Trading mit ETFs
Perfektes Timing beim Börsenhandel

„Bei dieser Strategie werden zwei Exchange Traded Funds (ETFs) mit dem Ziel eingesetzt, mit geringerem Risiko Aktienrenditen zu erwirtschaften. Dabei soll das aktientypische Risiko verringert werden, indem der Wechsel aus einem risikoarmen Anleihen-ETF in einen Aktien-ETF nur für kurze Zeiträume erfolgt.“, sagt Christian Schuster, Gründer und Geschäftsführer der QAP Analytic Solutions und erläutert mehr zum Thema Trading mit ETFs.

Nach heftigen Korrekturen an den Aktienmärkten können die Kurse schnell und zumeist mit nur wenigen Rücksetzern ansteigen. Eine Strategie, die früh solch einen Anstieg erkennt, kann daher ein sehr profitables Werkzeug sein. Mit einer Studie, die bis in die 80er-Jahre zurückreicht, wurden Zeiträume nach Korrekturen identifiziert, die hohe Tagesrenditen mit sich brachten. Gleichzeitig war das Risiko geringer als in der restlichen Zeit.

Hiervon kann ein Anleger profitieren, der aktienähnliche Renditen erzielen möchte, dabei aber das volle Risiko von Aktien scheut. Für sehr begrenzte Zeiträume werden deshalb Exchange Traded Funds (börsengehandelte Indexfonds) auf US-Aktien ins Depot aufgenommen. Es müssen nicht zwingend US-Aktien sein. Auch mit ETFs auf europäische Aktien können ähnliche Effekte erzielt werden.

Die Voraussetzung zum Trading mit ETFs

Für das vergangene Jahr werden alle Tageshöchststände des US-amerikanischen S&P 500 ermittelt. Fällt der Index auf Schlusskursbasis mindestens um fünf Prozent unter diesen Höchststand und kehrt danach wieder über die täglich errechnete Schwelle von minus fünf Prozent zurück, erhalten wir das Einstiegssignal. Der Aktien-ETF wird am nächsten Handelstag zum Schlusskurs gekauft. Diese Position soll immer nur zwei Wochen (zehn Handelstage) gehalten werden. Danach erfolgt wieder der Wechsel zum Schlusskurs zurück in den Anleihen-ETF. Dieser ist grundsätzlich die restliche Zeit über die einzige Position.

Wir verwenden keinen Stopp-Loss oder ein anderes explizites Risiko-Management. Die kurze Dauer von nur wenigen Handelstagen kann als implizites Risiko-Management verstanden werden. Die Wahrscheinlichkeit für eine zweite Korrektur ist in diesem kurzen Zeitraum gering. Der Anleihen-ETF, insbesondere wenn er nicht sehr stark auf Zinsänderungen reagiert, stabilisiert das Portfolio langfristig und soll auch keine weitere Absicherung erfahren.

Risikoarm durch die vergangenen Börsenjahre

Zwischen Anfang 2012 und Ende Juli 2016 gab es insgesamt neunmal das Signal, in den Aktienmarkt einzusteigen. Alle neun Trades weisen eine positive Rendite auf (Tabelle 1). Diese 100-Prozent-Trefferquote wird sich aber auf lange Sicht nicht halten lassen. In der ferneren Vergangenheit lag das Verhältnis von Gewinn- zu Verlust-Trades in etwa bei 75 zu 25 Prozent.

Wertvergleich der ETFs
Die Tabelle vergleicht bei allen neun Trades die Wertentwicklung des Anleihen-ETFs mit
den unterschiedlichen Aktien-ETFs.

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Maximilian Stratz studierte Betriebswirtschaftslehre an der Universität Bayreuth. Seit 2016 ist Maximilian Stratz im Redaktionsteam des EXtra-Magazins beschäftigt.