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Protective-Put-Strategie: Teilschutz vor fallenden Kursen

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Eine Protective-Put-Strategie ermöglicht Anlegern ein Investment mit reduziertem Risiko. ETFs auf entsprechende Indizes machen derzeit Sinn.

Außenpolitische Konflikte wie jüngst zwischen Russland und Georgien, steigende Inflationsgefahren und Rezessionsängste – diese Faktoren haben auch den deutschen Leitindex DAX in Bedrängnis gebracht. Kurskorrekturen, die Gewinne schmelzen lassen oder zu Verlusten führen, bereiten vielen Anlegern Kopfzerbrechen. Doch Investoren können sich gegen fallende Kurse rüsten und ihre Portfolios mit so genannten Put-Optionen stützen. Genau auf diese Strategie setzt der DAXplus Protective Put Index, den die Deutsche Börse 2006 aufgelegt hat. Dieser Strategieindex ist per ETF investierbar.

Put-Option macht den Unterschied

Der Vorteil für den Investor: Mit der Protective-Put-Strategie kann er Kursverluste abfedern, ohne dabei auf mögliche Kursgewinne zu verzichten. Der DAXplus Protective Put kombiniert dazu ein Investment in den deutschen Leitindex mit dem Kauf einer Put- Option – also einer Verkaufsoption auf den Index. Die Folge ist ein einfacher und wirkungsvoller Risikopuffer für den Fall sinkender Kurse. Um die Kosten dieser Strategie möglichst gering zu halten, kommen beim DAXplus Protective Put Index Optionen zum Einsatz, deren Basispreis deutlich unter dem aktuellen Stand des Index angesetzt ist. Beim DAXplus Protective Put der Deutschen Börse liegt die Put-Option fünf Prozent aus dem Geld. Solche Optionen sind relativ günstig, und ihr Wert steigt im Falle eines Sinkfluges des DAX. Die Verluste des Index werden dann zu einem großen Teil durch die Gewinne der Puts kompensiert. Damit der Risikopuffer jeweils der aktuellen Marktlage entspricht, wird alle drei Monate in einen neuen Put gerollt. Trotz des Risikopuffers ist das Gewinnpotenzial in steigenden Märkten unbegrenzt und wird im Vergleich zu einem ungesicherten Portfolio nur um die Kosten der Put-Option reduziert.

In der Praxis bewährt

In den vergangenen Jahren hat sich das Protective-Put-Konzept bewährt. Zwar hat der DAX den DAXplus Protective Put in der Rückrechnung in stark steigenden Märkten hinter sich gelassen – so stieg der DAX beispielsweise von August 2004 bis März 2005 in einer anhaltenden Hausse-Phase um 21 Prozent, während der DAXplus Protective Put in der historischen Rückrechnung für diesen Zeitraum nur um elf Prozent zugelegt hat. Bei stark fallenden Märkten begrenzt der DAXplus Protective Put das Verlustrisiko des Investors jedoch deutlich. Während der DAX zum Beispiel im Sinkflug zwischen Juli und Oktober 1998 um 37 Prozent nachgegeben hat, hätte der DAXplus Protective Put in diesem Zeitraum mit lediglich 17 Prozent im Minus gelegen – ein Unterschied von 20 Prozentpunkten. Zwar verliert auch der DAXplus Protective Put, wenn der deutsche Leitindex sinkt, jedoch sind die Verluste aufgrund der Put-Optionen in jedem Fall moderater.

Geringeres Schwankungsrisiko

Im historischen Vergleich liegt die Performance des DAXplus Protective Put nur knapp unter der Wertentwicklung des DAX. Der deutsche Leitindex verzeichnete von 1992 bis 2007 eine durchschnittliche Jahresperformance von 13,8 Prozent, der DAXplus Protective Put hätte in diesem Zeitraum ein Plus von 11,3 Prozent pro Jahr erzielt. Gemessen an der Volatilität war das Risiko des Strategieindex jedoch deutlich geringer. Während der Wert für die Schwankungsbreite des DAX im Durchschnitt bei 23 Prozent im Jahr liegt, kommt der DAXplus Protective Put nur auf eine jährliche Volatilität von 16 Prozent. Ein Investment auf den DAXplus Protective Put kann den Investoren daher auch zur Absicherung des Portfolios dienen.

ETF als Investmentvehikel

Lyxor Asset Management bietet Anlegern die Möglichkeit, ein Investment in den defensiven Strategieindex der Deutschen Börse mit den Vorteilen eines Exchange Traded Fund zu verknüpfen und hat dazu den Lyxor ETF DAXplus Protective Put aufgelegt. Das Produkt ermöglicht institutionellen Anlegern ein Investment ohne regelmäßigen Anpassungsbedarf, wie dies sonst bei Optionsstrategien notwendig ist und minimiert somit die Transaktionskosten einer solchen Portfoliostrategie. Privatanlegern eröffnet der Lyxor ETF den Zugang zu einer Investmentlösung, deren direkte Abbildung in Form von Optionsgeschäften für sie nur schwer möglich ist.

Flexibler Handel

Hinzu kommt als Vorteil der flexible Handel über die Börse, der einen schnellen Kauf und Verkauf des ETFs möglich macht, um auf aktuelle Ereignisse reagieren zu können. Durch die swap-basierte Konstruktion bildet der Lyxor ETF DAXplus Protective Put die Performance des Referenzindex abzüglich der Verwaltungsgebühr nahezu eins zu eins ab. Der DAXplus Protective Put zeigt, wie ein Index neben Aktien auch Derivate-Instrumente zur Absicherung gegen Verluste nutzen kann. Für Investoren mit einem langfristigen Anlagehorizont eignet sich auch ein Sparplan auf den ETF DAXplus Protective Put, der von der comdirect bank angeboten wird.

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