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Rohstoffbericht KW 28: Silber mit Aufholpotential zu Gold

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ETF Securities Rohstoffbericht
Der ETF-Securities Rohstoffbericht bietet einen Überblick über die wöchentlichen Entwicklungen der verschiedenen Rohstoff-Sektoren des ETF-Marktes.

„Höchste Zuflüsse seit sieben Wochen zeigen, dass Anleger bei Silber Aufholpotenzial zu Gold sehen. Wegen des ungewissen Ausblicks wurden erstmals seit Ende Mai Gelder aus Rohöl-ETPs abgezogen. Kupfer-ETPs führten mit den höchsten Zuflüssen seit 16 Wochen den Industriemetallbereich an. Gewinnmitnahmen ließen die Abflüsse aus Weizen auf ein Zweijahreshoch von 23 Mio. USD steigen“, das berichtet ETF Securities zusammenfassend im aktuellen Rohstoffbericht KW 28.

Silber (A0N62F), das die höchsten Zuflüsse seit sieben Wochen verzeichnet habe, sei gesucht, da die Anleger gegenüber anderen Edelmetallen (A0N62H) Aufholpotential sehen würden. „Mit einem Rückgang von fast 3 Prozent ist Silber 2017 der Nachzügler im Edelmetallsektor. Nur Platin ist noch im Minus. Wie die Entwicklung unterstreicht, hat sich die Industrienachfrage noch nicht eingestellt, und so lagert an der COMEX so viel Silber wie zuletzt im April 1995“, berichtet ETF Securities im Rohstoffbericht KW 28. Zugleich übten die steigenden Realrenditen Druck auf Gold aus, und da die Risikobereitschaft steige, sei Silber zurückgeblieben, sodass das Gold-Silber-Verhältnis mit 76 (je höher der Wert, desto günstiger ist Silber relativ zu Gold) den höchsten Stand seit 15 Monaten erreicht habe. „Nach den höchsten Zuflüssen seit sieben Wochen zu urteilen (34,9 Mio. USD), rechnen Anleger mit einer Trendumkehr“, sagt Jan-Hendrik Hein, Director – Head of German Speaking Regions, ETF Securities.

Aufgrund des ungewissen Ausblicks seien erstmals seit Ende Mai wieder Gelder aus Rohöl-ETPs (A1N49P) abgezogen worden. Trotz des überraschend hohen Rückgangs der US-Lagerbestände um 6,2 Mio. Barrel stelle sich die Frage, ob der Rohölmarkt 2017 ein Gleichgewicht finde. Denn nach der folgenden kurzen Rallye würden die Rohölpreise wieder dem Pessimismus erliegen. Die US-Rohölbestände seien gegenüber dem Rekord Ende März zwar um 6 Prozent gefallen, sie würden in dieser Höhe aber immer noch die Bemühungen der OPEC untergraben, die das Angebot angesichts der schleppenden Nachfrage senken möchte. „Rohöl-ETPs (A0KRJX) verzeichneten daher zum ersten Mal seit sechs Wochen Abflüsse, die sich auf 18,8 Mio. USD beliefen“, so Hein.

Kupfer-ETPs (A0KRJU) führten den Industriemetallbereich mit den höchsten Zuflüssen seit 16 Wochen an (19,9 Mio. USD). Obwohl Kupfer-ETPs zum achten Mal in Folge Zuflüsse verzeichnet hätten, täusche der Optimismus des Sektors darüber hinweg, dass die zugrunde liegende Nachfrage gedämpft bleibe: Die globalen Vorräte hätten in der vergangenen Woche zugenommen, auch wenn sie unter den Mehr­jahreshochs vom Februar 2017 geblieben seine. „Da für 2017 ein Angebotsdefizit vorausgesagt wird und die International Copper Study Group einen Anstieg der Nachfrage prognostiziert, dürfte sich die Rallye allerdings fortsetzen“, so Hein.

Gewinnmitnahmen hätten zudem die Abflüsse aus Weizen auf ein Zweijahreshoch von 23 Mio. USD steigen lassen. Dass Weizen-ETPs (A0KRJ9) in der dritten Woche in Folge Abflüsse verzeichnet hätten, zeige, dass der Optimismus über die Nachhaltigkeit der jüngsten Weizenrallye rasch nachlasse. Als aufgrund der Trockenheit Sorgen über die
US-Ernte aufgekommen seien, habe es eine Preisexplosion bei den Weizenpreisen gegeben. „Die Wetterlage wird sich wohl hauptsächlich auf die Ernte des Sommerweizens auswirken. Winterweizen könnte Einbußen erleiden, da die Erntequalität weniger betroffen ist“, sagt Hein.