Risiko bei Renten-ETFs

Bisher galten Renten-ETFs auf Staatsanleihen als konservative und vor allem sichere Investments. Die Griechenland-Krise hat jedoch bei manchen Fonds die Kurse einbrechen lassen und stürzt immer mehr Menschen in Unsicherheit.

Hohe Sicherheit bei Rentenfonds

Grundsätzlich sind Rentenfonds Investmentfonds, die ausschließlich oder überwiegend in festverzinsliche Wertpapiere, wie zum Beispiel Pfandbriefe, Kommunalobligationen oder Staatsanleihen investieren. Ihren Wertzuwachs erwirtschaften diese Fonds durch die Zinszahlungen sowie den Handel mit den gehaltenen Wertpapieren. Chancen und Risiken eines Rentenfonds hängen gleichwohl von Anlageregion, Anlagehorizont (Restlaufzeit) und der Sicherheit der Emittenten ab. Als sicher gelten theoretisch Staatsanleihen und Anleihen von Unternehmen mit erstklassiger Bonität. Die Bonität einzelner Unternehmen und Anleihen wird meist von unabhängigen Ratingagenturen bemessen. Ein Ausfall der Zinszahlungen und der Rückzahlung gilt bei Anleihen guter Emittenten als unwahrscheinlich.

Charts zeigt zusätzliche Risiken auf

Jedoch schon der Chart vieler Renten-ETFs dürfte im Moment manchen Anleger beunruhigen. Die als eher defensiv gehandelten Fondsprodukte haben in den vergangenen Wochen vielfach Kursausschläge produziert, wie man sie eher aus dem Aktienmarkt kennt, zuletzt vor allem nach unten. Die finanzielle Lage in Griechenland hat daher längst ganz Europa erreicht und die Anleger spüren die unmittelbaren Folgen. Viele Rentenfonds haben nicht nur in griechische, sondern auch in portugiesische, spanische und italienische Staatsanleihen investiert.

Aktives Management als Chance

Anleger von aktiv gemanagten Rentenfonds, bei denen das Geld breit verteilt wurde, können aufatmen. Ein allzu großer Verlust wird durch die Griechenland-Krise wahrscheinlich nicht entstehen. Zudem können die Fondsmanager auf drohende Ausfälle von Staaten flexibel reagieren. Finanzielle Rückschläge treten ohnehin immer mal wieder auf, zum Beispiel durch steigende Zinsen oder sinkende Konjunktur.

Renten-ETFs mit Schwachpunkten

Wer hingegen einen Renten-ETF gekauft hat, sollte die Länderzusammensetzung genau im Auge behalten. Liegt der Schwerpunkt im südeuropäischen Raum und beträgt der Anteil der PIGS (Portugal, Italien, Griechenland und Spanien) mehr als 50 Prozent, besteht ein gewisses Risiko. Anleger seien dann mit einer Umschichtung des Fonds gut beraten. Vor allem ETFs auf die iBoxx € Liquid Sovereign Diversified Indizes haben einen sehr hohen Griechenland Anteil. Aufgrund der Indexstruktur kann hier auch kein Fondsmanager aktiv eingreifen. Die Anleger sind der Indexzusammensetzung auf Gedeih und verderb ausgeliefert.

Aus der Tabelle können Sie einige Renten-ETFs entnehmen, die alle einen entscheidenden Anteil Griechenland-Staatsanleihen beinhalten. Mehr Gefahr droht allerdings bei einem Dominoeffekt auf Staaten wir Spanien, Italien, Portugal. Diese Länder sind noch stärker in den Indizes gewichtet.

Als sicherer Hafen können Renten-ETFs auf Deutsche Staatsanleihen angesehen werden. Hier eignet sich z.B. der iShares eb.rexx Government Germany 1.5-2.5 (DE) (WKN: 628 947).

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