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Vermögensverwalter weiterhin verunsichert

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Eine aktuelle Umfrage der DAB bank AG ergab, dass die Hälfte der befragten Vermögensverwalter die Börsenentwicklung im August pessimistisch sieht. Dabei ist der größte Unsicherheitsfaktor nach wie vor die europäische Staatsschuldenkrise.

48 Prozent der Vermögensverwalter gehen im August von sinkenden Börsenkursen aus – so das Ergebnis der aktuellen Umfrage der DAB bank AG anlässlich des Profi-Börsentrends unter den Teilnehmern des Depot-Contests. 39 Prozent erwarten dagegen eine gleich bleibende Entwicklung, 13 Prozent steigende Märkte.

Ebenfalls die Hälfte der Vermögensverwalter – 52 Prozent – hielten der DAB bank zufolge deutsche Aktien derzeit für fair bewertet. Für 35 Prozent seien sie aktuell unter-, für 13 Prozent überbewertet. Vor zwei Monaten hätten noch über 80 Prozent der Vermögensverwalter deutsche Aktien als unterbewertet eingeschätzt.

Der zunehmende Pessimismus der Vermögensverwalter führe dazu, dass der Indexwert des Profi-Börsentrends nicht nur den geringsten Stand seit Beginn der Befragungen im Oktober 2011 aufweise, sondern mit -8,6 auch erstmals in den negativen Bereich gerutscht sei.

Staatsschuldenkrise weiterhin im Fokus

Den größten Unsicherheitsfaktor bilde für die Finanzprofis nach wie vor die europäische Staatsschuldenkrise, wie die DAB bank weiter bekannt gab. Wenn Griechenland in absehbarer Zeit aus dem Euro austrete, dürfte dies nach Ansicht von Dr. Max Schott von der Vermögensverwaltung Sand und Schott Investoren – abgesehen von kurzfristigen Verwerfungen – allerdings nicht mehr überraschen. Wichtiger sei nach Aussage von Schott, zeitgleich zum „Grexit“ die Spanien-Hilfen unter Dach und Fach zu haben: „Ich hoffe, dass die Politiker aus dem Hick-Hack um die Griechenland-Hilfen gelernt haben, klare Aussagen sind wichtiger als alles andere: Wie viel Geld braucht Spanien und wer muss zahlen?“ Wenn diese Fakten schnell geregelt seien und damit ein Dominoeffekt verhindert werden können, könne der europäische Aktienmarkt sogar als attraktiv bewertet angesehen werden. Sollte sich aber die Salamitaktik der Euro-Retter bei Spanien genauso fortsetzen, dann sehe Schott schwere Zeiten für die Aktienmärkte. In diesem Fall stehe Sicherheit an erster Stelle, dazu würden – trotz aktuell negativer Renditen – auch kurzlaufende deutsche und US-amerikanische Staatsanleihen zählen.

Für den Profi-Börsentrend befragt die DAB bank nach eigenen Angaben jeden Monat 30 unabhängige Vermögensverwalter, die am Depot-Contest teilnehmen, nach ihrer aktuellen Einschätzung des deutschen Aktienmarkts.

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