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Schwächen bei ETF-Ratings

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Eine Umfrage unter den ETF-Anbietern deckt die Unzufriedenheit über bestehende ETF-Ratings auf. Mit der Unterstützung der ETF-Anbieter werden nun verbesserte Ratings entwickelt.

Eine kürzlich durchgeführte Umfrage der Fonds Consult Research AG unter den führenden ETF-Anbietern ergab, dass 90 Prozent der Befragten unzufrieden mit den derzeitigen ETF-Ratings sind. 50 Prozent der Teilnehmer halten die bestehenden ETF-Ratings sogar für unbrauchbar und sind der Ansicht, dass eine Verbesserung dringend erforderlich sei.

Bessere Vergleichbarkeit von ETFs

Besonders bemängelt wurde die Vergleichbarkeit der Daten in den ETF-Ratings. Ihrer Ansicht nach ist es zwingend notwendig, sich auf die NAV-Daten der Anbieter, die man zeitgleich mit den Indexständen abgleicht, zu beziehen. So wird eine gründliche Verarbeitung der Daten ermöglicht und beispielsweise eine exakte Abbildung des Tracking Errors, der die Grundlage eines belastbaren Ratings darstellt, gewährleistet. Eine weitere wichtige Voraussetzung sei die Vergleichbarkeit von thesaurierenden und ausschüttenden ETFs und damit die Berücksichtigung von Steuerzahlungen.

Gute Orientierungshilfe im weiten ETF-Universum

Ein zuverlässiges ETF-Rating ist aufgrund der großen Produktpalette unerlässlich. Gleichzeitig zwingen neue Richtlinien im Verbraucherschutz, Kaufentscheidungen nicht nur zu dokumentieren, sondern auch anhand berechenbarer Größen zu rechtfertigen. Eine gute Orientierungshilfe für die stetig wachsende Zahl an Investoren wäre daher sinnvoll.

Neues ETF-Rating geplant

Genau an dieser Stelle sollen neue und zuverlässigere ETF-Ratings Hilfestellung geben. Daher entwickelt Fonds Consult derzeit in Zusammenarbeit mit der Universität Passau ein neues ETF-Ratingverfahren, welches die Kritikpunkte der ETF-Anbieter berücksichtigt und den Kunden und Beratern eine objektive Einschätzung ermöglicht, die ihre Kaufentscheidung erleichtern wird. Der Fertigstellungszeitpunkt ist bisher noch nicht bekannt. Eine wesentliche Voraussetzung für den Erfolg des Modells wird laut Fonds Consult maßgeblich von der Akzeptanz der ETF-Anbieter abhängen. Schließlich soll ein fairer Vergleich von Produkten gewährleistet werden, die sich teilweise nur in Nuancen voneinander unterscheiden.

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