Schon André Kostolany wollte mit seinem Zitat „Kaufen Sie Aktien, nehmen Sie Schlaftabletten und schauen Sie die Papiere nicht mehr an. Nach vielen Jahren werden Sie sehen: Sie sind reich.“ vor allem eins verdeutlichen: Oft ist es die beste Strategie, sich nicht von den heftigen Kursschwankungen der Märkte beunruhigen zu lassen. Stattdessen sollte man besser die langfristige Entwicklung von Aktieninvestments im Hinterkopf behalten. Die große Herausforderung dieser überlegenen Strategie ist jedoch die benötigte Disziplin. Schließlich möchte niemand wirklich 10 Jahre verschlafen. Die Börsenentwicklung bringt es eben mit sich, dass sich die einzelnen Investments unterschiedlich entwickeln. Das ursprüngliche Verhältnis von Risiko und Rendite gerät daher mit der Zeit aus dem Gleichgewicht, wenn beispielsweise die Aktienkurse stark gestiegen sind. Allerdings gibt es eine Möglichkeit mit der man gegensteuern kann. Das sogenannte Rebalancing sorgt dafür, dass die ursprünglichen Gewichtungen der einzelnen Investments wiederhergestellt werden. Wir erklären, wie das System funktioniert, und worauf Anleger achten sollten.

Jedes Portfolio weicht mit der Zeit von den ursprünglichen Gewichtungen ab

Selbst wenn ein Anleger aus weiser Voraussicht sein Portfolio an seiner eigenen Risikoeinstellung und den Renditeerwartungen ausgerichtet hat, verändert sich mit der Zeit die Aufteilung des Kapitals auf die Positionen der einzelnen Anlageklassen. Aktien sind klassische Renditebringer – auf lange Sicht haben sie bislang fast immer positive Erträge erbracht. Anleihen dienen dagegen als Ruhepol im Portfolio und sind geeignet, Schwankungen auszugleichen. Auch innerhalb der einzelnen Anlageklassen sollten Anleger streuen, um nicht zu stark von der Entwicklung einzelner Regionen oder Branchen abhängig zu sein. Eine solche Strategie lässt sich kostengünstig mit ETFs umsetzen, ein Investor kann beispielsweise ein Depot aufbauen, dass zur Hälfte aus Aktien und zur Hälfte aus Anleihen besteht.

Mit der Zeit verändern sich die einzelnen Positionen jedoch sehr unterschiedlich. Das hat zur Folge, dass das Portfolio von der ursprünglichen Ausrichtung und daher auch von der angepeilten Risikotoleranz des Anlegers abweicht. Unser 50/50-Portfolio kann zum Beispiel nach einiger Zeit zu 60 % aus Aktien bestehen, wenn die Kurse der Aktien stark gestiegen sind. Gleich bleibt allerdings regelmäßig die Risikoeinstellung des Investors. Diese verändert sich in der Regel nur dann, wenn sich Vermögenssituation und Ziele des Anlegers grundsätzlich verändern. Ein reiner Buy-and-Hold-Ansatz, bei dem Positionen einmal gekauft und dann einfach liegen gelassen werden, reicht daher für den langfristigen Anlageerfolg oft nicht aus.

Rebalancing stellt die ursprüngliche Allokation wieder her

Stattdessen sollten Anleger ihr Portfolio in regelmäßigen Abständen überprüfen, zum Beispiel zum Jahresbeginn. Anschließend sollten sie die ursprüngliche Allokation wiederherstellen. Dieses Nachjustieren der Strategie wird Rebalancing genannt und ist einfach umzusetzen. Beim Rebalancing werden Vermögenswerte, die sich im Vergleich zur Durchschnittsentwicklung des Portfolios besser entwickelt haben, verkauft. Anschließend kauft man solche Positionen, die sich relativ schlechter entwickelt haben, zu. Nun entspricht das Depot wieder der ursprünglich angestrebten Allokation und es besteht wieder Einklang mit den Risiko- und Renditeerwartungen des Investors.

Ein Manko dieser Strategie sind anfallende Transaktionskosten, denn jeder zusätzliche Börsenhandel kostet zunächst einmal Geld. Daher lohnt sich Rebalancing nur, wenn die Abweichungen bereits stärker ausgeprägt sind. Zudem fallen bei Veräußerungen von Anteilen mit Gewinn Steuern an, die die Performance des Portfolios belasten können. Allerdings sollten Anleger die Risikominimierung gegenüber der Steueroptimierung bevorzugen und bei kleineren Vermögen reicht meist der Steuerpauschbetrag schon aus, um Steuerzahlungen zu vermeiden.

Antizyklisches Investieren bringt Stabilität ins Portfolio

Um den Effekt der Strategie, welche im Grunde nur eine automatisierte antizyklische Investititonsmethode ist, auf die langfristige Portfolioentwicklung zu verdeutlichen, ist ein Beispiel gut geeinigt. Wir vergleichen zwei simple Portfolios bestehend 50 Prozent Aktien und 50 Prozent Anleihen. Die Daten für das 50/50-Portfolio mit Rebalancing werden und vom Robo-Advisor growney ( Zum Testbericht) bereitgestellt. Der Startzeitpunkt der Anlage ist der 1. Januar 2004 und wir haben jeweils 10.000 Euro zur Verfügung.

Rebalancing stellt die ursprüngliche Allokation wieder her
Quelle: growney ( Zum Testbericht)

Ende Dezember 2016 ist das Kapital durch einen Buy-and-Hold-Ansatz auf stolze 21.293,62 Euro angewachsen – das entspricht einem Wachstum von 112,9 Prozent oder einer jährlichen Rendite von 5,99 Prozent.

Die Variante mit dem regelmäßigen Rebalancing, das grow50-Portfolio, ist dagegen auf 22.565,72 Euro angewachsen – was einem Zuwachs von 125,6 Prozent oder einer per anno Verzinsung von 6,46 Prozent entspricht. Sämtliche Transaktionskosten für das jährliche Umschichten sind hier bereits einberechnet.

StrategieBetragWachstumRendite p. a.
Buy-and-Hold21.293,62 €112,9 %5,99 %
Rebalancing22.565,72 €125,6 %6,46 %

 

Dieser Backtest zeigt, dass Rebalancing dazu beitragen kann, die Renditeentwicklung des Portfolios langfristig zu verbessern. Nichtsdestotrotz sollte der Effekt der Risikoanpassung im Vordergrund stehen. Denn da genau die Positionen verkauft werden, die sich besser entwickelt haben, werden nicht nur Gewinne gesichert, sondern auch Risiken gemindert. Parallel kaufen Anleger genau in den schlecht gelaufenen Segmenten und profitieren so von günstigeren Einstiegskursen. Dieses antizyklische Handeln sorgt zugleich dafür, dass die Anleger von eventuellen Marktübertreibungen weniger stark betroffen sind.

Ein regelmäßiges Rebalancing hält das Portfolio im Gleichgewicht und sollte daher für jeden Privatanleger Pflicht sein. Die langfristigen Vorteile überwiegen die Kosten bei weitem. So ist sichergestellt, dass die Balance zwischen Risiko und Renditeerwartungen auch langfristig gewahrt bleibt.

Mehr über den Robo-Advisor growney und das grow50-Portfolio erfahren Sie auf der growney-Themenseite.

growney Testbericht

Bei growney ragen vor allem die Bereiche Kosten und Service heraus. Gerade mit sehr niedrigen Servicegebühren (ab 50.000 €) und einem weitreichenden und sehr kundenfreundlichen Serviceangebot kann der Robo-Advisor punkten. Das Angebot von growney ist mit fünf Anlagestrategien zufriedenstellend aber ausbaufähig.

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Nach seiner Ausbildung zum Bankkaufmann studierte Franz Rieber Informationsorientierte Betriebswirtschaftslehre und hat einen Master-Abschluss in Finance & Banking. Seit 2016 ist Franz Rieber für die Isarvest GmbH tätig und für das Projektmanagement und die Kundenbetreuung verantwortlich.