ETF Securities Rohstoffbericht
Der ETF-Securities Rohstoffbericht bietet einen Überblick über die wöchentlichen Entwicklungen der verschiedenen Rohstoff-Sektoren des ETF-Marktes.

„Gold-ETPs (A0LP78) verzeichneten aufgrund der politischen und administrativen Unsicherheit in der vierten Woche in Folge starke Zuflüsse. Bei Rohöl wurden trotz der OPEC-Förderkürzungen zum vierten Mal hintereinander Gewinne mitgenommen. Bei Erdgas-ETPs (A0KRJ3) kam es zu den höchsten Zuflüssen seit Juni 2015.       Kupfer weist die höchsten Abflüsse seit 14 Wochen auf. Es entwickelt sich damit gegen den Trend der übrigen Industriemetalle, bei denen wir Zuflüsse verzeichneten“, das berichtet ETF Securities im Rohstoffbericht KW 08. US-Dollar-Positionen seien zudem abgestoßen worden, da der Fed wegen der fehlenden Klarheit der Trump-Administration die Hände gebunden seien.

Politische Risiken in Europa treiben Anleger in Gold

„Gold-ETPs (A0N62G) verzeichneten aufgrund der politischen und administrativen Unsicherheit starke Zuflüsse, die in der vierten Woche in Folge einen Zahn zulegten. Seine defensiven Merkmale machen Gold zu einem bevorzugten Anlagewert, da die Eurozone kurz vor den Wahlen in Frankreich und den Niederlanden mit einer hohen politischen Unsicherheit behaftet ist. Die EZB hat andererseits eine vorübergehende Abweichung vom Kapitalschlüssel angedeutet, um in Zusammenhang mit ihrem quantitativen Lockerungsprogramm die Probleme mit dem begrenzten Anleihepool zu umgehen“, so ETF Securities im Rohstoffbericht KW 08. Wahrscheinlich werde die Ausweitung der quantitativen Lockerung den Euro noch mehr unter Druck setzen und Gold als Versicherung gegen die geldpolitische Abwertung ins Zentrum des Anlegerinteresses rücken. „Die Zuflüsse in Gold befanden sich in der vergangenen Woche mit insgesamt 192,1 Mio. USD entsprechend auf einem 30-Wochen-Hoch“, ergänzt Jan-Hendrik Hein, Associate Director – Head of German Speaking Regions von ETF Securities.

Rohstoffbericht KW 08: Gewinnmitnahmen bei Rohöl

Bei Rohöl (A0KRJX) seien trotz der OPEC-Förderkürzungen zum vierten Mal hintereinander Gewinne mitgenommen worden. OPEC-Generalsekretär Barkindo zeigte sich zuversichtlich, dass das Kartell die Einhaltung der vereinbarten Förderkürzung gegenüber Januar verbessern und dauerhaft über 90 Prozent halten könne. Die Anleger sind davon allerdings weniger überzeugt. „Unseres Erachtens wird der Druck auf die Rohölpreise kurzfristig nicht nachlassen, da die Förderung und die Lagerbestände in den USA weiter zunehmen. Die Abflüsse aus Rohöl-ETPs, in der vergangenen Woche immerhin 12 Mio. USD, betrafen hauptsächlich Rohöl der Sorte WTI“, sagt Hein.

Schnäppchenjäger setzten auf Erdgas

Bei Erdgas-ETPs (A0KRJ3) kam es nach einem Preisrückgang um weitere 6,6 Prozent zu den höchsten Zuflüssen seit Juni 2015. Die Erdgaspreise fielen auf den tiefsten Stand seit Anfang November, da das in den USA für die Jahreszeit zu warme Wetter überall die Nachfrage einbrechen ließ. „Der scharfe Preisrückgang hat die Schnäppchenjäger auf den Plan gerufen, sodass es bei Erdgas mit 12,8 Mio. USD zu den höchsten Zuflüssen seit 20 Monaten kam“, sagt Hein.

Hohe Abflüsse bei Kupfer

Kupfer (A0KRJU) verzeichnete gegen den Trend der übrigen Industrie­metalle die höchsten Abflüsse seit 14 Wochen. Die Gewinnmitnahmen der Anleger beliefen sich in der zurückliegenden Woche auf insgesamt 21,9 Mio. USD. Der Kupferpreis selbst profitierte von Ausfällen, die beinahe 12 Prozent der globalen Förderleistung betreffen. Sollten sie noch einige Wochen andauern, wird der Kupfermarkt wahrscheinlich auch 2017 ein Angebotsdefizit aufweisen. „Die tiefen Investitionseinschnitte, die in den letzten Jahren zu beobachten waren, brauchen länger, bis sie zu einer wesentlichen Verringerung des Angebots führen. Die Kupferbestände könnten daher noch einige Jahre lang erhöht bleiben“, sagt Hein.

Abgaben bei US-Dollar-ETPs

US-Dollar-ETPs verzeichneten mit 7 Mio. USD in der dritten Woche in Folge Abflüsse. „Die fehlende Klarheit der Trump-Administration wirkt sich negativ aus. Wir rechnen für die kommenden Wochen mit einer anhaltenden US-Dollar-Schwäche, da die Fed vor der Veröffentlichung des Haushaltsplans von Präsident Trump, die für Mitte März erwartet wird, nicht an den Zinsen rühren wird“, sagt Hein.

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Uwe Görler ist seit dem Jahr 2011 Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“, die Online-Plattform extra-funds.de und diverse Medienprojekte der Isarvest GmbH rund um das Thema ETFs und Robo-Advisors. Davor schrieb der gebürtige Dresdner in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und verfasste Beiträge zu den Themenbereichen Wirtschaft & Finanzen sowie Gesundheit für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.