten Renditen natürlich nicht mithalten können. Immerhin gelang dem ComStage ETF Commerzbank ( Zum Testbericht) Bund-Future Strategy Leveraged (ETF561) noch ein Ergebnis von +7.92 Prozent, gefolgt vom Lyxor SGI Daily Leveraged Bund Index (LYX0L9) mit +7,85 Prozent und dem Comstage iboxx EUR Sov. Germany Capped 10+ TR (ETF523) mit +5,26 Prozent.

Rohstoff-ETFs verlieren

Weniger gut erwiesen sich dagegen Rohstoff-ETFs als perfektes Absicherungsinstrument. Allein der S&P GSCI Capped Component 35/ 20 2 Inverse (A1H6H8) verbuchte ein Plus von 13,65 Prozent.

Fazit:

Allein eine geschickte Beimischung der genannten ETF-Strategien kann gerade in unsicheren Börsenzeiten das Depots vor drastischen Kursstürzen bewahren. Aber natürlich gilt auch hier: eine regelmäßige Beobachtung des Marktes bleibt trotzdem sinnvoll. Kehrt wieder auf mittelfristige oder langfristige Frist Sicherheit in die weltweiten Märkte, wovon man vorerst allerdings nicht ausgehen kann, empfiehlt es sich, die Sicherheitskomponenten fürs Depot schrittweise wieder auf ein Minmum abzubauen. Denn in andauernden Aufwärtsphasen schmälern sie dann wieder die Rendite.