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Silber und Platin mit hohem Wachstumspotenzial

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Ende April 2011 markierte der Silberpreis mit knapp 50 US-Dollar ein neues Rekordhoch. Seitdem halbierte er sich nahezu. Doch seit Ankündigung des EZB-Chefs Mario Draghi, alle geldpolitischen Möglichkeiten zum Erhalt des Euro zu nutzen, geht es mit dem Silber-Preis wieder steil nach oben. Immer interessanter wird auch Platin.

Lange Zeit galt der Silberpreis von 49,45 US-Dollar aus dem Jahr 1980 als uneinholbar. Grund für diesen zurückliegenden Kurshype waren Spekulationen der Brüder Nelson und William Hunt. Sie erkannten Anfang der 70er Jahre die Unterbewertung des Edelmetalls bei rund 2 US-Dollar und kauften schrittweise knapp die Hälfte der weltweiten Silbervorräte auf. Am Ende erlitten die Brüder allerdings Milliardenverluste und bewirkten einen drastischen Wertverfall von Silber.

Silber wichtig für die Wirtschaft

Bereits seit dem 5. Jahrhundert v. Chr. wird das Edelmetall verarbeitet, sei es in Form von Schmuck, Gebrauchsgegenständen oder in Form von Münzen. Durch die zwischenzeitliche Entwicklung zu Goldwährungen verlor Silber allmählich seine Bedeutung und der Preis sank drastisch. Betrug einst das Verhältnis Gold zu Silber 1:14, sank es zwischenzeitlich auf 1:100, derzeit beträgt es rund 1:50. Der Grund für die bessere Ratio: Auch wenn eine lange Zeit in der Foto- und Filmindustrie verwendete Anwendung für die Herstellung von Filmen durch die Hinwendung zur Digitalindustrie zurückgegangen ist, Silber findet immer stärker seine Verwendung in modernen Zukunftstechnologien und aufgrund seiner antibakteriellen Wirkung zunehmend auch in der Medizintechnik. Silber ist daher nur teilweise ein Edelmetall. Der Silberpreis ist daher auch sehr konjunkturanfällig.

Silber als Investment

Zuletzt rückte Silber immer mehr in den Fokus der Anleger. Der Erwerb physischen Silbers ist unattraktiv, denn bei Silbermünzen wird der reduzierte Mehrwertsteuersatz von 7 Prozent, bei Silberbarren sogar der volle Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent fällig. Eine Alternative dazu können Silber-ETCs wie der db Physical Silver ETC (WKN: A1E0HS) sein. Die Wertpapiere sind physisch besichert. Die Managementgebühr beträgt 0,45 Prozent. Allerdings rät Jürgen Mehrbrei, Geschäftsführer der UNIKAT Vermögensverwaltung, aufgrund des bereits rasanten Kursanstiegs kurzfristig zur Vorsicht. Vielmehr solle man aktuell immer wahrscheinlichere Kursrücksetzer abwarten und erst zu diesem Zeitpunkt einsteigen. Innerhalb der kommenden 12 bis 18 Monate sieht er aber ein Kurspotenzial von 40 US-Dollar (USD) pro Unze beim Silber.

Platin ist einen Blick wert

Aktuell interessanter findet Mehrbrei derzeit das Edelmetall Platin. „Der Platinpreis steht in etwa noch auf dem Niveau von vor fünf Jahren, während der Goldpreis sich in dieser Zeit mehr als verdoppelt hat. Dies ist kaum zu erklären“, so der Vermögensverwalter. Ebenso wie Gold gehört Platin zu den seltenen und wertvollen Metallen. Hauptproduzenten sind Südafrika und Russland. Und ebenso wie Silber wird Platin auch für Industrieanwendungen ge- und damit verbraucht, sei es in Beschichtungen, in Katalysatoren, Thermoelementen, Raketenverkleidungen, in Herzschrittmachern oder anderen medizinischen Implantaten sowie im chemischen Anlagenbau. Ein Kursanstieg auf 1.940 bis 2.000 USD pro Unze in den kommenden 12 bis 18 Monaten hält Mehrbrei für wahrscheinlich. Allerdings sollten Anleger auch kurzzeitige Kursrücksetzer auf 1.450 US-Dollar einkalkulieren. Investiert werden kann in das Edelmetall beispielsweise über den ETFS Physical Platinum von ETF Securities (WKN: A0N62D).

Fazit:

Wie bei allen Rohstoffinvestments geht der Anleger auch bei Edelmetallen ein Währungsrisiko ein, da alle Preise in US-Dollar notieren. Währungsverluste von 7 bis maximal 10 Prozent infolge einer Euro-Aufwertung erachtet Mehrbrei als durchaus möglich. Nach Meinung der UNIKAT Vermögensverwaltung sind im derzeit gegebenen Währungsumfeld Euro-hedged-ETCs zu bevorzugen, um das Währungsrisiko aus Sicht eines im Euroraum domizilierten Investors auszuschalten.

Lesen Sie dazu auch das Interview mit Herrn Mehrbrei zum Thema Silber und Platin.

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Uwe Görler ist seit fünf Jahren Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“ und das „Portfoliojournal“. Davor schrieb er in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und schrieb Beiträge für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.