Sicherheit von Robo-Advisors - Das gilt es zu beachten
"Der Kunde sollte aber erst recht stutzig werden, wenn der Vermittler ihn dazu auffordert, ihm das Geld, das er anlegen möchte, zu überweisen“.

Auch bei einer Insolvenz müssen sich die Kunden von seriösen Robo-Advisors keine Sorgen machen. Doch es gibt auch schwarze Schafe in der Branche. Denn nach der Pleite von Cashboard stellen sich viele Anleger die Frage: wie steht es um die Sicherheit von Robo-Advisors? Die Antwort lautet: bei seriösen Anbietern müssen sich Kunden keine Sorgen machen. Doch wie kann man seriöse von unseriösen Anbietern unterscheiden?

Ein erstes wichtiges Indiz, woran Anleger das erkennen können, ist die Frage, wohin sie ihr Geld überweisen sollen. „Seriöse Anbieter werden den Kunden niemals dazu auffordern, das Geld auf das Geschäftskonto des Unternehmens oder gar auf das Privatkonto des Geschäftsführers zu überweisen“, sagt Christian Schneider-Sickert, CEO des digitalen Vermögensverwalters LIQID ( Zum Testbericht). „Der richtige Weg ist es stattdessen, ein Referenzkonto für den Kunden zu eröffnen, von dem alle Ein- und Auszahlungen abgewickelt werden, damit die Sicherheit der Zahlungsströme gewährleistet ist. Auf diese Weise ist sichergestellt, dass das Geld des Kunden vor dem Zugriff durch Dritte geschützt ist.“

Sicherheit von Robo-Advisors: Das gilt es zu beachten

Die Eröffnung eines solchen Referenzkontos erfolgt in der Regel entweder mittels traditionellem Postident-Verfahren oder online per Video-Ident-Verfahren. Erst wenn der Kunde seine IBAN vom Anbieter erhalten hat, was in der Regel ein paar Tage dauert, kann er das Geld auf sein Referenzkonto überweisen.

Schneider-Sickert rät Anlegern, sich nur für einen Robo Advisor zu entscheiden, der eine Erlaubnis zur Finanzportfolioverwaltung gemäß §32 Kreditwesengesetz besitzt. Eine solche Lizenz erteilt nur die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). „Bei diesen Anbietern sind Anleger auf der sichereren Seite“, sagt der LIQID ( Zum Testbericht)-Chef. Anbieter mit BaFin-Lizenz, zu denen LIQID gehört, dürfen Kundenanlagen im Rahmen der mit ihnen vereinbarten Anlagerichtlinien verwalten, haben aber keinen Zugriff auf das Vermögen der Kunden.

Es gibt allerdings auch Robo Advisor, die das Geld der Kunden nicht selbst investieren, sondern lediglich als Anlagevermittler auftreten. Grundsätzlich ist das kein Problem. „Hier sollte der Kunde aber erst recht stutzig werden, wenn der Vermittler ihn dazu auffordert, ihm das Geld, das er anlegen möchte, zu überweisen“, warnt LIQID-Chef Schneider-Sickert.  Denn da der Vermittler das Geld ja nicht selbst anlegt, gibt es für ihn keinen Grund, es vom Kunden anzufordern. Vielmehr sollte der Kunde dem Vermittler nur den Betrag überweisen, der ihm laut Vertrag für seine Dienste zusteht.

Kontoguthaben sind gesetzlich abgesichert

Doch auch bei einigen seriösen Anbietern kann es für Anleger gewisse Risiken geben. Investiert das Unternehmen das Geld vorwiegend in Bankeinlagen wie Tagesgeld oder Festgeld, kann theoretisch ein Ausfallrisiko für die Anleger entstehen. Denn durch die gesetzliche Einlagensicherung sind Bankeinlagen nur bis zu 100.000 Euro pro Anleger geschützt.  Einige Robo Advisor, bzw. ihre Partnerbanken, sind allerdings noch einer weiteren Sicherheitseinrichtung angeschlossen, wodurch im Insolvenzfall wesentlich höhere Summen pro Kunde geschützt sind.

Wertpapiere werden als Sondervermögen verwahrt

Investiert der Robo Advisor das Geld dagegen ausschließlich oder ganz überwiegend in Wertpapiere, wie es zum Beispiel LIQID tut, können Anleger völlig unbesorgt sein: Die Wertpapiere in den Kundendepots sind rechtlich gesehen nämlich Sondervermögen, die vom Vermögen des Verwalters oder der Bank unabhängig aufbewahrt werden. Das bedeutet, dass die Wertpapiere auch im Insolvenzfall voll umfänglich dem Kunden gehören und nicht in die Insolvenzmasse einfließen. Die Verrechnungskonten und Kundendepots werden in der Regel nicht bei dem digitalen Vermögensverwalter selbst geführt, sondern bei einer Partnerbank.

LIQID Testbericht

LIQID überzeugt vor allem durch das sehr große und umfangreiche Angebot an aktiven und passiven Anlagestrategien. Außerdem kann der Robo-Advisor durch ein hohes Maß an Sicherheit punkten. Auch die Kosten sind vergleichsweise sehr gering. Beim Service müssen LIQID Kunden, im Hinblick auf Apps und Spar- bzw. Auszahlungsplänen, Abstriche machen. Der größte Nachteil bei diesem Vermögensverwalter ist die Mindestanlagesumme von 100.000 €.

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Eine andere Frage ist die des Anlageerfolgs: „Eine Gewähr dafür, dass keine Verluste entstehen, kann kein Anbieter übernehmen“, sagt LIQID-Chef Schneider-Sickert. „Denn Anlageentscheidungen hängen auch von der subjektiven Beurteilung zukünftiger Entwicklungen ab, deren Verlauf nicht mit Sicherheit vorausgesagt werden kann. Unser Unternehmen setzt hier auf die Expertise unseres Investment-Teams von HQ Trust, das seit über drei Jahrzehnten einige der größten privaten Vermögen in Deutschland mit überdurchschnittlichem Erfolg verwaltet.“

Ein anderer Faktor, der den Anlageerfolg für den Kunden maßgeblich beeinträchtigen kann, sind überhöhte Kosten: „Einige Anbieter greifen hier ungeniert zu oder kassieren versteckte Provisionen von den Produktanbietern“, warnt LIQID-Chef Schneider-Sickert. „Das führt natürlich zu Interessenkonflikten zu Lasten der Kunden.“ Seriöse digitale Vermögensverwalter mit BaFin-Lizenz seien dagegen nur ihren Kunden verpflichtet. „Sie nehmen nur eine moderate Verwaltungsprovision und verzichten vollständig auf Provisionen“, so Schneider-Sickert.

So ist der Prozess bei LIQID

1Digitaler Anmeldeprozess

Der Kunde durchläuft an seinem Computer, Tablet oder Smartphone online einen digitalen Anmeldeprozess. Das dauert nur wenige Minuten und läuft völlig papierlos ab. Anschließend hat der Kunde die Wahl, ob er sich per Video-Ident-Verfahren oder offline mittels des traditionellen Postident-Verfahren identifizieren möchte. Für die Identifizierung wird lediglich der Ausweis oder der Reisepass benötigt.

2Überweisung auf Verrechnungskonto

Nachdem die Identifikation abgeschlossen ist, dauert es in der Regel drei bis fünf Werktage bis ein Verrechnungskonto für den Kunden eröffnet ist und für die Überweisung des Anlagebetrages bereit ist. Die für die Überweisung notwendigen Details wie die IBAN findet der Kunde unter „Ein- und Auszahlungen“ online in seinem Account. Das Verrechnungskonto wird benötigt, um Ein- Auszahlungen abzuwickeln und die Sicherheit der Zahlungsströme zu gewährleisten. Alle Ein- und Auszahlungen werden ausschließlich über das Verrechnungskonto des Kunden abgewickelt und sind somit vor dem Zugriff durch Dritte geschützt.

3Umsetzung der Anlagestrategie

Sobald der Anlagebetrag auf dem Verrechnungskonto eingegangen ist, beginnt LIQID mit der Investition der Anlage. Der LIQID-Global-Anlagestil wird täglich gehandelt, LIQID Select einmal pro Woche. Die Depotführung und Verwahrung der Wertpapiere liegen bei der Deutsche Bank Wealth Management, Deutsche Bank AG. Dort werden auch die Verrechnungskonten der Kunden geführt. Der Kunde muss aber nicht selbst mit der Deutschen Bank in Kontakt treten. Alles wird von LIQID erledigt. Die Deutsche Bank ist lediglich für die Führung von Konten und Depots und für die Ausführung der Handelsorders zuständig. Sie hat keinen Einfluss auf die Anlagestrategie von LIQID.

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Markus Jordan ist Gründer und Herausgeber des EXtra-Magazins. Einer der führenden ETF-Informationsplattformen in Deutschland. Er hat über 25 Jahre Erfahrung im Bereich Finanzen und Geldanlage mit Schwerpunkten auf Exchange Traded Funds, Robo-Advisors und digitale Bankdienstleistungen und ist ein gefragter Experte auf diesen Gebieten.