Source-Analysten favorisieren für 2017 Staatsanleihen und Cash.

Experten der ETF-Anbieters Source empfehlen Investoren für das Börsenjahr 2017 aufgrund der hohen Volatilität Cash und Staatsanleihen.

Aktien und Immobilien versprechen im kommenden Jahr die höchsten Renditen. Das geht aus dem Marktausblick 2017 von Source hervor. Die Experten der britischen Fondsgesellschaft erwarten allerdings eine hohe Volatilität an den Finanzmärkten. Die hohe Korrelation mit anderen Anlageklassen spreche daher im Börsenjahr 2017 tendenziell gegen diese beiden Anlagen. Die Source-Experten empfehlen daher den Investoren, Cash und Staatsanleihen im kommenden Jahr den Vorzug zu geben. Im Multi-Asset-Portfolio von Source haben Barmittel weiterhin den höchstmöglichen Anteil, während Staatsanleihen nunmehr übergewichtet werden.

Börsenjahr 2017: Aktien und Immobilien mit besten Erträgen, aber…

„Selbst in normalen Zeiten ist es alles andere als einfach, einigermaßen zuverlässige Prognosen für die Finanzmärkte zu erstellen. Die Folgewirkungen der US-Wahlen und des Brexit, die sich derzeit nur bedingt abschätzen lassen, erschweren diese Aufgabe zusätzlich“, sagt Paul Jackson, Head of Research bei Source. Er hält für das Börsenjahr 2017 an dem zentralen Szenario eines weiterhin schwachen Wachstums und einer geringen Inflation fest und erwartet daher im Laufe des kommenden Jahres die besten Erträge aus Aktien und Immobilien. Allerdings würden die prognostizierten Renditen nicht ausreichen, um den doppelt negativen Effekt aus einer hohen Volatilität und einer starken Korrelation mit anderen Anlageklassen zu kompensieren. „Aus diesem Grund geben wir Cash und Staatsanleihen den Vorzug“, erklärt Jackson. „Darüber hinaus verzichten wir in unserem Multi-Asset-Portfolio weiterhin auf Hochzinsanleihen, während Investmentgrade-Schuldtitel nur eine untergeordnete Rolle spielen.“ Beide Anlagen wurden vom Research-Team herabgestuft. „Was Rohstoffe anbelangt, bleiben wir skeptisch, weshalb sowohl Gold als auch Industriemetalle eine Nullgewichtung erhalten“, ergänzt Jackson.

Source rechnet mit zwei US-Zinserhöhungen in 12 Monaten

Im von den Source-Experten bevorzugten „zentralen“ Szenario für das Börsenjahr 2017 wird ein moderates globales Wachstum und eine Inflation von jeweils drei Prozent erwartet. Nach Ansicht der Experten spricht das für zwei Zinserhöhungen von Seiten der US-Notenbank Fed in den kommenden zwölf Monaten. Allerdings dürfte es bei der expansiven Geldpolitik anderer Zentralbanken, allen voran der Bank of England (BOE), Bank of Japan (BOJ), Europäische Zentralbank (EZB), People’s Bank of China (PBOC) und Schweizerische Nationalbank (SNB), bleiben.

„Wir erwarten 2017 eine weitere Zinserhöhung durch die Fed, rechnen aber nicht damit, dass sich daraus Gefahren für die Märkte ergeben. Zumal die anderen Zentralbanken weiterhin unterstützend agieren“, ergänzt Jackson. Obwohl das Source-Researchteam die Wirksamkeit der Wertpapierkäufe durch EZB, BOJ und SNB bezweifele, würden die Programme ihrer Einschätzung zufolge weiterlaufen. Zudem dürfte die BOE penibel darauf achten, ob es 2017 zu einer wirtschaftlichen Verlangsamung kommt. „Gleichzeitig rechnen wir damit, dass die Zentralbanken in China, Russland und Brasilien den Weg der geldpolitischen Lockerung fortsetzen“, so Jackson.

Bei Unternehmens-Hochzinsanleihen geht das Researchteam von einer Umkehr der in 2016 zu beobachtenden Spread-Einengung aus. Der antizipierte Anstieg der US-Ausfallraten – wegen der negativen Ölpreisprognose rechnen die Experten mit sieben Prozent – lastet hier zusätzlich auf dem Ertragspotenzial. „Obwohl die Fed bereits im Dezember 2015 die Zinsen erhöht hat, kommt es einem so vor, als würde es sich bei der für Dezember 2016 allgemein erwarteten Erhöhung um die erste im laufenden Zyklus handeln“, meint Jackson. Sollte die US-Notenbank diesen Schritt im Dezember doch nicht wagen, dürfte dieser dem Experten zufolge nur wenig später erfolgen. „Glücklicherweise können die Märkte trotz anfänglichen Zögerns in der Regel gut mit einem Fed-Straffungskurs in der frühen Phase umgehen.“

Steigende Kurse bei Schwellenländeranleihen

Die Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten hat Emerging-Markets-Anlagen unter Druck gesetzt. Source geht jedoch davon aus, dass die langfristigen fundamentalen Stärken dieser Anlage wie etwa eine intakte Demographie, geringe Schuldenlast und attraktive Bewertungen im Laufe des kommenden Jahres bei Schwellenländeranleihen zu steigenden Notierungen führen werden.

Source favorisiert für das Börsenjahr 2017 folgende Anlagen:

  • Staatsanleihen: Emerging Markets
  • Aktien: Japan und Europa
  • Immobilien: Global
  • Cash: USD

Bevorzugte Aktien-Sektoren:

  • USA: Banken, Telekommunikation
  • Europa: Banken, Bau, Telekommunikation

Am wenigsten bevorzugte Aktien-Sektoren:

  • USA: Öl & Gas, Technologie, Versorger
  • Europa: Autos, Persönliche Konsumgüter, Immobilien

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Uwe Görler ist seit dem Jahr 2011 Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“, die Online-Plattform extra-funds.de und diverse Medienprojekte der Isarvest GmbH rund um das Thema ETFs und Robo-Advisors. Davor schrieb der gebürtige Dresdner in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und verfasste Beiträge zu den Themenbereichen Wirtschaft & Finanzen sowie Gesundheit für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.