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Schwellenländeraktien-ETFs hui, Geldmarkt-ETFs pfui

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Ende Juni 2011 verwalteten in Europa domizilierte und gelistete ETFs ein Vermögen von 312 Mrd. US-Dollar (USD). Dies entspricht im Vergleich zum ersten Quartal 2011 einem Anstieg von 2,78%. Das geht aus dem 2. Credit Suisse-Marktkommentar zur Entwicklung des europäischen ETF-Marktes hervor. “ Vor dem Hintergrund schwacher Konjunkturdaten, Unsicherheiten rund um die europäische Schuldenkrise, dem Ende von QE2 und den langanhaltenden Verhandlungen im Bezug auf die Anhebung der US-amerikanischen Schuldenobergrenze ist dieser Zuwachs umso beachtlicher. Als Vergleich: Der MSCI World Index fiel in der gleichen Periode um 0,23%“, so kommentiert die Credit Suisse das Studien-Ergebnis.

Im 2. Quartal 2011 verbuchte die europäische ETF-Branche laut Credit Suisse einen Nettozufluss in Höhe von 8,14 Mrd. USD. Die größten Zuflüsse gab es dabei im April mit 3,26 Mrd. USD und im Juni mit 2,98 Mrd. USD. Etwas zurückhaltender waren Investoren dagegen auf dem Höhepunkt der Griechenlandkrise im Mai. So flossen ETFs in diesem Monat nur 1,91 Mrd. USD zu.

Emerging Markets werden wieder interessanter

Besonders hohe Zuwächse gab es dabei im Bereich Aktien. Dieser Assetklasse flossen im ETF-Bereich 8,34 Mrd. USD zu. Besonders markant ist dabei ein Wiedereinstieg in die Schwellenländer-Märkte. Nachdem Ermerging Market ETFs im 1. Qurtal einen Abfluss von USD 1,69 Mrd. erlitten, kehrte das Vertrauen der Investoren gegenüber den Schwellenländern zurück. ETFs auf Emerging Markets wiesen Zuflüsse in Höhe von USD 2,70 Mrd. und damit den größten Zuwachs innerhalb der Produktgattung ETFs auf.

Investoren fliehen aus Geldmarkt- und Rohstoff-ETFs

Zudem gewinnen ETFs auf Unternehmens- und hochverzinsliche Anleihen im 2. Quartal an Boden. Aufgrund der Probleme innerhalb der europäischen Peripherie wurde eine Umschichtung von ETFs auf Geldmarktfonds und Euro-Staatsanleihen (mit der Ausnahme von deutschen Bundesanleihen) in ETFs auf Unternehmens- und hochverzinsliche Anleihen festgestellt. So kam es in diesem Bereich zu Zuflüssen in Höhe von 960 Millionen USD. Im Vorquartal verbuchte dieses Segment noch Abflüsse (884 Mio. USD). Im Gegenzug wurden aus Geldmarkt-ETFs 910 Mio. USD abgezogen. Zu weiteren Quartalsverlierern in Europas ETF-Branche zählen Rohstoff-ETFs. Aus ihnen wurden 214 Mio. USD abgezogen. Zwischen Januar bis März flossen diesem Bereich noch 1,5 Mrd. USD zu.

Ein weiterer interessanter Aspekt der Studie: die Diskussion um swapbasierte ETFs scheint sich bereits im 2. Quartal bemerkbar zu machen. Es zeichnet sich laut Credit Suisse ein Trend in cashbasierte ETFs ab.

An der Spitze der ETF-Anbieter bleibt allles gleich, doch mancher Konkurrent holt auf

Größter europäischer ETF-Anbieter ist nach wie vor iShares mit 116,07 Mrd. USD, gefolgt von Lyxor mit 52,08 Mrd. USD und db X-trackers mit 50,71 Mrd. USD. Allerdings holt die Konkurrenz auf.  Die größten Zuwächse verzeichneten UBS AM mit einem Plus von 22,19 Prozent gegenüber dem Vorquartal sowie Source Markets mit +13,58 Prozent. Verloren hat dagegen laut der Credit Suisse-Studie der ETF-Anbieter ETFlab Investment mit -12,10 Prozent.

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Uwe Görler ist seit fünf Jahren Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“ und das „Portfoliojournal“. Davor schrieb er in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und schrieb Beiträge für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.