Start ETF-News Portfoliomanagement: Nur die Welt ist genug

Portfoliomanagement: Nur die Welt ist genug

79
Thorsten_Winkler_Veritas

Thorsten Winkler von der Fondsboutique Veritas über die Möglichkeiten mit ETFs ein globales Portfolio aufzubauen.

Die Investmentpraxis hat gezeigt, dass Anleger ihr Kapital bevorzugt in ihrem jeweiligen Heimatmarkt investieren. Dieser als „Home Bias“ bezeichnete Effekt steht im Widerspruch zu den Erkenntnissen der Portfoliotheorie. Theoretisch verspricht die Verteilung der Investitionssumme auf mehrere verschiedene nationale Märkte eine bessere Rendite-Risiko-Struktur. In der Vergangenheit wurde die mangelnde globale Diversifikation mit hohen Transaktionskosten und Problemen beim Marktzugang begründet.

Globale Investmentchancen

Mit der Einführung von ETFs haben sich die Möglichkeiten für Anleger erheblich verbessert, um bei geringem Aufwand von den weltweiten Investmentchancen zu profitieren. So stehen den Investoren inzwischen zahlreiche Länder- und Regionen ETFs zur Verfügung. Dabei hat der Anleger die Wahl, ob er sich ein Weltportfolio durch den Kauf einzelner ETFs selbst zusammenstellt, oder ob er in ein Produkt investiert, das ihm eine globale Anlagestrategie liefert.

Weltindex

Einer der einfachsten Wege, das Kapital weltweit zu investieren, bieten ETFs, die einen globalen Aktienindex abbilden, wie zum Beispiel der Lyxor ETF MSCI World. Der MSCI World Index ist ein kapitalgewichteter Aktienindex, in dem die Aktienmarktentwicklung von 23 etablierten Ländern abgebildet wird. Dabei ist jedoch zu beachten, dass die Ländergewichte von USA, Großbritannien und Japan fast drei Viertel der Indexgewichtung ausmachen. Der Anlageerfolg des Produktes wird demnach maßgeblich von der Aktienmarktentwicklung der drei Länder dominiert. Daneben besteht für einen in Euro investierenden Anleger ein nicht unerhebliches Wechselkursrisiko gegenüber dem USDollar, da der US-Anteil im MSCI World Index über 50 Prozent beträgt.

Gleichgewichtung

Eine weitere Form der globalen Diversifikation bietet der Einsatz von Regionen-ETFs, wie zum Beispiel db-trackers MSCI Europe TRN Index oder ishares MSCI North America. Bereits mit dem Einsatz weniger ETFs kann sich der Anleger ein globales Portfolio über die Wirtschaftsräume zusammenstellen. Dabei kann durchaus auf eine kapitalgewichtete Strategie verzichtete werden. So ist die Gleichgewichtung der Regionen eine Alternative, wenn der Anleger auf das Prinzip der Mean-Reversion setzt. Gegenüber der kapitalgewichteten Methodik, bei dem die Marktkapitalisierung über die Ländergewichte entscheidet, wird bei diesem Konzept systematisch überproportional in unterbewertete Regionen investiert. Dieser Strategie liegt die Annahme zu Grunde, dass sich die globalen Märkte im Zeitverlauf angleichen, und somit überbewertete Märkte auch wieder reduzieren.

Wirtschaftsleistung als Maß

Eine globale Aufteilung des Kapitals nach einer fundamentalen Allokationsstrategie bietet das Dachfondskonzept ETF-Portfolio Global. Das Aktien-Weltportfolio erhält eine regionale Aufteilung, die sich an dem jeweiligen Anteil am weltweiten GDP (Gross Domestic Product), dem Maß für die wirtschaftliche Leistung einer Volkswirtschaft orientiert. Auf Basis der vom IWF (Internationaler Währungsfonds) veröffentlichten Daten zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) der einzelnen Länder wird die regionale Gewichtung jährlich neu festgelegt. Dargestellt werden die regionalen Investmentquoten über einen breit diversifizierten Korb von ETFs, mit denen die Entwicklung der regionalen Aktienmärkte effizient abgebildet werden kann. Passiv ausgerichtete globale Investmentstrategien verzichten bewusst auf die Komponente eines aktiven Markttimings, da sie die Aktienmarktentwicklung möglichst ungefiltert abbilden sollen. Der Anleger muss sich beim Favorisieren einer passiven Strategie also im klaren darüber sein, dass er das volle Marktrisiko trägt. Daneben übernimmt er üblicherweise auch das volle Währungsrisiko, da ETFs in der Regel die Währungsrisiken nicht absichern.

Aktives Management

Aktiv gemanagte Investmentstrategien hingegen haben das Ziel einen Mehrwert für die Investoren zu generieren. Dachfondskonzepte wie der ETF-Dachfonds Aktien verfügen daher über die Flexibilität, die Anlageschwerpunkte kontinuierlich unter Berücksichtigung der Marktwertwicklungen zu verändern. Der ETF-Dachfonds Aktien setzt zur aktiven Marktselektion ein quantitatives Trendphasenmodell ein. Dabei werden weltweit die lukrativsten Märkte übergewichtet und die unattraktivsten Märkte konsequent gemieden. Neben einer höheren Rendite sollen mit dieser Strategie auch insbesondere größere Kursrückschläge gemildert werden. Daneben werden Währungsrisiken im Dollar über ein aktives Währungsmanagement begrenzt.

Aktive Produktauswahl

Mit ETFs und Dachfondskonzepten die auf ETFs basierenden stehen dem Anleger inzwischen eine Vielzahl attraktiver Produkte zur Verfügung, um das Vermögen gemäß der individuellen Rendite-Risiko-Präferenzen global zu strukturieren, passiv wie auch aktiv.

TEILEN
Vorheriger ArtikelETF-Markt: Die Erfolgsgeschichte geht weiter
Nächster ArtikelProtective-Put-Strategie: Teilschutz vor fallenden Kursen
Die Redaktion des EXtra-Magazins setzt sich aus erfahrenen Finanzexperten zusammen. Teilweise veröffentlichen wir auch Gastbeiträge auf unserem Portal. Wir lieben ETFs, Indexfonds und alles zum Thema Geldanlage und arbeiten täglich daran Ihnen die aktuellsten und nützlichsten Informationen zu liefern.
Child comments 1