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Versicherungen im Kreuzfeuer der Kritik – ETF-Policen als Alternative

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Intransparenz, sinkende Ablaufleistungen und renditefressende versteckte Kosten kratzen am Image der Kapitallebensversicherung. Zudem ist das verbraucherfeindliche Gebaren vieler Versicherer zunehmend Gegenstand öffentlicher Kritik. Eine saubere Alternative mit erstaunlichen Renditen sind beim Vermögensaufbau ETF-Versicherungspolicen. Noch werden nur wenige ETF-Policen angeboten. Doch die haben es in sich. Transparent, günstig und renditestark vereinigen sie als Geldanlage eine Reihe von Vorteilen auf sich, die der Kunde bei klassischen Kapitallebensversicherungen nicht hat.

Honorar statt heimliche Kosten

Die derzeit angebotenen ETF-Policen gehen weitgehend auf Initiative des Verbunds Deutscher Honorarberater (VDH) zurück. Entsprechend werden sie nicht über Provision vermittelt, sondern auf Honorarbasis – Beratung inklusive. Der Kunde zahlt einmalig zwei Prozent der Beitragssumme. Da dieses Honorarsystem hierzulande noch relativ unbekannt ist, mag es viele auf den ersten Blick abschrecken. Doch beim genauen Hinsehen spart der Anleger im Ergebnis mindestens die Hälfte dessen, was beim bisher üblichen Provisionssystem über die Jahre klammheimlich vom Endertrag abgeht.

Keine Kickbacks als Kostenfresser

Systembedingt gibt es bei ETF-Policen auch keine der in Verruf geratenen Kickbacks. Dies sind Rückvergütungen, mit denen Fondsgesellschaften Versicherer belohnen, indem sie einen Teil der Gebühren abzweigen, die sie für die Verwaltung der Spargelder erhalten. Der Anleger kann sie in der Regel nicht erkennen. Diese Rückzahlungen, die als „Branchengeheimnis“ der Versicherer gelten, wurden bereits 2006 vom Bundesgerichtshof moniert. Der Anleger, so der Tenor, müsse künftig darüber informiert werden. Doch dies brachte kaum Änderung. Die Branche setzte auf Verzögerung. Selbst nach Inkrafttreten des neuen Versicherungsvertragsgesetzes von 2008, das eine umfassende Kundeninformation vorschreibt, hielt sie am bisherigen System der Intransparenz weitgehend fest. Inwieweit eine jüngst von Verbraucherministerin Ilse Aigner angedrohte erneute Initiative zu Veränderungen führt, bleibt abzuwarten.

Klare Kostentransparenz

Auch bei der Darstellung aller renditemindernden Kosten heben sich die aktuell angebotenen ETF-Versicherungen wohltuend von den üblichen Versicherungsprodukten ab. Sie verwenden dafür eine neue Kennziffer, die übersichtlich und transparent ist: Reduction in Yield (RiY). Das Konzept stammt aus Großbritannien. Während Politik und Verbände die nach wie vor verbreitete Unübersichtlichkeit beklagen, bei der die Kunden nicht auf Anhieb die Rendite nach Abzug aller Kosten erkennen können, sind ETF-Policen hier ihrer Zeit voraus.

Renditevorsprung

„Eigentlich müsste man uns die Bude einrennen“, sagt Markus Spille. Der Stuttgarter Finanzberater ist einer der wenigen, die sich auf ETFs im Versicherungsmantel spezialisiert haben. Über Docwincent.de bietet er eine Reihe von Vorsorgeprodukten, deren Renditen weit vor denen etablierter Vergleichsanbieter liegen. Zudem unterliegen ETFs in dieser Konstruktion als Versicherung nicht der Abgeltungssteuer. Bei der Fondspolice wird nach dem Halbeinkünfteverfahren besteuert. „Das kann sich, je nach Fall, erheblich auswirken“, erklärt Spille. Einzige Voraussetzung: Das Gesetz erfordert eine Haltezeit von 12 Jahren und die Auszahlung nicht vor 60 Jahren. Das bei allen Vorteilen die Nachfrage noch recht zögerlich ist, mag sich zum einen mit der – bislang zumindest – geringen Zahl von Angeboten erklären. Hinzu kommt jedoch, dass Interessierte kaum Informationen finden. Selbst die Fachpresse scheint das Thema noch nicht entdeckt zu haben.

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