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Private-Equity-Geschäft wieder im Aufwind

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Private Equity

Seit 2012 nehmen Private-Equity-Investitionen wieder zu und auch für 2013 rechnen Experten mit einem Aufwärtstrend. Mit ETFs auf Private-Equity-Indizes können Anleger sich an der Entwicklung dieses Segments beteiligen.

Franz Müntefering, ehemaliger SPD- Vorsitzender, bezeichnete sie einst als Heuschreckenplage: die Private-Equity-Gesellschaften. „Manche Finanzinvestoren verschwenden keinen Gedanken an die Menschen, deren Arbeitsplätze sie vernichten – sie bleiben anonym, haben kein Gesicht, fallen wie Heuschreckenschwärme über Unternehmen her, grasen sie ab und ziehen weiter“, so sein damaliger Vorwurf an die Branche. Seitdem ist das Image der Private-Equity-Branche in der öffentlichen Meinung angekratzt.

Private Equity = hohe Wachstumsraten

Mit der Realität der meisten Übernahmen durch Private-Equity-Gesellschaften hat dies, von wenigen spektakulären Ausnahmen abgesehen, nur wenig zu tun. Im Gegenteil: Private-Equity-Gesellschaften ermöglichen erst in vielen Fällen neue Geschäftsmodelle und Unternehmensgründungen und helfen nicht wettbewerbsfähigen Unternehmen, durch die Bereitstellung von finanziellen Mitteln und Know-how wieder auf die Beine zu kommen. Zahlreiche Studien belegen dies. So erreichten Unternehmen mit Beteiligungen von Private-Equity-Gesellschaften laut einer Studie der Technischen Universität München aus dem Jahr 2009 eine durchschnittliche Wertsteigerung von 272 Prozent. Eine andere Studie des Weltwirtschaftsforum aus dem Jahr 2010 unter dem Titel „The Global Economic Impact of Private Equity Report 2010″ zeigte auf, dass von Private-Equity-Gesellschaften finanzierte Unternehmen eine höhere Wachstumsrate bezüglich Produktivität, Wertschöpfung und auch Beschäftigung auswiesen.

Nach der Flaute gewinnt Private-Equity-Aktivität wieder an Schwung

Im Jahr 2008 kam infolge der Finanzkrise das Private-Equity-Geschäft insbesondere in Europa und Deutschland nahezu zum Erliegen (siehe Grafik). Doch langsam geht es mit dem Markt wieder aufwärts. Laut einer Studie von Ernst & Young stieg der Transaktionswert in Deutschland von 5,5 im Jahr 2011 auf 13,7 Mrd. Euro im vergangenen Jahr. Das ist der höchste Investitionswert seit 2008. Fünf der insgesamt 105 Übernahmen brachten es allein auf eine Transaktionssumme von über eine Milliarde Euro. Die Übernahme des E.ON-Gasnetzes im Wert von 3,2 Mrd. Euro war hierzulande das spektakulärste Private-Equtiy-Geschäft. Weitere milliardenschwere Übernahmen waren die des Messtechnikspezialisten Elster durch die zum Finanzinvestor CVC gehörende britische Gesellschaft Melrose sowie der Kauf des Leukoplastherstellers BSN Medical durch die schwedische EQT für 1,8 Mrd. Euro. Die größten Transaktionswerte mit 2,4 Mrd. Euro entfielen auf den Bereich Konsumgüter, gefolgt von den Sektoren Immobilien, Industrie und Pharma. Von früheren Boomzeiten mit insgesamt mehr als 30 Mrd. Euro in Deutschland ist die Branche jedoch noch weit entfernt.

Emerging Markets als Impulsgeber für weltweites Private-Equity-Geschäft

Aber auch weltweit nimmt das Private-Equity-Geschäft zu. Insbesondere in China erwartet die Branche große Wachstumsraten sowohl bei der Anzahl der Übernahmen als auch bei den Transaktionswerten. Insbesondere die Sektoren Energie, Bergbau, Versorger und Konsumgüter werden davon betroffen sein. 43 Prozent der Private-Equity-Anleger befürchten jedoch laut dem neuesten Global Private-Equity Barometer von Coller Capital, dass sich insbesondere in China das Risiko-Ertrags-Verhältnis zunehmend verschlechtert. Immer mehr Anleger setzen daher auf die noch unerschlossenen Märkte in Asien. Größere Wachstumschancen sehen Anleger auch in den USA und in Europa. Allerdings steht die Branche in den beiden Anlageregionen vor unterschiedlichen Herausforderungen. In Europa befürchten über die Hälfte der Befragten, dass eine Kreditknappheit dazu führen könne, dass einige erstklassige Geschäftsmöglichkeiten nicht finanziert werden könnten. In den USA dagegen befürchtet man, dass zu viele Gesellschaften auf der Jagd nach zu wenigen Übernahmekandidaten seien.

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