Nachhaltigkeit - Das eigene Wertesystem als Leitlinie
Das seit 1949 zur Oetker-Gruppe gehörende Bankhaus Lampe bietet seinen Kunden seit über 160 Jahren ein umfassendes und ganzheitliches Beratungs- und Dienstleistungskonzept. Dazu gehört auch die nachhaltige Kapitalanlage als besonderes Angebot.

Vielen unserer Kunden sind neben rein ökonomischen Kriterien auch ökologische, soziale und ethische Aspekte bei ihren Anlageentscheidungen wichtig. Sie wollen nachhaltig investieren. Insbesondere umweltbewusste Anlagen sind bei unseren Kunden gefragt.

Wir beobachten diese Entwicklung schon seit einigen Jahren sehr genau und sind zu dem Schluss gekommen, dass es sich bei der nachhaltigen Kapitalanlage nicht nur um eine vorübergehende Modeerscheinung handelt, sondern um den Wunsch, sich mit der Geldanlage nicht in Widerspruch zu dem eigenen Wertesystem zu setzen. Insbesondere die steuerbefreiten Non-Profit-Organisationen unter den institutionellen Kunden legten schon früh Wert auf nachhaltige Kapitalanlagen. So erklärt sich auch, dass sich unser Angebot, das Vermögen entsprechend zu verwalten, zunächst an diesen Kundenkreis richtete und vorwiegend über Spezialfondslösungen und Beteiligungsmöglichkeiten im Bereich der erneuerbaren Energien umgesetzt wurde. Hier hat die Bankhaus Lampe Gruppe eine besondere Expertise und ist mit der auf erneuerbare Energien spezialisierten Beteiligungsgesellschaft CEE einer der größten unabhängigen Grünstromproduzenten Deutschlands.

Nachhaltigkeit: Stringenter Anlageprozess

Die Nachfrage nach einer verantwortungsvollen Kapitalanlage nimmt nach unserer Beobachtung stetig zu und zieht sich mittlerweile durch alle Kundensegmente. Auch aus diesem Grund bietet das Bankhaus Lampe nunmehr allen Kunden die Möglichkeit, im Rahmen unserer Vermögensverwaltung nach ökologischen, sozialen und ethischen Wertvorstellungen zu investieren. Wir bieten unseren Kunden im Rahmen eines stringenten Anlageprozesses ein international diversifiziertes Aktien- und Rentenportfolio mit dem Schwerpunkt auf europäische Emittenten. Die Gewichtung der Vermögensklassen Aktien und Anleihen kann der Kunde dabei in Abhängigkeit der Risiko- und Renditeerwartungen individuell bestimmen. Dem klassischen Portfoliomanagementprozess vorgeschaltet ist dabei ein Nachhaltigkeitsfilter, der in Zusammenarbeit mit der Oekom Research AG, einem weltweit führenden und unabhängigen Anbieter von Nachhaltigkeitsresearch, entwickelt wurde.

In einem ersten Schritt werden durch diesen Nachhaltigkeitsfilter sämtliche Unternehmen und Länder aus dem Anlageuniversum ausgeschlossen, die aus unserer Sicht in nicht nachhaltigen Geschäftsfeldern aktiv sind oder durch kontroverse Geschäftspraktiken auffallen. Auf diese Weise verfolgen wir das Ziel, z. B. nicht in Unternehmen der Waffen-, Tabak- oder Glücksspielindustrie zu investieren, wobei wir insgesamt zwölf Geschäftsfelder auf Basis des jeweiligen Umsatzanteils ganz oder teilweise ausschließen. Unter kontroversen Geschäftspraktiken verstehen wir u. a. Verstöße gegen Menschen- und Arbeitsrechte wie Kinder- oder Zwangsarbeit, Tierversuche oder umstrittene Wirtschaftspraktiken und Umweltverhalten. Die sich auf diesem Wege qualifizierenden Unternehmen und Länder bilden das Universum für unsere Wertpapierselektion. Im Zeitablauf kann es dabei vorkommen, dass ein Unternehmen oder Land durch die Tätigkeit in ausgeschlossenen Geschäftsfeldern oder kontroverse Wirtschaftspraktiken unseren Ausschlusskriterien nachgewiesenermaßen nicht mehr gerecht wird. In diesem Fall veräußern wir die entsprechenden Aktien oder Anleihen innerhalb einer Frist von 2 Wochen, um den neuen Rahmenbedingungen Rechnung zu tragen. Eine vergleichbare Vorgehensweise findet auch auf Ebene der von uns allokierten Fonds und ETFs statt, auf deren Rolle in unserem Portfoliokontext im weiteren Verlauf noch eingegangen wird.

Effektive Aktienquotensteuerung mit ETFs

Im zweiten Schritt fokussieren wir uns bei der Zusammensetzung des Portfolios auf Emittenten, die in ihrer Branche oder Vergleichsgruppe zu den nachhaltigsten Unternehmen beziehungsweise Ländern gehören. Auch wenn sich das investierbare Universum in diesem Zuge deutlich verschlankt, erhöhen wir auf diese Weise den Anteil an Unternehmen, die sich gemäß ihres Nachhaltigkeitsratings gegenüber ihren Konkurrenten auszeichnen.

Das Portfoliomanagement obliegt dabei einem siebenköpfigen Team – bestehend aus sechs Portfoliomanagern und einem Stiftungsmanager –, das die Konstruktion und laufende Überwachung des Portfolios übernimmt. Die Einhaltung unserer hohen Qualitätsansprüche an diesen besonderen Investitionsansatz wird auch durch die laufende Unterstützung unserer Controllingabteilung sichergestellt.

Den Kern des Portfolios bilden die vom Portfoliomanagement auf Basis des zuvor beschriebenen Prozesses identifizierten Einzelwerte. Die Vermögensklasse Anleihen wird über weltweite Staatsanleihen und europäische Unternehmensanleihen abgebildet, wobei wir eine zusätzliche Währungsdiversifikation über Fremdwährungsanleihen europäischer Emittenten vornehmen. Auf der Aktienseite liegt der Schwerpunkt auf europäischen Einzelwerten. Entsprechend unserer jeweiligen Markteinschätzung ergänzen wir diese Einzelwerte durch den Einsatz regional ausgerichteter ETFs und gegebenenfalls aktiv gemanagter Fonds auf die Regionen Europa, USA sowie die Schwellenländer.

Voraussetzung für eine Investition ist dabei ein hinreichender Einklang zwischen den Nachhaltigkeitskriterien des Fonds mit dem von uns definierten ökologischen, sozialen und ethischen Kriterienkatalog. Der Einsatz von ETFs ermöglicht unseres Erachtens insbesondere eine effektive Aktienquotensteuerung, da andere Finanzinstrumente, wie z. B. Futures auf nachhaltige Indizes, derzeit nicht verfügbar sind. Über ETFs ist außerdem eine breite regionale Diversifikation kostengünstig umsetzbar.

Maßgeschneiderter Kriterienkatalog

In Abhängigkeit der Mandatsgröße bieten wir unseren Kunden zudem die Möglichkeit, einen individuellen Nachhaltigkeitsfilter zu entwickeln. So können die persönlichen ökologischen, sozialen und ethischen Leitlinien zur Grundlage des Portfolioansatzes gemacht werden. Dabei beobachten wir, dass die Kunden oft einen Kriterienkatalog der zu vermeidenden Geschäftsfelder und Geschäftspraktiken entwickeln, der im Ergebnis den ganz überwiegenden Teil der investierbaren Wertpapiere von vornherein ausschließen würde. Um die Wertvorstellungen des Kunden mit einem zielführenden Portfoliomanagement zu vereinen, das sich in einem ausgewogenen Portfolio mit einer zufriedenstellenden Diversifikation widerspiegelt, stehen wir dem Kunden in dem richtungsweisenden Prozessschritt mit unserer Erfahrung zur Seite.

Hier finden Sie eine Liste, mit allen in Deutschland handelbaren Nachhaltigkeits-ETFs.

Über den Autor

Daniel Fechtelpeter ist Bereichsleiter für das Zentrale Anlagemanagement der Bankhaus Lampe KG. Der diplomierte Betriebswirt und CEFA ist seit 2008 für die Bankhaus Lampe KG tätig, in der Finanzbranche seit 2000.

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Nach seiner Ausbildung zum Bankkaufmann studierte Franz Rieber Informationsorientierte Betriebswirtschaftslehre und hat einen Master-Abschluss in Finance & Banking. Seit 2016 ist Franz Rieber für die Isarvest GmbH tätig und für das Projektmanagement und die Kundenbetreuung verantwortlich.