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Mit Short-Investmets absichern

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Die Katastrophe in Japan hält die Welt in Atem. An oberster Stelle steht hierzulande das Mitgefühl mit den Menschen vor Ort. Doch auch die möglichen Folgen für die Wirtschaft beunruhigen. Japan ist bereits hoch verschuldet. Nun hat die Bank of Japan angekündigt, die Rekordsumme von 132 Mrd. Euro in den Markt zu pumpen. Die Börse in Tokio stützte das kaum. Vor allem am Dienstag kam es zu Panikverkäufen. Und rund um den Erdball fielen die Kurse. Anlegern, die ihr Portfolio absichern möchten, steht eine ganzen Reihe von Short-Produkten zur Verfügung.

Gründe für fallende Kurse gibt es derzeit en masse

Die Unruhen im Nahen Osten, die wieder aufflammende Schuldenkrise in Europa infolge der Herabstufung Spaniens und Griechenlands durch Moody’s und nun versetzt Japan die Märkte in Angst und Schrekken. Gründe für fallende Kurse gibt es derzeit en masse. Short-Papiere kommen nun für Investoren in Frage, die ihr Portfolio teilweise gegen Verluste absichern möchten. Mehrere ETF-Anbieter haben bereits Indexfonds emittiert, die bei fallenden DAX-Kursen an Wert gewinnen. Zu den Produkten mit den niedrigsten Gesamtkostenquoten zählt aktuell der ETF von Amundi (ISIN: FR0010791178, TER: 0,35 Prozent, Scope Rating: vier Sterne). Der Fonds bezieht sich auf den Short- DAX, der den DAX auf täglicher Basis mit umgekehrtem Vorzeichen widerspiegelt.

Vorsicht vor der Pfadabhängikeit

Die tägliche Rücksetzung des Hebels auf -1 hat zur Folge, dass sich die Short-Variante über einen längeren Zeitraum betrachtet nicht genau spiegelbildlich zum DAX bewegt. Den Grund zeigt eine Rechnung: Steigt der DAX von 7.000 Punkten ausgehend an einem Tag um 3 Prozent und schließt bei 7.210 Zählern, schließt der Short-DAX bei einem Startniveau von ebenfalls 7.000 Punkten bei 6.790 Punkten, da er 3 Prozent verliert. Macht der DAX am Folgetag diesen Gewinn wieder komplett zunichte und fällt auf 7.000 Zähler, ist dies ein Abstieg um 3,1 Prozent. Dem entsprechend steigt der ShortDAX von 6.790 auf 6.994 Punkte und steht damit nicht, wie der DAX wieder auf dem Ausgangsniveau. Nach zwei Tagen weist der Leitindex also eine Performance von 0 Prozent auf, der ShortDAX liegt 0,1 Prozent im Minus. Verstärkt werden kann dieser ansonsten eher schwache Effekt bei gehebelten Varianten der Short- Investments wie dem ETFX 2x DAX Double Short Fund von ETF Securities (ISIN: DE000A0X9AA8), der die tägliche prozentuale Entwicklung des DAX nicht nur umkehrt, sondern noch verdoppelt (Faktor -2).

Short-ETFs auf Emerging Markets

Konnte zunächst in Short-Varianten von etablierten Indizes der Industrieländer investiert werden, wächst das ETF-Angebot auch auf diesem Feld. Die Deutsche Bank hat den China-Index Hang Seng in der Short-Variante investierbar gemacht (ISIN: LU0429790313). Da bei einer Short-Struktur Aktien nicht gekauft, sondern verkauft werden, wird kein Kapital gebunden, sondern durch den Verkauf Geld eingenommen. Daher sehen Short-Investments in der Regel eine Zinszahlung vor. Dem db x-trackers HSI Short Daily ETF wird beispielsweise zusätzlich der doppelte Geldmarktzins Hibor (Hongkong Interbank Offered Rate) gutgeschrieben, beim ShortDAX ist es der doppelte Zinssatz Eonia. Dass der Hang Seng als Kursindex ohne Reinvestition der Dividenden berechnet wird, kommt Short-Anlegern zu Gute. Der Kurs wird von den Dividenden nicht zusätzlich getrieben. Der DAX dagegen ist ein  Performance- Index und sollte sich daher theoretisch besser entwickeln als der weniger beachtete DAX Kurs- Index – zum Nachteil von Short- Investoren. Bei den Emerging Markets hat db x-trackers vor kurzem nachgelegt und eine Short-Version des MSCI Emerging Markets investierbar gemacht. Damit kommt db x-trackers zum richitgen Zeitpunkt: Schwellenländerfonds stehen aktuell auf der Verkaufsliste vieler Investoren. Der MSCI-Index spiegelt dies wider: Seit Januar verlor der Index rund 5 Prozent. Allerdings ist der ETF von db x-trackers bislang nur an der Börse in London gelistet.

Short-Produkte als Modethema

Während es sich bei Emerging Markets um einen echten Mega- Trend handelt, gelten Seltene Erden eher als Modethema. In den Underlyings der entsprechenden Zertifikate sind oftmals gar Unternehmen enthalten, die bislang lediglich planen, in diesem Bereich tätig zu werden. Umso öfter ist hier von einer Blase die Rede. Anleger, die diese Meinung teilen, können ihr Portfolio danach ausrichten: Die UBS hat ein Short-Zertifikat zu diesem Thema emittiert. Es bezieht sich auf einen Basket aus elf Aktien (ISIN: DE000UB5RES9) und profitiert, wenn deren Kurse fallen. Ein weiteres neues Short-Produkt hat die UniCredit lanciert. Hier handelt es sich allerdings nicht um ein Modethema, sondern um den „Dauerbrenner“ Gold. Basiswert des Zertifikats (ISIN: DE000HV5CRF3) ist die Short-Version des NYSE Arca Gold BUGS Index, der die weltweit führenden Goldminenaktien enthält. Mit dem Investment können Anleger indirekt auf einen fallenden Goldpreis setzen oder ihre Goldinvestments absichern. Wie die Seltenen Erden-Aktien sind viele Goldtitel zuletzt stark gelaufen. Allerdings sollten sich Anleger über die Korrelation von Gold und Goldminen-Aktien zum restlichen Aktienmarkt bewusst sein: Sind Anleger für die weitere Marktentwicklung pessimistisch, ist ein Short-Produkt im Gold-Bereich nicht das richtige Instrument. Gold gilt bei fallenden Aktienkursen als sicherer Hafen. Das könnte auch Goldminen-Aktien stützen. Aufgrund der Besonderheiten von Short-Investments sollten nur erfahrene Anleger diese Produkte nutzen, um kurzfristig auf Trends zu setzen oder ihr Portfolio abzusichern.

Index:Short-DAX
Anbieter: Amundi
ISIN/WKN: FR0010791178/A0X9QV
TER: 0,60 Prozent
Währung: EUR

Index:Short DAX x2
Anbieter: ETF Securities
ISIN/WKN: DE000A0X9AA8/A0X9AA
TER: 0,65 Prozent
Währung: USD

Index: Short HSI
Anbieter: iShares
ISIN/WKN: LU042970313/DBX0C4
TER: 0,55 Prozent
Währung: USD

Index: NYSE Acra Gold BUGS
Anbieter: Unicredit
ISIN/WKN: DE000HV5CRF3/HV5CRF
TER: 0,70 Prozent

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