Head of Lipper EMEA Research
Detlef Glow, Head of Lipper EMEA Research, Mutual Funds and ETF Industry Expert.

Mittelbewegungen in der europäischen ETF-Industrie im Juli 2016

Die europäische ETF Industrie konnte im Juli 2016 Mittelzuflüsse in Höhe von 7.96 Milliarden Euro vermelden. Gleichzeitig ist das insgesamt in ETFs verwaltete Vermögen, aufgrund der positiven Marktentwicklung auf einen neuen Höchststand (473,63 Milliarden Euro) gestiegen.

Grafik 1:Marktanteile nach Anlageklassen gemessen an den verwalteten Vermögen (31.Juli 2016)

Quelle: Thomson Reuters Lipper
Quelle: Thomson Reuters Lipper

 

 

 

Mittelbewegungen auf Ebene der Anlageklassen

Anders als in den Vormonaten verzeichneten ETFs die sich auf Aktienindizes beziehen im Juli die höchsten Mittelabflüsse (-0,13 Milliarden Euro). Auch gemischte ETFs (-0,07 Milliarden Euro), verzeichneten ebenso Mittelabflüsse wie Geldmarktfonds (-0,02 Milliarden Euro) und Alternative ETFs (-0,02 Milliarden Euro). Auf der anderen Seite der Tabelle verzeichneten Renten-ETFs (+5,00 Milliarden Euro), gefolgt von Rohstofffonds (+2,20 Milliarden Euro) und „Andere“ Fonds (+1,04 Milliarden Euro), die höchsten Mittelzuflüsse im europäischen ETF Segment.

Durch die Mittelzuflüsse im Juli haben sich die Gesamtmittelzuflüsse in  ETFs, im Jahr 2016 auf 21,24 Milliarden Euro erhöht.

Graph 2: Nettomittelbewegungen im Juli 2016 (in Millionen Euro)

Quelle: Thomson Reuters Lipper
Quelle: Thomson Reuters Lipper

Mittelbewegungen auf Ebene der Anlagekategorien

Betrachtet man die Mittelbewegungen in der europäischen ETF-Branche auf Basis der Anlagekategorien, ist es verwunderlich, dass die 3 meistgekauften Anlagekategorien aus dem Segement der Aktienfonds stammen.

Auch zeigt ein Blick auf die Liste der meistgekauften Anlagekategorien in Europa, dass die Mittelzuflüsse in der europäischen ETF-Industrie auch im Juli stark konzentriert sind. So konnten die 3 Anlagekategorien mit den höchsten Mittelzuflüssen, Equity US (+1,47 Milliarden Euro), Equity Emerging Markets (+1,32 Milliarden Euro) und Equity Global (+1,0 Milliarden Euro) an Mittelzuflüssen auf sich vereinen.

Die hohe Konzentration der Mittelzuflüsse im ETF-Segment ist dabei nicht überraschend, da diese Produkte entwickelt wurden, um Investoren die Möglichkeit zu geben ihre Marktmeinung schnell umzusetzen und so von Trends an den Wertpapiermärkten profitieren zu können. Dies bedeutet, dass die Trends an den Wertpapiermärkten in der Konsequenz zu einer entsprechenden Konzentration bei den Mittelbewegungen in den einzelnen Anlagekategorien führen.

Grafik 3: Die 10 Anlagekategorien mit den höchsten Mittelzuflüssen im Juni 2016 (in Millionen Euro)

Quelle: Thomson Reuters Lipper
Quelle: Thomson Reuters Lipper

Auf der anderen Seite, mussten im Juli ETFs aus der Anlagekategorie Equity Eurozone (-1,00 Milliarden Euro), gefolgt von Equity Europe (-0,68 Milliarden Euro) und Bond EMU Government (-0,37 Milliarden Euro) die höchsten Mittelabflüsse hinnehmen.

Die Mittelabflüsse der zehn Anlagekategorien mit den höchsten Abflüssen im Juli summierten sich auf 3,34 Milliarden Euro.

Grafik 4: Die 10 Anlagekategorien mit den höchsten Mittelabflüssen im Juli 2016 (in Millionen Euro)

Quelle: Thomson Reuters Lipper
Quelle: Thomson Reuters Lipper

Mittelbewegungen auf Anbieterebene

Auch auf der Anbieterebene zeigt sich, dass die Mittelbewegungen in der europäischen ETF-Industrie stark konzentriert sind. Dies spiegelt sich zum Einen darin wider, das sich fünf der zehn größten Anbieter von börsengehandelten Indexfonds auch unter den zehn Anbietern mit den höchsten Mittelzuflüssen befinden. Zum Anderen zeigt sich dies auch in der Höhe der Mittelzuflüsse bei diesen Anbietern. iShares war mit Mittelzuflüssen in Höhe von 7,16 Milliarden Euro auch im Juli 2016 der Anbieter mit den höchsten Mittelzuflüssen, gefolgt von State Street SPDR (+1,00 Milliarden Euro) und Vanguard (+0,51 Milliarden Euro).

Grafik 5: Die 10 ETF-Anbieter mit den höchsten Mittelzuflüssen im Juli 2016 (in Millionen Euro)

Quelle: Thomson Reuters Lipper
Quelle: Thomson Reuters Lipper

Da die zehn Anbieter mit den höchsten Mittelzuflüssen zusammen 118,6% der Gesamtmittelzuflüsse in der europäischen ETF-Industrie ausmachen, ist klar, dass einige der 50 Anbieter (14) im Juli Mittelabflüsse (insgesamt 1,65 Milliarden Euro) hinnehmen mussten.

Mittelbewegungen auf Fondsebene

Insgesamt verzeichneten 673 der 2.063 in diesem Report analysierten Instrumente (Haupt- und Nebenanteilsklassen) Mittelzuflüsse in Höhe von insgesamt 18,73 Milliarden Euro. Dies bedeutet im Umkehrschluss, dass 1.390 Instrumente keine Mittelbewegungen oder Mittelabflüsse aufwiesen.

Eine detaillierte Analyse zeigt das 40 ETFs im Juli Mittelzuflüsse von mehr als 100 Millionen Euro aufwiesen. Insgesamt konnten diese ETFs Mittelzuflüsse in Höhe von 11,11 Milliarden Euro auf sich vereinen.

Der ETF mit den höchsten Mittelzuflüssen im März, der iShares Diversified Commodity Swap hatte Mittelzuflüsse in Höhe von 0,70 Milliarden Euro oder 8.82% der Gesamtmittelzuflüsse und lag damit leicht vor den nachfolgenden Produkten, iShares Emerging Markets Local Government Bonds UCITS ETF (+0,5 Milliarden Euro) und iShares JPM $ EM Bond EUR Hedged UCITS ETF  (+0,51 Milliarden Euro).

Grafik 6: Die 10 ETFs mit den höchsten Mittelzuflüssen im Juli 2016 (in Millionen Euro)

Quelle: Thomson Reuters Lipper
Quelle: Thomson Reuters Lipper

Die Mittelbewegungen auf der Fondsebene veranschaulichen die Konzentration der europäischen ETF-Industrie noch deutlicher als die Betrachtungen auf der Ebene der Anlagekategorien oder der Anbieterebene. Sieben der zehn Fonds mit den höchsten Mittelzuflüssen im Juli wurden von iShares angeboten und erreichten zusammen Mittelzuflüsse in Höhe von 3,45 Milliarden Euro.

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Nach seiner Ausbildung zum Bankkaufmann studierte Franz Rieber Informationsorientierte Betriebswirtschaftslehre und hat einen Master-Abschluss in Finance & Banking. Seit 2016 ist Franz Rieber für die Isarvest GmbH tätig und für das Projektmanagement und die Kundenbetreuung verantwortlich.