Rainer Laborenz
Rainer Laborenz ist Geschäftsführer der azemos vermögensmanagement gmbh in Offenburg.

„Historisch und im Branchenvergleich weisen Rohstoffaktien derzeit extrem niedrige fundamentale Bewertungen auf. Unserer Einschätzung nach ist das ein guter Zeitpunkt, um in Rohstoffaktien einzusteigen“, so Rainer Laborenz, Geschäftsführer der azemos vermögensmanagement gmbh.

Rainer Laborenz über Rohstoffaktien

Historisch und im Branchenvergleich weisen Rohstoffaktien derzeit extrem niedrige fundamentale Bewertungen auf. So ist der Energiesektor in den USA mit einem Shiller-KGV (zyklisch adjustiertes KGV) von 12 bewertet, während der gesamte S&P500-Index einen Gewinnmultiplikator von etwa 30 aufweist. Im langfristigen Vergleich ist die Performance der Rohstoffe seit Jahren deutlich zurückgeblieben. Das Aufholpotenzial ist daher groß.

Im Umfeld der bis 2011 stark gestiegenen Rohstoffpreise hatten die Manager der Minenkonzerne gedacht, die Bäume wachsen in den Himmel und haben einige schwerwiegende Fehlentscheidungen getroffen. Unüberlegte, kreditfinanzierte und deutlich zu teure Wachstumsinvestitionen haben für ein Überangebot und einen deflationären Schub bei Erzen, Metallen, aber auch bei Soft-Commodities wie Kaffee, Soja oder Zucker gesorgt. In der Folge kam es zu fallenden Rohstoffpreisen und massiven Gewinneinbrüchen in der Branche – und zu einer Marktbereinigung. High-Cost-Anbieter und schlecht wirtschaftende Unternehmen schieden aus dem Wettbewerb aus. Es gab Insolvenzen bei mittelgroßen Minenkonzernen. Das Vertrauen der Anleger ging verloren; die Aktienkurse landeten im Keller.

Die überlebenden Unternehmen haben aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt. Unrentable Minen wurden geschlossen, Schulden reduziert. Die größten Fortschritte sind bei den Goldminen zu beobachten. In der Folge gehen die Überkapazitäten sukzessive zurück. Aktuell findet eine Bodenbildung statt. Die Preise für Gold, Öl und Kupfer haben sich von ihren Tiefstständen bereits massiv erholt, wenn auch unter starken Schwankungen.

Nach den Kurseinbrüchen der letzten Jahre ist der Pessimismus immer noch groß. Genau diese Konstellation schafft historisch die besten Kaufgelegenheiten. Der Wettbewerb auf der Käuferseite ist in solchen Phasen praktisch nicht vorhanden. Die saftigsten Weiden sind selten dort zu finden, wo schon alle grasen.

Trotz der guten Aussichten gibt es bei Rohstoffaktien einige Regeln. So sollten Anleger das Investmentrisiko auf mehrere Qualitätsunternehmen verteilen und die Gewichtung des Rohstoffsektors im Depot auf maximal 15 bis 20 Prozent zu begrenzen.

Über den Autor

Rainer LaborenzRainer Laborenz ist Geschäftsführer der azemos Vermögensmanagement gmbh in Offenburg.
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