Sparkassen-Strategiewechsel
Wachsender Konkurrenzdruck sorgt dafür, dass künftig wohl auch bei der Sparkassen-Finanzgruppe verstärkt auf ETFs gesetzt wird.

Bisher fristeten ETFs bei den Sparkassen eher ein Schattendasein, schließlich war es aufgrund hoher Vertriebsgebühren wesentlich lukrativer, die eigenen aktiv gemanagten Investmentfonds der Marke DEKA an den Mann zu bringen. Insofern gab es bisher wenig Interesse daran dies zu ändern. Doch im Moment zeichnet sich eine leichte, wenn auch moderate Trendwende ab. Ist das ein erster Schritt für einen Sparkassen-Strategiewechsel im Geschäft mit ETFs?

S Broker mit kostenlosen DEKA-ETF ETF-Sparplänen

S Broker ( Zum Testbericht), der Online-Broker der Sparkassen, bietet ab sofort alle 43 DEKA-ETFs ohne Orderentgelt im Rahmen eines ETF-Sparplan an. Das Spektrum umfasst deutsche Aktien- und Renten-Indizes ebenso wie europäische und internationale Indizes oder Emerging Markets, wobei auch ausgewählte Strategieindizes zur Verfügung stehen. Der Angebot von kostenfreien ETF-Sparplänen mit DEKA-ETFs gilt bis zu einer Sparplanrate von 500 EUR. Änderungen, Aussetzungen oder auch Auflösungen des ETF-Sparplanes sind jederzeit möglich. Bei der Sparplanausführung kann gewählt werden zwischen 1-, 2-, 3-, 6-monatlicher oder jährlicher Ausführung.

S Broker-Übernahme durch DEKA stärkt Digitalisierung im Sparkassenverbund

Erst im April 2016 kündigte die DEKA an, verbleibende 69,4 Prozent der Kommanditanteile des Online-Brokers der Sparkassen-Finanzgruppe bis Mitte des laufenden Jahres zu übernehmen. „Die Übernahme des S Brokers ist ein wichtiger Schritt zur Erweiterung der Online-Wertpapierkompetenz innerhalb der Deka-Gruppe. Durch die Übernahme können wir unser Angebot im Wertpapierbereich für die Sparkassen noch einmal deutlich verbessern“, so damals Michael Rüdiger, Vorsitzender des Vorstands der DekaBank Deutsche Girozentrale. „Ziel ist es, das beim S Broker ( Zum Testbericht) vorhandene Online-Know-how im Wertpapiergeschäft in der Deka-Gruppe zu bündeln und für den weiteren Ausbau der Online-Unterstützungsangebote für die Sparkassen zu nutzen. Die Übernahme zielt nicht darauf ab, eigenes Direktkundengeschäft aufzubauen.“, ergänzte damals Georg Stocker, Vorstand für Sparkassenvertrieb die vollständige Übernahme.

Sparkassen-Strategiewechsel: Digitalisierung dürfte ETF-Nachfrage auch bei Sparkassen verstärken

Damit reagiert die DEKA auch auf den weltweiten Trend der Digitalisierung im Bankgeschäft. Angetrieben wird er durch den immer größeren Marktanteil des Direktbankengeschäfts, neue FinTech-Anbieter wie zum Beispiel Robo-Advisor. Aber auch Privatanleger die ihre Geldanlage selbst in die Hand nehmen, greifen zuletzt verstärkt auf ETFs zurück. Grund dafür sind die unschlagbaren Vorteile: Kostenersparnis, hohe Transparenz & Liquidität sowie börsentägliche Handelbarkeit.

Eine immer strengere Reglementierung, drohende Provisionsverbote und arbeitsaufwendige Dokumentationspflichten verstärken zudem den Trend zu einfachen und transparenten Anlagelösungen. Damit steigt auch der Druck auf die Sparkassen, ETFs vermehrt in die aktive Beratung aufzunehmen. Ein Beispiel dafür aus dem Privatbankensektor ist die Targobank, die mit ihrem „PlusDepot“ ETFs nun in die aktive Beratung aufnahm. Vielleicht ist die Aufnahme von kostenfreien S Broker ETF-Sparplänen ein erster Schritt im Umdenkungsprozese der gesamten Sparkassen-Finanzgruppe eingeleitet.

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Uwe Görler ist seit dem Jahr 2011 Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“, die Online-Plattform extra-funds.de und diverse Medienprojekte der Isarvest GmbH rund um das Thema ETFs und Robo-Advisors. Davor schrieb der gebürtige Dresdner in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und verfasste Beiträge zu den Themenbereichen Wirtschaft & Finanzen sowie Gesundheit für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.