Start ETF-News Optimale Aktienquote: Wie hoch sollte diese sein?

Optimale Aktienquote: Wie hoch sollte diese sein?

1815
Frage: Wo liegt die optimale Aktienquote?
Anleger fragen sich bei der Zusammenstellung eines Portfolios wie hoch die Aktienquote sein sollte. Markus Jordan, Herausgeber des EXtra-Magazins gibt dazu Tipps.

Es gibt Menschen, denen kann das Essen gar nicht scharf genug sein. Während sie ihr Gericht beim Mexikaner mit getrocknetem Chili übersäen, greifen sie im Thai-Imbiss beherzt zur roten Currypaste. Anderen Besuchern treibt dagegen allein die Beobachtung eines derartigen „Speisen-Tunings“ die Schweißperlen auf die Stirn. Die Geschmäcker sind eben verschieden, was auch und gerade in der Geldanlage gilt. Wie findet man die optimale Aktienquote für das Portfolio?

Wo liegt meine optimale Aktienquote

Dreh- und Angelpunkt für den Schärfegrad ist hier die Aktienquote. Diese Kennzahl steht für den Anteil von Aktieninvestments am Gesamtportfolio. Bekanntlich gilt diese Anlageklasse, gerade im Vergleich zu festverzinslichen Wertpapieren, als gefahrenreich. Daher zeigt die Aktienquote die in einem Depot vorliegende Risikoausprägung – oder eben „Schärfe“.

Auf der Suche nach der optimalen Rezeptur können verschiedene Kriterien behilflich sein. Besonders schnell lässt sich diese Aufgabe mit folgender Formel lösen: Aktienquote = 100 minus Lebensalter. Nach diesem Ansatz müsste beispielsweise ein 20-jähriger sein Geld zu 80 Prozent in Aktien stecken, während ein Fünftel in Anleihen liegt. Mit 60 wäre das Portfolio dagegen nur noch zu 40 Prozent in DAX & Co. allokiert, sichere Papiere hätten in diesem Lebensabschnitt längst die Vorherrschaft übernommen.

OPTIMALE AKTIENQUOTE
= 100 MINUS LEBENSALTER

Die Überlegung hinter dieser Faustformel ist simpel: Wer bereits in jungen Jahren am Aktienmarkt engagiert ist, hat ausreichend Zeit, mögliche Verlustphasen auszubügeln. Insofern kann sich diese Personengruppe höhere Risiken erlauben.

Einfach aber aufschlussreich

Eine zentrale Rolle spielt überdies das erwartete Arbeitseinkommen. In jungen Jahren kann ein Berufstätiger noch mit einem langen Zeitraum kalkulieren, über den ihm die Zahlungsströme aus dem Job zufließen. Der Zeitwert von Lohn und Gehalt ist also hoch und stellt in der individuellen Vermögensplanung eine Art Puffer dar. Naturgemäß schrumpft dieses Polster mit zunehmendem Alter. Zum einen steigt dann die Gefahr von Lohnausfällen, zum anderen rückt der Ruhestand näher. Diesem Umstand gilt es mit einer reduzierten Aktienquote Rechnung zu tragen. Anders ausgedrückt: Anleger sollten ihre Schäfchen rechtzeitig ins trockene bringen.

Frei von Kritik ist die skizzierte Formel nicht. Bereits 1969 setzten sich Paul Samuelson und Robert Merton mit dieser wichtigen Frage der Geldanlage auseinander. In einem Modell zeigten die beiden Nobelpreisträger, dass junge Menschen mehr Zeit hätten, einen Aktiencrash zu erleben. Für die Älteren wäre diese Gefahr demnach geringer. Letzten Endes plädierten die Wissenschaftler dafür, die Aktienquote über das Leben hinweg konstant zu halten. Obwohl es weitere Gegenargumente gibt und die Rechnung 100 minus Lebensalter recht pauschal klingt, hat sie als Orientierungshilfe bei der Kapitaleinteilung absolut ihre Daseinsberichtigung.

Um eine optimale Aktienquote zu ermitteln, sollten Anleger jedoch noch etwas mehr Aufwand betreiben. Vor allem gilt es die eigene Risikobereitschaft herauszufinden. Denn selbst wer einen langfristigen ETF-Sparplan auf den DAX einrichtet, bekommt das tägliche Auf-und-Ab des heimischen Leitindex mit – sei es über die Tageszeitung, einschlägige Nachrichtenportale oder das Fernsehen. Aktienkurse schwanken traditionell stärker, als die Preise solider Anleihen. Kann der Anleger nicht wegschauen respektive stärkere Rückschläge aushalten, sollte er die Aktienquote aus reinem Selbstschutz eher gering halten.

Plädoyer für die Aktie

Neben der Psychologie gilt es, die jeweilige Lebenssituation ins Kalkül zu ziehen. Angenommen, es steht eine größere Investition, beispielsweise der Immobilienkauf, an. In diesem Fall es ratsam, die Aktienquote rechtzeitig zurückzufahren, um den geplanten Eigenmittelanteil nicht zu gefährden. Dagegen können Anleger, bei denen ein sicheres Einkommen mit stabilen laufenden Ausgaben zusammentrifft vergleichsweise viel von ihrem freien Kapital in Aktien investieren. Das gilt vor allem in der Altersvorsorge. Einen Beleg für das langfristige Potenzial dieser Anlageklasse liefert das aktuelle DAX-Renditedreieck. Bei einem Anlagehorizont von 20 bis 30 Jahren warf der Deutsche Aktienindex in der Vergangenheit eine jährliche Rendite zwischen sechs und neun Prozent ab. „Breit gestreute Aktieninvestments sollten bei langfristiger Perspektive ein fester Bestandteil bei der Geldanlage der Deutschen sein“, kommentiert Christine Bortenlänger, Geschäftsführender Vorstand beim Deutschen Aktieninstitut, die neuesten Zahlen.

Optimale Aktienquote mit dem ComStage Vermögensstrategie ETF
Für einen 40-jährigen Anleger bietet der ComStage Vermögensstrategie ETF eine optimale Aktienquote.

Die Erhöhung der Aktienquote ist dem DAI seit jeher ein zentrales Anliegen. Schließlich waren 2015 lediglich gut neun Millionen Deutsche mittels Fonds oder Direktanlage in dieser Anlageklasse engagiert. Das heißt im Umkehrschluss, für 86 Prozent der Bevölkerung über 14 Jahre spielt die Frage der optimalen Aktienquote noch gar keine Rolle. Allein die notorisch tiefen Zinsen sprechen dafür, verstärkt über dieses Thema nachzudenken. Zumal der breit gestreute Einstieg möglich ist, ohne selbst eine Depotaufteilung vorzunehmen.

Es gibt eine Reihe von ETFs, die auf diversifizierten Portfolios basieren. Im April 2016 legte ComStage die Vermögensstrategie (WKN: ETF701) auf. Dabei handelt es sich um einen Dach-ETF, der in Aktien, Anleihen und Rohstoffe investiert. Festgelegt wurde die Vermögensaufteilung auf Basis einer historischen Analyse. Diese führte zu einem relativen hohen Aktienanteil von mehr als 60 Prozent (siehe Grafik). Die Verantwortlichen bei ComStage verweisen darauf, dass sich die entsprechenden ETF auf verschiedene Regionen, Sektoren und Währungen untergliedern. Zudem würde die Aktienquote den Bedürfnissen der Kundschaft entsprechend. Will heißen: Deutsche Anleger sind einer gewissen Schärfe durchaus nicht abgeneigt.

ComStage Vermoegensstrategie UCITS ETF

Kurs

116,93 €

Kosten (TER)0,25 %
Fondsvolumen59,05 Mio. €
Indexabbildungphysisch
1 Monat+0,31 %
Lfd. Jahr+4,96 %
Mehr ETFs finden: ETF-Suche

Lesen Sie auch meine weiteren Beiträge „72er-Regel – Eine wichtige Faustformel„ oder „Diese 5 Fehler sollten Anleger vermeiden„. Weitere Tipps zum Thema Geldanlage mit ETFs finden Sie in meinem neuen eBook „Altersvorsorge mit ETFs„.

TEILEN
Vorheriger ArtikelSmart Beta-ETF: Den Trump-Rausch genießen
Nächster ArtikelNeue Seidenstraße: Ein genial gesponnener Plan
Nach seiner Ausbildung zum Bankkaufmann studierte Franz Rieber Informationsorientierte Betriebswirtschaftslehre und hat einen Master-Abschluss in Finance & Banking. Seit 2016 ist Franz Rieber für die Isarvest GmbH tätig und für das Projektmanagement, die Kundenbetreuung und den Vertrieb verantwortlich.