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Platin: Experten erwarten ein Angebotsdefizit

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Eine Preisrallye ist bei Platin nicht zu erwarten. Allerdings könnte sich das Edelmetall in den kommenden Monaten moderat verteuern.

Im Januar ist der Platinpreis zunächst steil nach oben geschossen. Doch nachdem der Preis in der Spitze auf 1.131,68 US-Dollar gestiegen war, ist er rasch auf circa 1.020 US-Dollar abgestürzt. Derzeit gibt es leider kein charttechnisches Kaufsignal. Immerhin befindet sich der Relative-Stärke-Index (RSI) im neutralen Bereich. Somit ist das weiß glänzende Edelmetall weder überkauft noch überverkauft.

Brennstoff-Zelle enthält 30 bis 40 Gramm Platin

Erwähnenswert ist unter fundamentalen Aspekten, dass Experten des Katalysatorenherstellers Johnson Matthey bei Platin in diesem Jahr ein Angebotsdefizit von mehr als 1,1 Millionen Tonnen erwarten. Ihre Prognose basiert auf der Annahme, dass die Automobilnachfrage in Nordamerika und China steigen wird und dass künftig mehr Platin für die Herstellung besonders effizienter Katalysatoren benötigt wird. Ebenfalls interessant ist, dass Toyota im Dezember den Mirai (japanisch für Zukunft) mit Wasserstoff-Antrieb auf den Markt gebracht hat. Dieses Auto soll ab September 2015 auch bei deutschen Händlern erhältlich sein. Erfreulicherweise hat die Brennstoff-Zelle im Mirai eine Reichweite von 500 Kilometern. Für die Herstellung dieser Brennstoff-Zelle werden 30 bis 40 Gramm Platin benötigt. In einem Katalysator für ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor stecken lediglich etwa sechs Gramm des Edelmetalls.

Schwaches Angebotswachstum in Südafrika

Da der Mirai knapp 80.000 Euro kostet und weil es in Deutschland zurzeit nur 16 Aufladestationen für Autos mit Wasserstoff-Antrieb gibt, dürfte die Nachfrage nach dem innovativen Fahrzeug vorerst gering bleiben. Langfristig könnte sich dies jedoch ändern – und damit würde eine Zunahme des Platinbedarfs einhergehen. Abgesehen davon könnte der Platinpreis in den kommenden Monaten durchaus moderat steigen. Dafür spricht auch das schwache Angebotswachstum in Südafrika. Daher können Anleger einen kleinen Betrag in den Platin-ETC (WKN: A0N62D) von ETF Securities investieren. Die jährliche Gesamtkostenquote dieses physisch besicherten ETCs beträgt 0,49 Prozent.

Martin Münzenmayer für www.extra-funds.de

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