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Portfolioabsicherung in Krisenzeiten

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Die September-Ausgabe des „Extra-Magazin“ ist erschienen. Diesmal steht die Absicherung des Depots in Krisenzeiten im Mittelpunkt des Heftes. Weitere Themen sind unter anderem: Chancen und Risiken der Wertpapierleihe, ein Interview mit ETF-Spezialisten Dr. Bernd Jünemann sowie Vermögensverwalter Frank Benz zur aktuellen Börsensituation sowie ein Beitrag zu Kanada-ETFs. Zudem analysiert unser ETF-Experte Alex Hinter welche ETF auf den Euro Stoxx 50 Index der beste ist.

Die Aktienmärkte sind weiter nervös

Mittlerweile geht es an den Börsen wieder leicht aufwärts. Trotzdem bleiben die Märkte äußerst nervös und schlechte Konjunkturdaten und Wirtschaftsnachrichten, die die Befürchtung einer weltweiten Rezession befördern, sowie neue Hiobsbotschaften hinsichtlich der Bonität einzelner Staaten sind in der Lage, den Markt binnen Kurzem weiter auf Talfahrt zu senken. Das zeigten auch die zurückliegenden Tage. Binnen 14 Tagen verlor der DAX rund 24 Prozent, der europäische Leitindex Euro STOXX gab 22 Prozent nach und der SMI musste 21 Prozent Federn lassen. Auch Frank Benz, Vorstand der Benz AG, vermutet, dass uns das Thema Bonitätsherabstufungen in den Industrieländern weiterhin begleiten wird. Ein Überschwappen der Verschuldungskrise auf Deutschland infolge immer neuer EU-Rettungspakete und damit möglicher Zahlungen schließt Benz nicht mehr aus. Trotzdem rät Benz, besonnen zu bleiben, den persönlichen Investmentregeln treu zu bleiben und sein Pulver bis zu einer erkennbaren Bodenbildung trocken zu halten. „Jede Krise – oder nennen wir es Übertreibung – bietet hervorragende Chancen und wenn wir einen Blick auf die fundamentalen Bewertungen von verschiedenen Sachwerten werfen, dazu gehören auch Aktien, dann gibt es wieder genügend Chancen, die es zu nutzen gilt“, so Benz in der neuen Ausgabe 9/2011 des „Extra-Magazin“.

ETFs: Die Mischung macht’s

In unsicheren Börsenzeiten ist es aber sinnvoll, sein Depot krisenfest abzusichern. So rät Benz beispielsweise aktuell zu Unternehmensanleihen unter Beimischung diverser Währungen wie Schwedische und Norwegische Krone oder den australischen Dollar. Aber auch der Schweizer Franken gilt häufig als Ankerwährung. Insgesamt empfiehlt sich jedoch eine ausgewogene Streuung über alle Assetklassen hinweg wie Aktien, Anleihen, Währungen und Rohstoffe. Und je höher der Anteil hochwertiger Anleihen, desto besser ist auch das Portfolio abgesichert, das zeigte auch die Entwicklung der vergangenen Wochen bei den Extra-ETF-Indizes Defensiv, Balance und Wachstum. Darüber hinaus bewährten sich Short-ETFs, am besten noch leicht gehebelt, als hervorragende Instrumente zur Absicherung nach unten. So erwirtschaftete beispielsweise der db X-trackers Short DAX x2 (DBX0BY) eine Monatsrendite von 47 Prozent. Mit dem Easy ETF Euro STOXX 50 Short 2 x hätte der Anleger auf Monatssicht inmitten des Kursrutschs noch knapp 32 Prozent erwirtschaftet. Eine andere Möglichkeit ist, in solchen Zeiten auf eine wachsende Volatilität zu setzen. So konnten Anleger, die in den ETFS Euro STOXX 50 investable Volatility Index (A1H81B) investierten, auf Monatssicht zwischenzeitlich 23 Prozent erwirtschaften. Neuerdings ist auch ein Investment in die Volatilität des amerikanischen Index S&P 500 mittels des Lyxor ETF S&P VIX Future Enhanced Roll (LYX0L8) möglich. Allerdings sind solche Investments eher als kurzfristige Absicherungsinstrumente zu nutzen, denn bei einem wieder langfristigem Kursanstieg erweisen sich Short- oder Volatiltäts-ETFs dann schnell wieder als Renditekiller.

cover_september_2011Große Rendite-Unterschiede zwischen ETFs

Entscheidet man sich angesichts der niedrigeren Einstiegskurse für den Einstieg in den Aktienmarkt, ist die Wahl des richtigen ETFs entscheidend. Das zeigte eine aktuelle Untersuchung der Hinder Asset Management, die ETFs auf den Euro STOXX 50 sowie den MSCI Emerging Markets Index untersuchte. So liegen beim Performancevergleich zwischen dem besten ETF im Bereich Euro STOXX 50 und dem schlechtesten ganze 250 Basispunkte. Bester ETF im Bereich europäische Aktien war in der Untersuchungs-Periode 2008 bis 2010 laut der Untersuchung von Hinder Asset Management der iShares Euro STOXX 50 (593393). Ein sehr gutes Ergebnis lieferte auch der ETFlab Euro STOXX 50, der auf Platz 2 landete. Er erwirtschaftete sogar eine Überrendite von 2,89 Prozent, allerdings wurde der ETF erst im Oktober 2008 aufgelegt, so dass das Ergebnis nicht in vollem Umfang gewertet werden konnte. Gewinner bei Schwellenländern war der ETF der Credit Suisse auf den MSCI Emerging Markets (A0JMLL), der gegenüber der Benchmark eine Überrendite von 3 Prozent herausholte. Auch der iShares-ETF (A0HGZT, ausschüttend), (A0YBR4, thesaurierend) konnte überzeugen. Ein weiteres Ergebnis der Untersuchung: ETFs mit vollständiger Abbildung des Index durch Aktien schlagen zumindest im Bereich Emerging Markets swapbasierte ETFs, die eher auf den hinteren Plätzen rangierten.

Dies und viele weitere Themen finden sie in der aktuellen Ausgabe des EXtra-Magazin. Hier geht es zum Download.

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Uwe Görler ist seit fünf Jahren Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“ und das „Portfoliojournal“. Davor schrieb er in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und schrieb Beiträge für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.