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Nach der Rallye ist vor der Rallye

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ETF Rohstoffe

Die Mehrheit der Analysten rechnet mit weiter steigenden Rohstoffpreisen. Wie Anleger am besten davon profitieren können.

Auch wenn viele Rohstoffe zuletzt eine Atempause eingelegt haben, ist die Mehrheit der Experten davon überzeugt, dass sich der Aufwärtstrend am Rohstoffmarkt in diesem Jahr fortsetzen wird. Als Grund wird insbesondere die steigende Nachfrage aus China und anderen Schwellenländern genannt.

Als Grund wird insbesondere die steigende Nachfrage aus China und anderen Schwellenländern genannt. Die Experten der Landesbank Baden-Württemberg sehen aber auch in der sich anbahnenden Erholung der Weltwirtschaft sowie in den tendenziell steigenden Förderkosten wichtige Erfolgsfaktoren. Eine konkrete Zahl nennen die Analysten von Goldman Sachs. Sie prognostizieren Rohstoffen in diesem Jahr im Schnitt ein stolzes Plus von 17,5 Prozent.

Chance-Risiko-ProfilBreit in den Markt gehen

Investoren sollten die Anlageklasse Rohstoffe auf dem Radar haben. Umso mehr, wenn man sich die mageren Zinsen am Rentenmarkt sowie das zuletzt gestiegene Risiko bei Aktien vor Augen führt. Wer breit gestreut über alle Rohstoffklassen investieren will, findet in dem von Source angebotenen S&P GSCI ETC (ISIN XS0417130035) ein mögliches Anlagevehikel. Der Index umfasst 24 Rohstoffe aus allen Bereichen, ist allerdings sehr energielastig. Über ein besseres Chance-Risiko-Profi l verfügen der Rogers International Commodity Index, der DJ UBS Commodity Index, vor allem aber der Reuters Jeffries CRB Index (siehe Grafik rechts). Auf all diese Benchmarks sind ETFs oder ETCs erhältlich.

Problemfaktor Contango

Allerdings besteht bei Rohstoffanlagen – egal, ob es sich um einen ETF oder einen ETC handelt – ein grundsätzliches Problem: Die zugrunde liegenden Indizes bilden die Entwicklung der Rohstoffe nicht direkt am Spotpreis, sondern auf Basis von Rohstoff- Futures ab. Dadurch entstehen Rollrisiken, da die im Index enthaltenen Future-Kontrakte regelmäßig (in der Regel monatlich) in die nächste Fälligkeit getauscht werden müssen. Sollte der Preis für den zu rollenden Kontrakt niedriger sein als der neue Kontrakt – die Terminmarktkurve (Forwardkurve) hat also einen steigenden Verlauf (Contango) -, wäre ein Rollverlust die Folge.

Alternative: Rohstoffaktien

Dass dieser Contango-Effekt nicht ganz unproblematisch ist, zeigt folgendes Beispiel: Der futurebasierte S&P GSCI Index erzielte in den vergangenen zwölf Monaten zwar eine Performance von rund 36 Prozent. Allerdings liegt dieser Anstieg um fast acht Prozentpunkte unter dem eigentlichen Wertzuwachs (gemessen an den Spotpreisen). Eine Möglichkeit, die Rollproblematik zu umgehen, sind ETFs auf Aktienindizes mit Schwerpunkt im Rohstoffsektor. Dazu gehört zum Beispiel der von iShares angebotene DJ STOXX 600 Basic Resources Index ETF (ISIN: DE000A0D8Q72), der an einem Korb aus zwölf europäischen Aktiengesellschaften partizipiert, die überwiegend in der Rohstoffbranche tätig sind. Der Haken: Eine zielgenaue Abbildung der Rohstoffpreise ist mit solchen Konzepten nicht möglich.

Von Backwardation profitieren

Wer direkt dabei sein will, muss wohl oder übel das Rollrisiko auf sich nehmen. Dass damit trotzdem stolze Gewinne möglich sind, hat das vergangene Jahr gezeigt. Wie ein Blick auf die Future-Kurven zeigt, befinden sich derzeit zwar einige Rohstoffe wie Rohöl, Aluminium oder Weizen in Contango. Dieser Gruppe stehen jedoch zahlreiche Commoditys gegenüber, bei denen die Forwardkurve nach unten zeigt (Backwardation). Das ist momentan unter anderem bei Blei, Zink oder Nickel der Fall. Hier locken im Idealfall Rollgewinne. Ein weiterer Punkt: Nach Ansicht der LBBW-Analysten könnten sich bei manchen Rohstoffen erste Knappheiten einstellen. Die Konsequenz wären weiter steigende Preise und eine Verschiebung der Terminkurven von Contango in Backwardation. Gute Voraussetzungen also, um jetzt in den Markt zu gehen.

Goldene Zeiten

Besondere Aufmerksamkeit genießt derzeit Gold. Das gelbe Edelmetall gilt mit Blick auf die zunehmende Schuldenproblematik als sicherer Hafen. Analysten sehen das Ende der Fahnenstange beim Goldpreis noch nicht erreicht. So verweisen die Experten von ETF Securities auf die starken Ertragssteigerungen sowie die positiven Ausblicke von Minengesellschaften. Dies, so das Credo, würde die Preise für Gold, aber auch für Platin und Palladium weiter nach oben treiben.

Physische Hinterlegung

Eine kostengünstige und sichere Möglichkeit, in Gold zu investieren, ist der ETFS Physical Swiss Gold (ISIN DE000A1DCTL3). Ein weiterer Vorteil: Der Anleger investiert direkt in physisches Gold, welches in zugewiesenen Depots in Tresoren in Zürich gelagert wird. Alle Goldbarren sind individuell identifizierbar und treuhänderisch hinterlegt. Gerade der Aspekt der physischen Hinterlegung dürfte für zahlreiche Anleger ein gewichtiges Argument darstellen.

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