Kinder mit einem ETF-Sparplan können der Volljährigkeit hoffnungsvoll entgegenblicken.
Kinder mit einem ETF-Sparplan können der Volljährigkeit hoffnungsvoll entgegenblicken.

Omas und Opas wollen für ihre Enkel nur das Beste – auch finanziell. Doch was ist das Beste?

Omas und Opas denken häufig an die Zukunft ihrer Enkel. Wäre es nicht schön, dem Nachwuchs zum 18. Geburtstag ein hübsches Sümmchen zu überlassen? Der Führerschein, das erste Auto, ein Studium, ein Auslandsjahr oder eine eigene Wohnung – junge Erwachsene brauchen in vielen Fällen ein kleines Vermögen. Ein Vermögen, das sie ohne Hilfe selten haben. Doch gerade für Kinder lässt sich sehr langfristig und damit effizient sparen.

Rendite trotz Minizinsphase

Wenn sich Großeltern um ein Finanzpolster für den Nachwuchs bemühen, erfolgt das häufig nach der Devise: Gut gemeint, aber schlecht in der Wirkung. Denn das klassische Sparbuch ermöglicht seit Jahren keine nennenswerten Renditen. Im Gegenteil: Inflationsbedingt geht sogar Geld verloren. „Das Vermögen der Bürger wird so stark wie lange nicht mehr entwertet “, stellte der Ökonom und Präsident des Ifo-Instituts Clemens Fuest bereits 2016 fest. So fällt der angestrebte finanzielle Grundstock später sehr viel kleiner aus als erwartet.

Doch keine Sorge, es gibt Alternativen dazu. Eine Variante ist die Anlage in Wertpapieren. Trotz aller Schwankungen sind die langfristigen Renditeaussichten deutlich attraktiver als beim Sparbuch. Das zeigt sich am Dax. Der deutsche Leitindex startete vor gut 30 Jahren mit 1.163 Punkten. Heute liegt er bei mehr als 11.000 Punkten, eine Steigerung um knapp das Zehnfache.

Schwankungen begrenzen

Wer an die Börse geht, muss langfristig denken. Das kurzfristige Auf und Ab gehört einfach dazu. Aber wenn Sie etwa für ein fünfjähriges Kind sparen, sollten zwischenzeitliche Abstürze an der Börse im Regelfall bis zum 18. Geburtstag wieder mehr als wettgemacht sein. Klar ist aber auch: Welche Papiere künftig zu den Gewinnern zählen, lässt sich nicht mit Sicherheit bestimmen. Somit ist eine breite Streuung des Kapitals unbedingt nötig. Börsenschwankungen können Sparern weniger anhaben, wenn das Geld in verschiedene Anlageklassen wie Aktien und Anleihen, Regionen oder Branchen fließt. Besonders effektiv und unkompliziert geht das mit börsengehandelten Indexfonds, sogenannten ETFs. Sie bilden schlicht und einfach einen Marktindex ab, wie den Dax ab. Da der Dax aber lediglich 30 Unternehmen aus Deutschland enthält, ist er für langfristiges Sparen nur bedingt geeignet. Wer dagegen den monatlichen Sparbeitrag für das Enkelkind beispielsweise in den MSCI World anlegt, verteilt das Kapital auf mehr als 1.600 Aktien aus mehr als 20 Industrieländern.

Auf die Kostenbremse drücken

Neben der breiten Streuung warten ETFs mit einem weiteren Plus auf: Sie sind im Vergleich zu klassischen Fonds günstiger. So schätzen auch Verbraucherschützer die geringen Kosten. Weil sie keine aktive Anlagestrategie verfolgen, können sie auf ein teures Management verzichten. Davon profitieren Verbraucher massiv.

Viele Großeltern setzen auf das Sparbuch, weil ihnen Flexibilität wichtig ist. Doch ETFs sind sehr flexibel. „Sparer können ihre Anteile in der Regel jederzeit verkaufen, egal ob teilweise oder komplett“, erklärt Gerald Klein, Gründer und Geschäftsführer des Robo-Adivsor-Anbieters Growney ( Zum Testbericht). Will ein Enkel etwa den Führerschein machen, kann ein Teil des angesparten Geldes dafür entnommen werden.

Durchführungswege

Oma und Opas, die für ihre Enkel in ETFs investieren möchten, können dies am einfachsten auf eigenen Namen tun. Somit brauchen sie keine schriftliche Zustimmung der Eltern, die für Enkelkonten ansonsten nötig sind. Bei einigen Anbietern können Sparer in ihrem Depot ein spezielles Unterdepot hinzufügen und für ihre Enkel sparen. Sobald das 18. Lebensjahr erreicht ist, können die Wertpapiere in das Depot des Enkels übertragen werden. Das geschieht oft kostenlos, ist aber steuerpflichtig. Alternativ können Großeltern ihr Enkelkind als Bezugsberechtigten eines Depots im Testament festlegen. Das lässt die Großeltern möglicherweise ruhiger schlafen und irgendwann kommt es dem Nachwuchs ohnehin zugute.

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Thomas Brummer war nach dem Betriebswirtschaftsstudium für das Anlegermagazin „Der Aktionär“ tätig. Im Anschluss schrieb er mehr als vier Jahre für das Verbraucherportal biallo.de und einige Tageszeitungen, wie Münchner Merkur, Rhein Main Presse, Frankfurter Neue Presse oder Donaukurier. Währenddessen hospitierte er in der Wirtschaftsredaktion der Rheinischen Post in Düsseldorf. Seit 2018 schreibt er für extra-funds.de und das EXtra Magazin.