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Umschichtungen in Energierohstoffe

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2014 war für Rohstoff-Investoren ein schlechtes Jahr. Doch mittlerweile notiieren gerade viele zyklische Rohstoffe unterhalb der Grenzkosten, so ETF Securities. Mancher Anleger setze 2015 daher wieder auf steigende Preise.

Die Rohstoffkurse haben im vierten Quartal 2014 weiter nachgegeben und 2014 zum schwächsten Jahr für die Anlageklasse seit der Finanzkrise gemacht, so ETF Securities in einer Jahresbilanz.

Ursache hierfür sei das außergewöhnliche Zusammenspiel verschiedener Faktoren gewesen. Ein starkes Angebot in den meisten Rohstoffsektoren, Sorgen um die Nachfrage aus China und ein anziehender US-Dollar hätten die Preise gedrückt. Weltweit sei das in ETPs auf Rohstoffe verwaltete Vermögen im vierten Quartal daher im Vergleich zum dritten Quartal um 9,2 Milliarden US-Dollar auf 101,5 Milliarden US-Dollar gesunken. Die Mittelflüsse seien dabei netto ausgeglichen gewesen. Der Rückgang im verwalteten Vermögen gehe allein auf die Kursverluste der Rohstoffe zurück. Investoren würden im aktuellen Marktumfeld offenbar zunehmend eine Chance sehen, ihre Investments in zyklische Rohstoffe auszubauen und defensivere Positionen wie Gold zu reduzieren.

„Investoren wenden sich wieder Rohstoffen zu. Denn viele Rohstoffe notieren bei oder unter ihren Grenzkosten. Kurzfristig können Unternehmen und Minen ihre Förderung auch fortsetzen, wenn die Kurse unterhalb der Grenzkosten liegen. Langfristig ist dies jedoch nicht möglich“, sagt Martin Arnold, Investmentstratege für die weltweiten Währungs- und Rohstoffmärkte bei ETF Securities. „Wir erwarten daher, dass die Produktion zurückgefahren wird, wenn die Kurse nicht bald wieder anziehen. Ein knapperes Angebot wird dann eine bessere Kursentwicklung in 2015 unterstützen.“

US-Investoren schichten um

Die höchsten Zuflüsse der Geschichte in Energierohstoffe haben laut ETF Securities die andauernden Mittelabflüsse bei Gold-ETPs weitgehend ausgeglichen. Unter dem Strich stünden so Nettomittelabflüsse bei Rohstoff-ETPs von lediglich 30 Millionen US-Dollar im vierten Quartal 2014. Gold-ETPs hatten die höchsten Verkäufe pro Quartal seit einem Jahr. Insgesamt hätten Investoren, überwiegend aus den USA (78 Prozent) 3,1 Milliarden US-Dollar aus den Gold-ETPs abgezogen, da das Vertrauen in das Wirtschaftswachstum der USA gestiegen sei. Gleichzeitig hätten vor allem US-Investoren stark in ETPs auf Energierohstoffe investiert. Auf sie gingen 85 Prozent der 3,2 Milliarden US-Dollar Mittelzuflüsse zurück.

Positive Aussichten für zyklische Rohstoffe

„Der anziehende US-Dollar hat die Wertentwicklung der Rohstoffe stark beeinflusst. Der Anstieg der US-Währung wird durch ein starkes Wirtschaftswachstum in den USA unterstützt, das sich ebenfalls positiv auf die Rohstoffnachfrage auswirkt. Gleichzeitig hat die Politik in China und Europa begonnen, auf die aktuellen Anzeichen einer wirtschaftlichen Abkühlung zu reagieren. Die Regierungen werden diesen Kurs voraussichtlich auch 2015 fortsetzen“, so ETF Securities. Zyklische Rohstoffe würden danach 2015 voraussichtlich am stärksten von der anziehenden wirtschaftlichen Aktivität in den USA und China profitieren. China werde sein Wirtschaftswachstum weiter unterstützen und Investitionen in die rohstoffintensive Infrastruktur ausweiten.

Das Research von ETF Securities ist überzeugt, dass die Aussichten für Rohstoffe wegen der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung positiv sind. Zyklische Anlageklassen würden 2015 voraussichtlich die besten Investmentgelegenheiten bieten, da das weltweite Wirtschaftswachstum Schwung aufnehme. Allerdings bestünden einige Risiken weiter, insbesondere für das Wirtschaftswachstum und eine drohende Deflation in Europa und Japan sowie durch ein sich verlangsamendes Wirtschaftswachstum in Großbritannien. Insgesamt würden Rohstoffsektoren mit einer starken industriellen Nutzung, wie Metalle und Energierohstoffe, als attraktiv angesehen.

Die wichtigsten Trends 2014

  • Das weltweit in Rohstoff-ETPs verwaltete Vermögen ist 2014 um 20,6 Milliarden auf 101,5 Milliarden US-Dollar gesunken. Ein starker US-Dollar und Sorgen um das Wachstum in China und Europa haben die Preise vieler Rohstoffe auf das Niveau ihrer Produktionskosten gedrückt.
  • Taktische Investoren haben Rohstoffe 2014 weiter aktiv gehandelt. Die ausgeglichenen Mittelflüsse verdeutlichen jedoch, dass strategische Investoren in Rohstoff-ETPs investiert bleiben.
  • Der Rückgang des verwalteten Vermögens 2014 ist fast vollständig auf Kursverluste zurückzuführen. So haben die Nettomittelabflüsse lediglich 30 Millionen US-Dollar betragen, wobei Investoren insbesondere in zyklischere Rohstoffe umgeschichtet haben.
  • Viele Rohstoffe werden zu oder knapp unterhalb ihrer Grenzkosten in der Produktion gehandelt. Viele langfristig orientierte „Value-Investoren“ finden daher einige Rohstoffe und Sektoren besonders attraktiv, die zuletzt starke Kurverluste erlitten haben.
  • ETPs auf Edelmetalle machen 2014 70 Prozent des Rückgangs bei dem weltweit in Rohstoff-ETPs verwalteten Vermögen aus. Das in diesen Produkten verwaltete Vermögen ist um 14,8 Milliarden auf 79 Milliarden US-Dollar gesunken. In ETPs auf Gold, vor allem Investoren aus den USA haben Mittel aus den Produkten abgezogen, als sie die defensiven Positionen in ihren Portfolios reduziert haben.
  • Palladium war das einzige Edelmetall, bei dem das verwaltete Vermögen nicht zurückgegangen ist. Die Sorgen um Einschränkungen beim Angebot und eine positive Entwicklung der Nachfrage haben die Kurse unterstützt und das verwaltete Vermögen in Palladium-ETPs um 0,9 Milliarden US-Dollar ansteigen lassen.
  • Alle Edelmetalle außer Gold haben 2014 Nettomittelzuflüsse verbuchen können. So haben die Investoren ihre Positionen in Platin-ETPs um 432 Millionen US-Dollar und in Palladium-ETPs um 376 Millionen US-Dollar ausgebaut. Vor allem Probleme auf der Angebotsseite in Südafrika und Russland haben diese Entwicklung unterstützt.
  • ETPs auf Energierohstoffe konnten 2014 hohe Mittelzuflüsse verzeichnen. Vor allem in den letzten drei Monaten des Jahres haben Investoren die Produkte stark nachgefragt, da sie die Kursverluste bei Rohöl und Erdgas offenbar als übertrieben ansehen. Der größte Anteil an den Zuflüssen entfiel auf ETPs auf Rohöl. Die Produkte auf Erdgas waren für 25 Prozent der Zuflüsse verantwortlich. 85 Prozent der weltweiten Zuflüsse in Energierohstoffe geht auf US-amerikanische Investoren zurück. Bei Erdgas-ETPs waren es sogar 100 Prozent. Höhere Lagerbestände und ein mildes Wetter ließen die Preise für Erdgas auf das niedrigste Niveau seit 2012 sinken.
  • Breite Rohstoffkörbe konnten 2014 mit 1,1 Milliarden US-Dollar nach ETPs auf Energierohstoffe die zweithöchsten Mittelzuflüsse verbuchen. Dies zeigt: Strategische Investoren sehen den Rohstoffsektor immer stärker als relativ unterbewertete Anlageklasse an. Während sich die Bewertungen auf den Aktien- und Anleihemärkten bereits stark ausgedehnt haben, sind die Rohstoffpreise hingegen gesunken.
  • Die Investoren haben ihre Positionen in ETPs auf Getreide ausgebaut, wodurch die Abflüsse aus dem Sektor der Agrarrohstoffe in 2014 etwas abgemildert wurden. Niedrige Preise haben die Nachfrage nach Mais und Weizen unterstützt. Denn einige Anleger glauben, dass die Ernte in diesem Jahr nicht so gut wie im vergangenen Jahr ausfallen wird. ETPs auf Kaffee haben hingegen die höchsten Mittelabflüsse in dem Sektor verbucht. Falls wie erwartet eine El-Nino-Wetterlage auftritt, wird sich das Angebot in 2015 voraussichtlich erhöhen.
  • Die Mittelflüsse bei ETPs auf Industriemetalle fielen unterschiedlich aus. Über den gesamten Sektor hinweg haben sich Zu- und Abflüsse ungefähr ausgeglichen. Am Ende standen Abflüsse von lediglich zwei Millionen US-Dollar zu Buche. Angebotsprobleme bei Nickel haben zu Mittelzuflüssen in jedem Quartal (insgesamt 122 Millionen US-Dollar in 2014) geführt. Aus Kupfer-ETPs zogen Anleger wegen einer schwächeren Nachfrage aus China und Angebotsrisiken hingegen 52 Millionen US-Dollar ab. Mittelabflüsse waren auch bei breiten Industriemetallkörben und ETPs auf Zink zu beobachten.