Beim DAB-Profibörsentrend erwarten 40 Prozent der befragten unabhängigen Vermögensverwalter sinkende Kurse, weitere 40 Prozent sehen nur eine Seitwärtsbewegung deutscher Aktien in den kommenden Monaten.

Die Automobilbranche genießt derzeit vor allem wegen Negativschlagzeilen große Aufmerksamkeit. Das bekommt auch der DAX zu spüren, der durch den Ausstieg mancher Anleger aus Automobilwerten einige Punkte verloren hat. Trotz dieser Punkteverluste hält sich der Deutsche Aktienindex weiterhin im Bereich von 12.000 Punkten. Die Experten bleiben skeptisch: 40 Prozent der unabhängigen Vermögensverwalter, welche die DAB BNP Paribas beim Profi-Börsentrend monatlich befragt, erwarten eine negative Kursentwicklung am deutschen Aktienmarkt. Ebenfalls 40 Prozent gehen von einer gleichbleibenden Entwicklung aus und lediglich 20 Prozent der Befragten glauben an steigende Kurse in den nächsten Wochen. Einigkeit besteht aber bei der Einschätzung der aktuellen Börsenlage: Die befragten Finanzexperten sind sich beim Profi-Börsentrend der DAB BNP Paribas zu 100 Prozent einig, dass deutsche Aktien am Markt fair bewertet sind. Aufgrund dieser Einschätzung verändert sich der Indexwert von -5,6 auf -10,3 Punkte.

Finanzexperte Bert-Ardo Spelter, ICFB GmbH, sieht in den sinkenden Kursen vor allem die Chance zum Invest: „Mit der von EZB-Chef Draghi Anfang Juni angekündigten Zinswende, löste er ein kleines Bondbeben aus. Ebenfalls verhalf er damit dem Euro gegenüber dem US-Dollar zu unerwarteter Stärke, der zudem unter ausbleibenden Reformen der Trump-Administration leidet. Das Diesel-Gate der deutschen Autobauer wurde jüngst vom Kartell-Gate getoppt und all das in den ohnehin flauen Sommermonaten. Da jedoch ein konkurrenzfähiges Zinsniveau zu den Aktienmärkten nicht in Sicht ist und nicht von einer anhaltenden US-Dollar-Schwäche auszugehen ist, bieten die gedrückten Kurse eine gute Gelegenheit selektiv ein- und nachzukaufen. Spätestens im Oktober sehen wir daher gute Chancen zu einer Fortsetzung des Aufwärtstrends, insbesondere der günstig bewerteten europäischen Aktienmärkte.“

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Uwe Görler ist seit dem Jahr 2011 Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“, die Online-Plattform extra-funds.de und diverse Medienprojekte der Isarvest GmbH rund um das Thema ETFs und Robo-Advisors. Davor schrieb der gebürtige Dresdner in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und verfasste Beiträge zu den Themenbereichen Wirtschaft & Finanzen sowie Gesundheit für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.