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Royal Baby belebt britische Wirtschaft – mit ETFs daran profitieren

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Um 16.24 Uhr Londoner Ortszeit war es endlich soweit – nach elf Stunden kam das von vielen Briten und Monarchietreuen langersehnte Royal Baby im St. Marys-Hospital zur Welt. Auch die Wirtschaft reibt sich die Hände, mit ETFs kann man davon profitieren.

Der kleine Sprössling kam mit einem Gewicht von 3,9 Kilogramm zur Welt. Der Sohn von Herzogin Kate (31) und Prinz William (31) nimmt Platz 3 in der britischen Thronfolge ein.

Nun wird mit Spannung entgegengefiebert, auf welchen Namen das Royal Baby wohl getauft wird. Es kann wohl noch bis zu einer Woche dauern, bis der Name bekanntgegeben wird. Ein Glück für die zahlreichen Wettbüros des Landes. Dort wird seit Wochen und Monaten gewettet, wird es wohl ein Sohn oder eine Tochter, welche Haar- oder Augenfarbe hat es, wer wird das Kind auf dem Arm halten, wenn es vor den TV-Anstalten weltweit erstmals präsentiert wird, wie wird das Royal Baby wohl heißen. Die Einnahmen von Wettbüros stiegen aufgrund der Geburt des Royal Baby um 30 bis 40 Prozent, weiß Rory Scott vom Wettanbieter Paddy Powers zu berichten.

Wirtschaft rechnet mit 240 Mio. Pfund Zusatzeinnahmen

Aber nicht nur die Wettbüros reiben sich die Hände angesichts der königlichen Geburt. Die britische Wirtschaft rechnet mit einem Schub von rund 240 Millionen Pfund. Hauptprofiteur ist dabei der Einzelhandel. Derzeit freuen sich vor allem Hersteller von Babykleidung über den royalen Nachwuchs. Angeboten werden Strampler mit dem Schriftzug „Born to Rule“ (Zum Herrschen geboren) oder Einwegwindeln mit kleiner Krone am Po. Kollektionen von Babystramplern, mit denen das Royal Baby präsentiert wird, entwickeln sich, so erhofft sich die Industrie, zu Verkaufsschlagern – ganz nach der Devise – wenn die königliche Familie dies trägt, muss es gut sein. Auch die Lebens- und Genussmittelindustrie erhofft sich ein großes Geschäft. Geschätzt wird, dass die Briten 62 Millionen Pfund für Alkohol und 25 Millionen Pfund für Partyessen ausgeben. Hinzu kommen natürlich die Förderung des Tourismus und die Imagewerbung für das Land- nahezu unbezahlbar angesichts eines immer härteren internationalen Wettbewerbs.

Königshaus wird zum Milliardengeschäft

Nach dem 60. Thronjubiläum von Königin Elisabeth II im Juni 2012 und der Hochzeit des jungen Paares war die Geburt des Royal Baby das dritte Königsereignis, das die Wirtschaft erfreute. Nicht umsonst spricht Prinz Philipp, der Ehemann von Elisabetth II von der „Firma“, wenn er über die königliche Familie redet. Das britische Marketingunternehmen Brand Finance, Spezialist für die Bewertung von Unternehmensmarken, schätzt den royalen Gesamtaufwand für das Thronjubiläum auf 1,4 Mrd. Pfund (1,7 Mrd. EUR), berichtete vor kurzem die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ). Der Großteil der Kosten entfällt dabei mit 1,2 Mrd. Pfund auf die volkswirtschaftlichen Kosten durch einen zusätzlichen Feiertag. Trotzdem konnte sich die Wirtschaft die Hände reiben. Denn unter dem Strich blieb ein geschätzter Gewinn von einer Milliarde übrig, da den Einnahmen nach Berechnung von Brand Finance ein Nutzen von 2,4 Mrd. Pfund gegenübersteht.

Leichter Wirtschaftsaufschwung zu spüren

Dies kann die britische Industrie derzeit gut gebrauchen, denn seit Jahren kämpft die Insel noch gegen die Auswirkungen der Finanzkrise, die das Land aufgrund des übergroßen Anteils der Finanzindustrie erheblich belastete. Auch Großbritannien musste im großen Stil zahlreiche Banken mit Milliardenbeträgen retten. Aufgrund der schlechten Staatsfinanzen und der bisher schlechten wirtschaftlichen Entwicklung entzog mit Fitch die zweite Ratingagentur dem Land die Bonitätsnote AAA. Allerdings gibt es Hoffnungszeichen, auch abseits königlicher Ereignisse. Im ersten Quartal wuchs die Wirtschaft wieder um 0,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum bedeutet dies sogar ein Plus von 0,6 Prozent. Insbesondere Dienstleister, aber auch die Erdöl- und –gasindustrie boomt.

ETFs auf britische Aktien und Renten

ETF-Anleger, die auf eine wirtschaftlich Erholung der britischen Wirtschaft setzen möchten, können dies über zahlreiche Indexfonds tun. Fondsvolumenstärkster ETF ist dabei der FTSE UK Dividend UCITS ETF (WKN: A0HG2R). Der Index bietet Zugang zu den 50 dividendenstärksten Aktien des Vereinigten Königreichs. Stärkste Sektoren sind die Finanzindustrie, die Dienstleistungsbranche sowie Versorger. Der Index wird vollständig repliziert. Erträge werden ausgeschüttet. Die Gesamtkostenquote beträgt 0,40 Prozent. Seit Jahresbeginn erzielte der ETF immerhin ein Plus von 12,38 Prozent, auf Jahressicht von +17,30 Prozent.

Auf den britischen Leitindex, den FTSE 100, setzt beispielsweise der fondsvolumenstarke HSBC ETFs plc—FTSE 100 (WKN: A1C0BC), der auf die 100 marktkapitalstärksten Unternehmen mit Sitz in Großbritannien setzt. Stark gewichtet sind hierbei die Bereiche Öl und Gas, Banken sowie der Gesundheitssektor. Zu den Top-Holdings zählen HSBC Holdings, Vodafone und BP. Die Indexreplikation erfolgt auch hier vollständig, Erträge werden ausgeschüttet. Die Gesamtkostenquote beträgt 0,35 Prozent. Seit Jahresbeginn erzielten Anleger auf Euro-Basis ein Plus von 8,78 Prozent, auf Jahressicht von +9,30 Prozent.

Weniger attraktiv sind derzeit angesichts niedriger Zinssätze britische Staatsanleihen. Das zeigen aktuell auch ETFs wie der fondsvolumenstarke SPDR Barclays 1-5 Year Gilt (WKN: A1JKSX). Derzeit umfasst der Index 11 Anleihen mit ein- bis fünfjähriger Laufzeit. Die Rückzahlungsrendite wird mit 0,57 Prozent angegeben. Unter dem Strich steht allerdings seit Jahresbeginn ein Minus von 5,14 Prozent, auf Jahressicht ergibt sich sogar ein Minus von 9,35 Prozent.

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Uwe Görler ist seit fünf Jahren Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“ und das „Portfoliojournal“. Davor schrieb er in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und schrieb Beiträge für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.