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Saubere Energie als Renditebringer

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Die Öl-Katastrophe im Golf von Mexiko rückt erneuerbare Energien verstärkt in den Fokus. Indexprodukte bieten eine einfache Möglichkeit, sich eine Beimischung Sonne, Wind & Co. ins Depot zu holen.

Die BP-Bohrinsel Deepwater Horizon war zeitweise von den Aufmachern der Zeitungen vielfach in die Randspalten abgerutscht. Jetzt gibt ein weiterer Versuch der Abdichtung zwar neue große Hoffnung, doch noch fließt das Öl weiter – Minute für Minute.

Auch der „mächtigste Mann der Welt“, US-Präsident Obama, ist in diesem Fall machtlos. Was ihm bleibt, ist der Versuch eine ähnliche Katastrophe in Zukunft zu verhindern. Dafür möchte Obama erneuerbare Energien stärken und hat Subventionen von zwei Mrd. US-Dollar für neue Solarkraftwerke angekündigt. Und während der Börsenwert von BP nahezu ebenso schnell und haltlos sinkt, wie Öl aus dem Bohrloch sprudelt, hat die Aktie des spanischen Mischkonzerns Abengoa in den vergangenen Tagen deutlich zugelegt. Der Grund: Die Tochterfirma Abengoa Solar profitiert von den US-Milliarden aus Obamas Subventionen. Zusammen mit Abound Solar wird sie in Arizona ein Solarkraftwerk mit einer Leistung von 280 Megawatt bauen. Und dieser Vorstoß in die Solarkraft soll keine einmalige Investition sein, sondern vielmehr ein Anfang zur Stärkung sauberer Energie in den USA, kündigte Obama an.

In den Vereinigten Staaten ist dieser Schritt auch längst überfällig. Andere Regionen und Länder sind hier weit voraus: Erst letzte Woche veröffentlichte die EU-Komission eine Studie, laut der der Anteil regenerativer Quellen an den neu gebauten Stromerzeugungskapazitäten im vergangenen Jahr EU-weit bei 62 Prozent lag. Insbesondere gilt Deutschland als Vorreiter in Sachen Sonnenstrom und China hat in den vergangenen Jahren stark aufgeholt.

Wer den Megatrend alternative Energien in seinem Depot berücksichtigen und kein Einzelaktienrisiko eingehen möchte, findet in Indexprodukten eine adäquate Möglichkeit. Dabei ist festzustellen, dass sämtliche in Deutschland handelbare ETFs einen globalen Ansatz verfolgen und alle Teilbereiche der erneuerbaren Energien berücksichtigen. ETF Securities legt den DAXglobal Alternative Energy zugrunde (ISIN: DE000A0Q8M94), iShares den S&P Global Clean Energy (ISIN: DE000A0M5X10), Lyxor den World World Alternative Energy Index (ISIN: FR0010524777) und PowerShares den WilderHill New Energy Global Innovation Index (ISIN: IE00B23D9133).

Wer sein Investmentziel in diesem Bereich stärker eingrenzen möchte, muss auf Index-Zertifikate zurückgreifen. Hier ist die Auswahl inzwischen sehr stark angewachsen.

Gezielter investieren

Zwar sind auch Barometer zu Windenergie, Bioethanol und anderen einzelnen Sparten verfügbar. Am stärksten ist aber nach wie vor die Solarenergie vertreten. Ein Beispiel ist der World Solar Energy Index von der Société Générale, der die zehn Schwergewichte unter den Solaraktien weltweit abbildet. Die Zusammensetzung wird halbjährlich überprüft, die Gewichtung vierteljährlich angepasst. Ebenfalls von der Société Générale kommt das passende Open-End-Zertifikat (ISIN: DE000SG0SUN4) hierzu.

Auch eine Fokussierung speziell auf den deutschen Markt ist beim „Öko-Investment“ möglich. 2007 hat die Deutsche Börse den Öko- DAX ins Leben gerufen. Er bildet die Top-Ten nach Freefloat-Marktkapitalisierung der deutschen Unternehmen ab, die im Bereich der erneuerbaren Energien tätig sind.

Der ÖkoDAX wird sowohl als Kurs-, als auch als Performanceindex berechnet. Alle drei Zertifikate, die dazu erhätlich sind, beziehen sich auf die Performance-Variante, bei der Dividenden reinvestiert werden und dem Anleger somit nicht verloren gehen. Bei HypoVereinsbank ( Zum Testbericht) (ISIN: DE000HV5YEX8) und HSBC Trinkaus (ISIN: DE000TB0X4Q3) sind die Laufzeiten der Produkte auf Januar 2014 bzw. Dezember 2012 begrenzt. Da das Zukunfts- Thema erneuerbare Energien aber an einen sehr langfristigen Anlagehorizont geknüpft sein sollte, bleibt das Zertifikat der Deutschen Bank (ISIN: DE000DB80EK0).

Im ÖkoDAX fließen alle zehn Aktien gleich gewichtet ein. Die Verkettung sowie die Auswahl der Titel wird vierteljährlich überprüft. Enthalten sind beispielsweise SolarWorld, Conergy und Nordex. Mit zehn Werten ist der Index nicht sehr breit aufgestellt. Dies ist jedoch aufgrund der starken Einschränkung auf Länder- und Sektor-Ebene nicht verwunderlich. Auffällig ist zudem, dass dieser Index zwar alle Sparten der erneuerbaren Energien berücksichtigt, Solaraktien aber besonders stark repräsentiert sind. Sechs der zehn enthaltenen Unternehmen sind diesem Bereich zuzuordnen. Auch das spiegelt allerdings den Markt für regenerative Energien in Deutschland wider, wo der Photovoltaikindustrie die höchste Bedeutung zukommt. Zuletzt allerdings verdunkelte sich das Bild hierzulande. Auch wenn die Kürzungen der Subventionen für Solarstrom später kommen und geringer ausfallen als angenommen: In Zukunft gibt es weniger Geld für Sonnenstrom. Zu schaffen macht den deutschen Anbietern noch dazu die Konkurrenz aus China, die vielfach mit niedrigeren Preisen punkten kann.

Dem Thema Solaraktien China hat die Indexplattform Solactive daher ein eigenes Barometer gewidmet. Der Solactive China Solar Total Return Index umfasst aktuell neun chinesische Solartitel, die nach Marktkapitalisierung gewichtet sind. Das passende Zertifikat bietet die Deutsche Bank (ISIN: DE000DB2CSL4).

Dieser Artikel wurde der Analysis Kompakt Nr. 07 von Scope entnommen.

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