ETF Securities Rohstoffbericht
Der ETF-Securities Rohstoffbericht bietet einen Überblick über die wöchentlichen Entwicklungen der verschiedenen Rohstoff-Sektoren des ETF-Marktes.

„Bei Gold kam es nach zweiwöchigen Zuflüssen erneut zu Abflüssen. Fallende Zuckerpreise ziehen Schnäppchenjäger an. In Short-USD-Long-EUR-ETPs flossen 6,7 Mio. USD, da Anleger antizyklische Wetten eingingen“, so fasst ETF Securities das Marktgeschehen im Rohstoffbericht KW 18 zusammen.

Gold: Koreanisches Gipfeltreffen kostete geopolitische Prämie

Bei Gold kam es nach zweiwöchigen Zuflüssen erneut zu Abflüssen“, heißt es weiter. Die steigenden Treasury-Renditen und der aufwertende US-Dollar hätten die Goldpreise um 1,1 Prozent gedrückt und zu Abflüssen aus Gold-ETPs (A0LP78) von 23,1 Mio. USD geführt. Die mehrwöchigen Zuflüsse, in denen Gold vom zunehmenden geopolitischen Risiko profitiert habe, seien damit zu Ende gegangen. Das historische Gipfeltreffen zwischen Nord- und Südkorea in der vergangenen Woche habe zu dem Übereinkommen geführt, „alle feindlichen Akte gegeneinander künftig zu unterlassen“ und die Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel anzugehen. Dies habe Gold einen Teil seiner geopolitischen Prämie gekostet.

Fallende Zuckerpreise ziehen Schnäppchenjäger an.

„Bei Long-Zucker-ETPs (A0KRJ8) kam es in der letzten Woche mit 8,9 Mio. USD zu den höchsten Zuflüssen seit Januar 2015. Aufgrund des reichlichen globalen Angebots rutschten die Zuckerpreise seit Jahresanfang um 23 Prozent ab. Zucker steht unter Druck, seit die EU die Exportquoten im letzten Jahr aufgehoben hat und große Rohzuckerproduzenten wie Brasilien und Indien erhebliche Mengen auf den Markt bringen. Vor Beginn der Saison 2018/19 gibt es aber Spekulationen, dass Brasilien im Zuge der gestiegenen Rohölpreise mehr Zuckerrohr in die Ethanolproduktion lenken wird“, berichtet ETF Securities im Rohstoffbericht KW 18. Ethanol ist in Brasilien eine Kraftstoffalternative, da dort die meisten Autos mit Benzin und Ethanol gleichermaßen fahren. Damit stünde weniger Zuckerrohr für Zucker zur Verfügung und die Preise könnten steigen.

Sinkender Autoabsatz sorgte für Abflüsse bei Platin und Palladium

„Bei Platin- (A0N62D) und Palladium-ETPs (A0N62E) kam es nach schwachem Autoabsatz zu Abflüssen. Aus Platin-ETPs flossen 7,1 Mio. USD und aus Palladium-ETPs 10,6 Mio. USD ab“, so der Rohstoffbericht KW 18. Beide Metalle würden in Katalysatoren zum Einsatz kommen und reagierten daher empfindlich auf den Autoabsatz. „In Europa wurden im März 5,3 Prozent weniger Pkw als im Vorjahr (der erste Rückgang im März seit 2014) und 2,5 Prozent weniger Nutzfahrzeuge verkauft“, heißt es weiter.

Anleger setzen antizyklisch auf wieder stärkeren Euro

In Short-USD-Long-EUR-ETPs seien 6,7 Mio. USD geflossen, da Anleger antizyklische Wetten eingingen. „In der Woche, in der zehnjährige US-Staatsanleihen erstmals seit 2014 wieder kurzzeitig über 3 Prozent standen und sich die aufgestaute Kraft des US-Dollar Bahn brach, schienen ETP-Anleger eine antizyklische Haltung einzunehmen. Der US-Dollar-Korb legte um 1,4 Prozent zu, wobei der Dollar insbesondere gegenüber dem Euro (1,6 Prozent) gewann“, so ETF Securities im Rohstoffbericht KW 18. Der Euro habe  am stärksten am Donnerstag abgewertet, als die EZB eingeräumt habe, dass die Wirtschaftsdaten schwach ausgefallen seien und die konjunkturellen Entwicklungen im zweiten Quartal genauer Beobachtung bedürften. „EZB-Präsident Draghi hob in seinem ausgewogenen Kommentar zwar hervor, dass die Schwäche vorübergehenden Faktoren und unter anderem dem Wachstumsschub am Jahresende 2017 geschuldet sein könnte, aber seine Haltung wurde vom Markt als insgesamt zögerlich angesehen. ETP-Anleger scheinen trotzdem der Meinung zu sein, dass der Euro die Verluste der letzten Woche wieder aufholen wird“, so ETF Securities abschließend im Rohstoffbericht KW 18.

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Uwe Görler ist seit dem Jahr 2011 Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“, die Online-Plattform extra-funds.de und diverse Medienprojekte der Isarvest GmbH rund um das Thema ETFs und Robo-Advisors. Davor schrieb der gebürtige Dresdner in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und verfasste Beiträge zu den Themenbereichen Wirtschaft & Finanzen sowie Gesundheit für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.