Gerade im Rohstoff-Bereich haben passive Produkte einen hohe Marktdurchdringung.
Rohstoffe, wie Gold, sind bei passiven Investoren hoch im Kurs.

Dass passive Fonds auch im neuen Jahr überdurchschnittlich wachsen, war absehbar. Doch die Marktdurchdringung passiver Fonds ist laut Zahlen von Morningstar besonders hoch. „Mit Blick auf die unterschiedlichen Asset-Klassen dominieren passiv gemanagte Fonds den Bereich physischer Rohstoffe mit einem Marktanteil von 76 Prozent“, ist bei Morningstar zu lesen. Zum Vergleich: Am europäischen Aktienmarkt verhalten sich die Anleger nahezu spiegelverkehrt. ETFs erreichen hier einen Anteil von 26,2 Prozent. Im Fixed-Income-Bereich ­– also im Bereich festverzinslicher Wertpapiere – liegt der Anteil demnach bei weniger als zwölf Prozent. Noch krasser sei das Missverhältnis bei Mischfonds, Wandelanleihenfonds und Immobilienfonds. Dort würden Indexfonds eine vernachlässigbare Rolle einnehmen.

Gänzlich anders stellt sich laut dem Bericht die Situation bei alternativen Fonds dar. Während aktiv gemanagte Produkte typischerweise Hedgefonds-Strategien nachahmen, liegt der Löwenanteil des Vermögens passiver alternativer Fonds in ETPs, die Hebel- und Short-Strategien implementieren. Hebelprodukte zeichnen sich durch eine sehr hohe Direktionalität aus. Diesen Unterschied gelte es bei der Analyse der Mittelflüsse in aktiv verwaltete und passive alternative Fonds zu beachten.

ETF und aktive Fonds: Zufluss in Aktien

In absoluten Zahlen konnten gemanagte Aktienfonds im Januar passive schlagen. So verbuchten Manager aktiver Aktienfonds Nettomittelzuflüsse von 26,4 Milliarden Euro. Passive erreichen ein Nettoplus von 16,4 Milliarden Euro. Angesichts des insgesamt aber noch deutlich kleineren ETF-Markts wachsen passive Aktienfonds deutlich rasanter.

Bei Rentenfonds sind die Unterschiede in absoluten Zahlen wesentlich erheblicher. So sammelten passive Rentenfonds im ersten Monat des Jahres netto 2,8 Milliarden Euro ein, während aktiv gemanagte Bond-Fonds 19,9 Milliarden Euro für sich vereinnahmen konnten. Doch relativ gesehen hielt sich das Wachstum der beiden Fondstypen in etwa die Waage. Rentenfonds scheinen daher immer noch ein stabiler Markt für aktive Manager zu ein.

Das meiste Netto-Neugeld bei alternativen Fonds, das auf aktive alternative Fonds entfiel, wurde in alternative Long/Short-Rentenfonds investiert. Das spiegle die Bedenken vieler Anleger über die Entwicklung dieser Asset-Klasse wider, in der die Bewertungen sehr hoch und die Renditeperspektiven schwach sein. Sogenannte Multistrategy-Fonds konnten auch erfolgreich vertrieben werden. Dagegen mussten die Kollegen von der Passiven-Denkschule bei alternativen Fonds Mittelabflüsse in Höhe von 380 Millionen Euro hinnehmen. Die Gelder wurden im Wesentlichen aus Aktien- und Rohstoffvehikeln abgezogen.

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Thomas Brummer war nach dem Betriebswirtschaftsstudium für das Anlegermagazin „Der Aktionär“ tätig. Im Anschluss schrieb er mehr als vier Jahre für das Verbraucherportal biallo.de und einige Tageszeitungen, wie Münchner Merkur, Rhein Main Presse, Frankfurter Neue Presse oder Donaukurier. Währenddessen hospitierte er in der Wirtschaftsredaktion der Rheinischen Post in Düsseldorf. Seit 2018 schreibt er für extra-funds.de und das EXtra Magazin.