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Starker Anstieg für Europa ETFs?

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Die Turbulenzen an den US-Aktienmärkten in den letzten zwei Jahren, werden ohne Zweifel weitreichende Folgen haben, da die Ordnung des Finanzsektors nachhaltig verändert wurde. Der Eingriff der Regierung in den privaten Sektor hat einen vor Jahren noch unvorstellbaren Grad erreicht. So wird die Praktik, das Portfolio fast ausschließlich mit US-Wertpapieren zu füllen, derzeit ernsthaft hinterfragt.

Viele US-Investoren, die ihre Beteiligungen außerhalb ihrer Grenzen zu diversifizieren suchen, schauten bisher vor allem nach Asien, wo einige Länder bereits die Leitzinsen erhöhen, um eine nachhaltigere Erholung anzugehen. Aber auch eine wachsende Zahl von Investoren glaubt mittlerweile, dass europäischen Aktien in den nächsten zwei Jahren stark steigen werden, getrieben durch eine sich erholende Wirtschaft, steigende Unternehmensgewinne und einer günstigen Geldpolitik.

Im Wall Street Journal erläutert Dave Kansas ein relativ einfaches Investment Szenario für Europa:

  • Die durchschnittlichen Kurs-Gewinn-Verhältnisse liegen bei etwa 16, gegenüber einem historischen Niveau im unteren 20er Bereich in den 1990er Jahren
  • Die Aktienkurse notieren etwa 15% unter dem langfristigen Durchschnitt Kurs-Buchwert-Verhältnis
  • Die Dividendenrenditen sind im Vergleich zu Staatsanleihen sehr attraktiv

Hinzu kommt, dass die rasche Erholung in Asien auf kurze Frist zu steigenden Leitzinsniveaus führen wird, während in Europa solch einem Schritt starker Gegenwind entgegen bläst. Dieser ist geeignet die Zinsraten für die nächsten Quartale niedrig zu halten und dadurch weiteres Wachstum anregen könnte.

Ungleichen Wachstums

Trotz der geographischen Nähe und einer gemeinsamen Währung, verlaufen die Entwicklungen vieler europäischer Volkswirtschaften bemerkenswert unabhängig von einander. In Spanien, einst das Zuhause einer boomenden Bauindustrie, ist die Wirtschaft komplett zusammen gebrochen und könnte in den kommenden Jahren eine Arbeitslosigkeit von 25% erleben. Erst in den letzten Jahren konnte Irland, durch niedrige Unternehmenssteuern und verbesserte Bildungsinfrastruktur wirtschaftlich beflügelt, zu den anderen Volkswirtschaften aufschließen, doch nun scheint auch den „Celtic Tigers“ ein wenig die Puste auszugehen. Auch ein Investment in Großbritannien steht vor großen Risiken. Öffentliche Beteiligungen an Finanzinstituten wie der Royal Bank of Scotland und Lloyds Bank Group lässt Investoren vermehrt zögern.

ETF Engagements auf Europa

Neben einer länderspezifischen ETFs von iShares gibt es auch eine Reihe von Fonds mit diversifiziertem Engagement in bestimmte Bereiche der Euro-Zone:

iShares DJ STOXX 600 (ISIN DE0002635307)

Mit einer Verwaltungsgebühr von 0,19% und 600 einzelnen Positionen bietet dieser ETF einen preiswerten, diversifizierten Zugang zu den europäischen Aktienmärkten. Die größten Betriebe sind globale Unternehmen wie HSBC, BP, und Nestle, aber in der Tiefe sind auch einige Mid-Cap-und Small-Cap-Unternehmen enthalten. 

db x-trackers DJ STOXX 600 Health Care ETF(ISIN LU0292103222)

Dieser ETF hat eine Verwaltungsgebühr von 0,30% und setzt speziell auf Unternehmen aus dem Gesundheitswesen. Unter den 36 Basiswerten befinden sich Branchengrößen wie Novartis und Roche aber auch Mid-Cap-und Small-Cap-Unternehmen.

Lyxor ETF DJ Stoxx 600 Utilities (ISIN FR0010344853)

Dieser ETF bietet für eine Verwaltungsgebühr von 0,30% konzentriertes Investment in Versorgungsunternehmen. Im Aktienkorb befinden sich 32 Unternehmen, darunter Branchengrößen wie die italienische Enel und E.On aber auch kleinere Unternehmen.

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