Für die ETF-Branche geht es weiter bergauf. Der Gipfel liegt noch in weiter Ferne.
Für die ETF-Branche geht es weiter bergauf. Der Gipfel liegt noch in weiter Ferne.

Die Vorteile von ETFs sprechen sich langsam herum. Dennoch fristen sie noch ein Nischendasein. Das kann sich aber ändern.

Die Kaufargumente von ETFs liegen auf der Hand und sind sogar wissenschaftlich belegt. Sie sind einfach, günstig und bieten in der Regel eine interessante Renditeaussicht. Das ruft gerade Kritiker aus der klassischen Fonds-Welt auf den Plan, die wohl sich wohl nicht zuletzt auch zu Wort melden, da sie um ihre Pfründe fürchten. Wie groß die Gefahr für aktive Fondsgesellschaften ist oder ein anders gesagt, wie verbreitet ETFs schon sind, zeigt eine Untersuchung von YouGov.

Die meisten Deutschen kennen ETFs nicht

„Im Vergleich zu anderen Finanzprodukten ist die Bekanntheit von ETFs noch sehr gering“, sagt Lisa Inhoffen, Daten-Journalistin bei YouGov. Laut dem Meinungsforschungsinstitut sind ETFs 73 Prozent der Deutschen nicht bekannt. Bei altgedienten Anlageprodukten sieht der Kenntnisstand völlig anders aus. Das Sparbuch kennen 81, Lebensversicherung oder private Rentenversicherung 76 und den Bausparvertrag bzw. Bausparplan kennen 75 Prozent. Mit einem Anteil von 74 Prozent ist das Tagesgeldkonto den meisten Bundesbürgern ebenfalls ein Begriff. Und die direkte Konkurrenz für ETFs? Unter einer Aktie können sich immerhin noch 64 Prozent etwas vorstellen, Aktien- oder Immobilienfonds sagen 60 Prozent der Befragten etwas.

ETF ist das beliebteste Finanzprodukt

Trotz des rasant gestiegenen Interesses an ETFs, ist der Markt den Kinderschuhen noch nicht ganz entwachsen. Laut Studie planen vier Prozent der deutschen den Abschluss von ETFs. „Dieses Potential mag durchaus dadurch vorhanden sein, dass ETFs aktuell mit Abstand das beliebteste Finanzprodukt sind, was es auf dem Markt gibt“, so Inhoffen. 70 Prozent der ETF-Inhaber sind demnach mit der jährlichen Gesamtrendite zufrieden. Ganzen hinten in der Liste rangieren Sparbuch und Tagesgeld. 72 Prozent sagen, dass sie bei ETFs flexibel entscheiden können, wieviel und wie häufig sie investieren wollen. Auch sind gut zwei Drittel (67 Prozent) überzeugt, dass es sich bei ETFs um eine seriöse Finanzanlage handelt. Besonders für Kleinanleger wird die Chance gesehen, auch für kleinere Beträge gut investieren zu können (65 Prozent). Auch ist die Mehrheit der Kenner der Meinung, ETFs sind nicht nur etwas für Finanzprofis (51 Prozent).

Die Zukunft hat drei Buchstaben: ETF

„Finanzdienstleister sollten also nicht den Fehler machen und darauf hoffen, dass ETFs von allein wieder vom Markt verschwinden. Denn, obwohl ETFs sich aktuell noch wenig Bekanntheit erfreuen, besteht bei den Konsumenten bereits großes Wachstumspotential“, resümiert Inhoffen. Grundvoraussetzung hierfür sei es, als klassischer Anbieter in der Finanz- und Versicherungsbranche die ETF-Besitzer im Auge zu behalten Und auch andere Kunden darauf aufmerksam zu machen beziehungsweise das eigene Portfolio zu erweitern und sich detailliert mit deren Bedürfnissen und Anforderungen zu beschäftigen. Sonst würden diese die Chance vergeben, sich mit einem attraktiven Angebot auf dem immer enger werdenden Markt der Finanzprodukte zu positionieren. Es sei wichtig, dass Kunden und potentiellen Kunden kommuniziert wird, dass das eigene Angebot flexibel auf deren Interessen zugeschnitten ist.

Tipp: Bei all den ETFs den Durchblick zu bewahren, ist nicht leicht. Dank der ETF-Such-Funktion finden Sie rasch zum für Sie richtigen ETF.

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Thomas Brummer war nach dem Betriebswirtschaftsstudium für das Anlegermagazin „Der Aktionär“ tätig. Im Anschluss schrieb er mehr als vier Jahre für das Verbraucherportal biallo.de und einige Tageszeitungen, wie Münchner Merkur, Rhein Main Presse, Frankfurter Neue Presse oder Donaukurier. Währenddessen hospitierte er in der Wirtschaftsredaktion der Rheinischen Post in Düsseldorf. Seit 2018 schreibt er für extra-funds.de und das EXtra Magazin.