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Öl – das schwarze Gold für die Wirtschaft

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Die ersten Monate dieses Jahres befand sich der Ölpreis stets im Aufwind , mittlerweile kam es zur leichten Kurskonsolidierung. Mit ETFs und ETCs können Anleger bei niedrigeren Einstiegspreisen von verschiedenen Ölpreis-Szenarien profitieren.

Transaktionen von Spekulanten spielen an der Börse oft eine größere Rolle als Fundamentaldaten. So hat sich ein Barrel (159 Liter) der Nordsee-Ölsorte Brent Anfang Januar bis Ende März 2012 um etwa 16 Prozent verteuert, obwohl die globale Ölnachfrage in diesem Jahr laut einer Prognose der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) nur um 1,5 Prozent zunehmen wird. Expertenmeinungen zufolge müsste ein Barrel Brent-Öl unter Berücksichtigung aller relevanten Fundamentaldaten derzeit etwa 100 US-Dollar kosten. „Aktuell gibt es bei Öl keine Produktionsengpässe oder geringe Lagerbestände wie im Jahr 2008. Zudem wird die OPEC alles tun, um einen weiteren Ölpreis-Anstieg zu verhindern“, erklärt der in Stuttgart ansässige Vermögensverwalter Frank Benz, Vorstand der BENZ AG -Partner für Vermögen.

Kurzfristig könnte der Ölpreis deutlich steigen

Für Nervosität am Markt sorgt der sich zuspitzende Israel-Iran-Konflikt. Anleger rechnen mit einer möglichen Schließung der Straße von Hormus – sie ist an der schmalsten Stelle 55 Kilometer breit und extrem wichtig für den Ölexport vom Iran nach Westeuropa, Amerika und Japan. Durch diese Meeresenge werden 40 Prozent der weltweiten Öllieferungen abgewickelt, die über den Seeweg gehen. Da der Iran jedoch an Devisenmaßnahmen interessiert sei, ist nach Meinung von Benz diese Wahrscheinlichkeit jedoch gering. Für nachhaltigeren Aufwärtstrend sorgen dagegen schwindende Ölreserven. So werden die globalen Ölreserven laut einer Analyse des Öl-Giganten BP in 40 Jahren aufgebraucht sein. Die Gewinnaussichten der Ölindustrie sind derzeit ziemlich gut. Und dies trotz steigender Kosten für die Exploration und Ausbeutung von Ölfeldern sowie hohe Aufwendungen für den Umweltschutz und die Optimierung von Sicherheitsvorkehrungen. Mit dem Lyxor ETF auf den Stoxx Europe 600 Oil & Gas (WKN LYX0A9) können Anleger daran partizipieren. In dem vom ETF abgebildeten Index sind die Aktien von Royal Dutch Shell, BP und Total die drei größten Positionen. Diese drei Blue Chips sind insgesamt mit rund 52 Prozent gewichtet.

ETC für mutige Naturen

Da man mit ETFs stets nur breit diversifiziert über verschiedene Rohstoffe hinweg an der Preisentwicklung partizipieren kann, müssen Anleger, die zum Beispiel an der Entwicklung des Brent-Rohölpreises teilhaben möchten, auf ETCs zurückgreifen. Möglich ist dies für risikofreudige Trader zum Beispiel mit dem db ETC Brent Crude Oil Euro Hedged ETC (WKN A1AQGX) , der auf steigende Kurse setzt, oder mit dem Monthly Short Brent Crude Oil Euro Hedged ETC (WKN A1AQGW), mit dem Anleger an fallenden Kursen partizipieren können

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Uwe Görler ist seit fünf Jahren Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“ und das „Portfoliojournal“. Davor schrieb er in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und schrieb Beiträge für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.