StarCapital hält Schwellenländer und Japan aufgrund des niedrigen Kurs-Gewinnverhältnisses noch für unterbewertet.
„Die traditionellen Crashmonate September und Oktober sind vergangen, die globalen Aktienmärkte aber steil angestiegen“, konstatiert Dr. Manfred Schlumberger, Co-Leiter des StarCapital-Portfoliomanagements. Er fragt daher im aktuellen Marktausblick StarInvest des Oberurseler Vermögensverwalters, wie es um die Aktienmärkte aus fundamentaler Sicht bestellt ist und wo es sich zurzeit lohnt, zu investieren.

Erst ab einem bestimmten Zinserhöhungsniveau folgte der Aktiencrash

Schlumberger analysiert, dass die seit 2011 andauernde Hausseperiode keineswegs zu den längsten und stärksten der letzten knapp 50 Jahre gehört. Bullenmärkte seien bisher auch nie an Altersschwäche gestorben, sondern in der Regel von Zinserhöhungen der Notenbanken unsanft beendet worden. Als Beispiele hierfür nennt Schlumberger die Finanzkrisen 1929 und 2008. Außerdem seien historisch betrachtet Zinserhöhungen erst ab einem bestimmten Niveau für das Ende einer Hausse und den Beginn einer Krise verantwortlich. Exemplarisch hierfür nennt er die Leitzinserhöhungen der FED zwischen 2004 bis 2006 um 4,25 Prozent (von 1 Prozent auf 5,25 Prozent), die dann in der Folge im Jahr 2008 zum Platzen der Immobilienblase in den USA geführt hätten. Bemerkenswert sei, dass bis zu diesem Zeitpunkt der US-Aktienmarkt S&P 500 um fast 50 Prozent angestiegen sei.

Aktienanleger können gelassen bleiben, solange Unternehmen Gewinne steigern können

Aktuell würde zudem von Experten gewarnt, dass die Reduzierung der Anleihekäufe durch FED und EZB den Aktienmärkten die Überschussliquidität (grob vereinfacht: Differenz zwischen Geldmenge und Sozialprodukt) entziehen würde. Faktisch habe sie jedoch nicht ihren Weg in die Realwirtschaft gefunden, weshalb es auch nicht zu einer erhöhten Inflation gekommen sei. Das Geld sei zurück an die Notenbanken geflossen, es sei also kein Geld gedruckt worden. Die verminderten Anleihekäufe der Zentralbanken führten lediglich zu einem erhöhten Angebot für Anleiheinvestoren und somit zu vermutlich attraktiveren Zinsen. „Solange ein solcher Zinsanstieg nicht zu einem massiven Abzug von Investorengeldern vom Aktien- an den Anleihemarkt führt und/oder gar eine Rezession auslöst, können Aktienanleger gelassen bleiben, vorausgesetzt die Unternehmen können weiterhin ihre Gewinne steigern“, schlussfolgert Schlumberger

Europa, Schwellenländer & Japan im StarCapital Allocator Fonds übergewichtet

Europa sieht StarCapital in ihrer Analyse fair bewertet, Japan sowie die Schwellenländer sind gemessen an ihrem Kurs-Buch-Verhältnis eher unter- und der US-Aktienmarkt bereits zu hoch bewertet. Entsprechend allokiert Schlumberger den StarCapital Allocator Fonds zu 31 Prozent in Europa, 23 Prozent in Schwellenländern (inkl. Südostasien) sowie in Japan mit 11 Prozent und den USA mit lediglich 6 Prozent. Auf Branchenebene sind dies Aktieninvestments in den Öl- und Grundstoffsektor, Finanztitel und in zyklische Industrien wie die Automobilbranche. Im insgesamt teuren Technologiesektor werden gezielt attraktive unterbewertete Titel selektiert. Im Rentensegment investiert der Fonds in inflationsindexierte US-Staatsanleihen und kurzlaufende Unternehmensanleihen. Um Opportunitäten bei Marktkorrekturen wahrnehmen zu können, werden 20 Prozent Kasse gehalten.

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Uwe Görler ist seit dem Jahr 2011 Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“, die Online-Plattform extra-funds.de und diverse Medienprojekte der Isarvest GmbH rund um das Thema ETFs und Robo-Advisors. Davor schrieb der gebürtige Dresdner in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und verfasste Beiträge zu den Themenbereichen Wirtschaft & Finanzen sowie Gesundheit für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.