ETF Securities Rohstoffbericht
Der ETF-Securities Rohstoffbericht bietet einen Überblick über die wöchentlichen Entwicklungen der verschiedenen Rohstoff-Sektoren des ETF-Marktes.

Gold bleibt mit Zuflüssen von über 1 Mrd. USD seit dem EU-Referendum der Lieblingswert der Anleger. Ausgestiegen wird aus GBP-Positionen, da das Pfund weiter fällt. Investoren, die über die Brexit-Kater hinausblicken, konzentrieren sich auf die angespannte Situation auf den Märkten für Industriemetalle. Die Jagd nach Rendite führt zudem in den Markt der Schwellenmarktanleihen. berichtet zusammenfassend ETF Securities im aktuellen Rohstoffbericht KW 28.

Goldzuflüsse auf höchstem Stand seit fünf Monaten

In der vergangenen Woche richtete sich das Interesse vor allem auf die US-Beschäftigungszahlen, die mit 287.000 neuen Stellen im Juni positiv überraschten. Die Konjunkturerholung in den USA bleibt auf Kurs, zumal auch das Lohnwachstum weiter an Dynamik gewinnt. Nun ist die September-Sitzung der Fed das nächste Ereignis von größerer Bedeutung. Seit dem EU-Referendum sind über 1 Mrd. USD in Gold geflossen, da sich die Anleger angesichts der anhaltenden Unsicherheit defensiver positionieren. Die Zuflüsse in Gold-ETPs (A0N62F) befanden sich auf dem höchsten Stand seit fast fünf Monaten. „Gold wird weiterhin von der niedrigen Realverzinsung und der weltweiten wirtschaftlichen Unsicherheit unterstützt, wobei die jüngste Stärke des US-Dollar derzeit nur eine untergeordnete Rolle spielt“, meint Jan-Hendrik Hein, Director – Head of German Speaking Regions. Der Goldpreise stieg im vergangenen Monat um über 6 Prozent sprunghaft an. In demselben Zeitraum explodierte Silber um 15 Prozent, was zu Gewinnmitnahmen führte. Nachdem der Silberpreis in der letzten Woche den höchsten Stand seit Juli 2014 erreicht hatte, wurden aus Silber-ETPs (A1DFSA) 68 Mio. USD abgezogen, soviel wie seit Oktober 2014 nicht mehr.

Short-GBP-Positionen auf 27-Monatshoch

Die Abflüsse aus Pfund Sterling erreichten den höchsten Stand seit April 2014, da der Brexit den wirtschaftlichen Ausblick eintrübt. Stagflation könnte in Großbritannien wirtschaftliche Realität werden, wenn die Investitionstätigkeit der Unternehmen ins Stocken gerät und die Verbraucher für importierte Güter höhere Preise zahlen müssen, weil das schwache Pfund die Inflation anheizt. Da das Pfund Sterling seinen Weg abwärts fortsetzt, stiegen die Positionen in GBP-Short-ETPs in der vergangenen Woche mit insgesamt 42 Mio. USD auf ein 27-Monats-Hoch. „Die frei werdenden Mittel wurden überwiegend zur Errichtung von Long-Positionen in Euro eingesetzt“, so Hein.

Aluminium und Kupfer gefragt

Industriemetalle (A0SVX7) verzeichneten Zuflüsse, da den Anlegern langsam deren angespannte fundamentale Situation bewusst wird, so der Rohstoffbericht KW 28. Angeführt wurde der Sektor von Aluminium (A0KRJS), in das so viel Geld wie seit 13 Monaten nicht mehr floss, insgesamt 22 Mio. USD. Zu den höchsten Abgängen bei den globalen Lagerbeständen kam es in den letzten Monaten bei Aluminium und Kupfer (A0KRJU), was auf eine angespannte Marktsituation hindeutet. Auch die Kürzungen der chinesischen Aluminiumproduzenten sorgten für anhaltend gute Stimmung, und obgleich die globale Produktion laut Mai-Statistik des International Aluminium Institute um 4 Prozent zum Vormonat zunahm, liegt sie immer noch 1 Prozent unter der des Vorjahres.

 

Interesse an News zu ETFs und Geldanlage?

Unser kostenloser Newsletter hält Sie auf dem Laufenden.

Uwe Görler ist seit dem Jahr 2011 Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“, die Online-Plattform extra-funds.de und diverse Medienprojekte der Isarvest GmbH rund um das Thema ETFs und Robo-Advisors. Davor schrieb der gebürtige Dresdner in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und verfasste Beiträge zu den Themenbereichen Wirtschaft & Finanzen sowie Gesundheit für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.