Rohstoffe sind seit Jahresbeginn die am besten performende Assetklasse
Rohstoffe konnten seit Jahresbeginn andere Asset-Klassen wie Anleihen oder Aktien outperformen.

Wer beim Öl-Investment zu Aktien greift, umgeht zwar den Rolleffekt, das Optimum im Sinne einer hohen Diversifikation wird allerdings nicht erreicht. Was Anleger über Investitionen in Rohstoffe wissen müssen.

Erst der höchste Turm der Welt, dann ein riesiges Ölfeld – Dubai kann sich aktuell über zu wenig Presse nicht beklagen. Während der Burj Khalifa aber für jeden unübersehbar in den Himmel ragt, liegt das Ölfeld tief unten auf dem Meeresgrund. Seine Existenz wird angezweifelt. Unabhängig davon zeigt die Mitteilung: Zwar hat das Emirat eine weitgehende Unabhängigkeit vom Öl erreicht, nun muss das Schwarze Gold jedoch wieder als Hoffnungsträger herhalten. Auch bei Anlegern ist der Rohstoff noch lange nicht abgeschrieben. ETFs und Zertifikate eröffnen einen Zugang zu diesem Markt.

Dabei halten Emittenten inzwischen zahlreiche Möglichkeiten bereit, den ärgerlichen Roll-Effekt zu umgehen. Denn Öl wird über Future-Kontrakte gehandelt. Für Produkte, die sich direkt auf den Ölpreis beziehen, muss beim Auslaufen des Kontrakts in einen länger laufenden gerollt werden. Da dieser beim Öl klassischerweise teurer ist als der laufende Kontrakt, entstehen Verluste.

Rohstoffe: Contango und Backwardation beeinflussen die Indexrendite

Um die Effekte dieser sogenannten „Contango“-Situation einzudämmen, haben Zertifikate-Emittenten bereits verschiedene Strategien entworfen. Beispielsweise bietet Goldman Sachs Open End-Zertifikate auf rolloptimiertes Brent-Öl an. Die Variante mit Währungsschutz (ISIN: DE000GS14WH4) gibt es mit einer Managementgebühr von 1,0 Prozent p.a. Der Quanto-Schutz kostet 2,5 Prozent p.a. Die Emittentin versucht dabei, einerseits durch das Vorziehen von Rollterminen und andererseits durch das flexible Rollen in möglichst günstige Kontrakte Rollverluste zu begrenzen. Anders geht Vontobel vor. Mit dem Tracker auf den Oil-Strategy Index (ISIN: DE000VFP33M4) setzen Anleger nur dann auf Öl-Futures, wenn sich diese in Backwardation befinden – also nur, wenn die länger laufenden Verträge billiger sind als die aktuellen. Das führt zu Rollgewinnen. Bislang war dies allerdings noch nicht der Fall. Die Forwardkurve zum Ölpreis zeigt einen klaren Anstieg. Daher sind Anleger mit diesem Produkt aktuell in Öl-Aktien investiert. Zwar kommt auch den Unternehmen, die im Öl-Geschäft tätig sind, ein hoher Ölpreis in der Regel zugute. Doch sollte Anlegern bewusst sein, dass sie hier statt mit der Rollproblematik mit den klassischen Risiken eines Aktien-Investments konfrontiert sind.

Die Reihe an Zertifikaten, die ausschließlich auf Rohstoff-Aktien setzen, hat die HypoVereinsbank ( Zum Testbericht) vor Kurzem ergänzt: Sie begab als erste einen Tracker auf den neuen RDX Oil & Gas Index (ISIN: DE000HV5A949), den die Wiener Börse lanciert hat. Gelten die Indizes zum russischen Gesamtmarkt ohnehin schon als rohstofflastig, haben Anleger mit diesem Produkt nun die Möglichkeit, andere Branchen völlig außen vor zu lassen. Im Index enthalten sind sieben Werte, die über die im Ausland notierten Anteilscheine (ADRs) abgebildet werden. Lukoil und Gazprom nehmen dabei über 50 Prozent des Indexgewichts ein. Wie in den russischen Gesamtmarkt-Indizes ist also auch hier ein Klumpenrisiko vorhanden. Außerdem im Index vertreten sind Rosneft, Tatneft, Surgutneftegaz, Novatek und Gazpromneft.

Öl-Aktien im ETF-Mantel

Wer beim Öl und Gas-Investment den Aktien-Umweg gehen und dazu das Emittentenrisiko eines Zertifikats ausschalten möchte, kann sich auch im ETF-Bereich umsehen. Es existiert bereits eine Reihe an Indexfonds, die sich ebenfalls auf Öl- und Gas-Aktien beziehen. Sie haben allesamt die gleiche Benchmark: Den DJ STOXX 600 Oil & Gas bzw. das Short-Pendant zu diesem Index für Anleger, die auf fallende Aktienkurse setzen möchten. Das Barometer bildet die Entwicklung von 39 europäischen Aktien ab. Mit 25,4 Prozent ist die britische BP Aktie Schwergewicht im Index. An zweiter Stelle folgt mit 18,8 Prozent die französische Total. In den vergangenen Tagen kam das Barometer stark unter die Räder und brach dabei auch seinen Aufwärtstrend seit März 2009. Unter dem Strich steht auf Sicht der vergangenen zwölf Monate gerade einmal ein Plus von rund fünf Prozent. Anders sieht der Chart zum Ölpreis (WTI) aus. Mitte Februar 2009 notierte das Schwarze Gold bei rund 40 US-Dollar, heute bei über 70 – ein Anstieg von über 80 Prozent. Das zeigt, dass auch Öl-Aktien einen weitest gehenden Gleichlauf mit dem Aktienmarkt aufweisen, für Rohstoffe aber zumeist andere Regeln gelten. Anleger, die von einem steigenden Ölpreis profitieren möchten, können deshalb zwar den Umweg über Aktien aus diesem Bereich in Erwägung ziehen. Um das Portfolio zu diversifizieren und die Aktien-Positionen durch reine Rohstoff-Investments zu ergänzen, sind klassische Rohstoff- Produkte aber besser geeignet. Ein verfügbarer ETF ist z. B. der iShares DJ Stoxx 600 Basic Resource ETF (ISIN: DE0006344724).

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Dieser Beitrag ist Indexprodukte Kompakt von Scope entnommen.

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