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Vietnam – Nicht nur eine Reise wert

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Vietnam

In Asien ist nicht nur China interessant. Eine der wachstumsstärksten Volkswirtschaften Südostasiens ist Vietnam. Und: Das Land steht erst am Anfang einer vielversprechenden Entwicklung. Anleger können auch mittels ETFs in diese Region investieren.

Anleger kennen Vietnam meist nur aus dem Urlaub, denn wirtschaftlich spielt das Land für europäische Anleger nur eine untergeordnete Rolle. Die Marktkapitalisierung der Börse ist niedrig und schon geringe Investitionen führen zu hohen Ausschlägen an den lokalen Aktienmärkten. Dennoch zählt Vietnams Wirtschaft zu den am schnellsten wachsenden Nationen der Welt. Vietnams Wirtschaft wuchs im Jahr 2009 zwar langsamer als im Vorjahr, aber möglicherweise wird sich das im Jahr 2010 wieder ändern. Trotz geringerem Wirtschaftswachstum wuchs das Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2009 um 5,3 Prozent auf 89 Milliarden US-Dollar. Vor allem die Sektoren Dienstleistungen und Industrie- und Bauwirtschaft konnten überdurchschnittlich wachsen. Diese Sektoren stellen zudem heute bereits 79 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung dar.

Gute Ausbildung

Ein Grund für das hohe Wirtschaftswachstum ist die ausgezeichnete Bildung der Vietnamesen. Die Alphabetisierungsrate von etwa 93 Prozent liegt höher als in Indien oder auch Pakistan. Die Englischkenntnisse liegen gemäß Umfragen auf einem ähnlich hohen Niveau wie in dem deutlich weiter fortgeschrittenen Taiwan. Das größte Problem Vietnams liegt in der geringen Zahl hoch qualifizierter Arbeitskräfte mit Universitätsabschluss. Doch ist die Förderung der Bildung zu einem erklärten Schwerpunktthema der Regierungspolitik geworden, weshalb Experten davon ausgehen, dass sich der Bildungsstand in den nächsten Jahren deutlich verbessern wird. Gleichzeitig wächst die Mittelschicht. Rund zehn Prozent, so die Angaben von Deutsche Bank Research, gehören dieser derzeit an. Die Vietnamesen seien zunehmend bereit, ihre Statussymbole offen zu zeigen und einen immer größeren Teil ihres Einkommens über den lebensnotwendigen Bedarf hinaus für Konsumgüter auszugeben.

Nur für risikofreudige Anleger

Das hohe Wirtschaftswachstum, die sich verbessernden Rahmenbedingungen und der positive Ausblick haben erneut das Augenmerk ausländischer Investoren auf Vietnams Börsen gezogen. Mit einem Plus von 28 Prozent in 2009 lag der Aktienmarkt aber dennoch nicht an der Spitze. Vietnam hat zwar gemeinsam mit China und Indien die Finanzkrise gut überstanden, dieses wurde aber im Fall Vietnams mit einer deutlichen Ausweitung der Geldmenge erkauft (+38 Prozent ggü. Vorjahr). Diese enormen Mengen frischen Geldes müssen von der vietnamesischen Wirtschaft zunächst verdaut werden und schlagen sich deshalb erst einmal in einer hohen Inflationsrate nieder. Der IWF rechnet für Vietnam in 2010 mit einer Steigerungsrate von 10 Prozent.

Liquide investieren

Eine gute Möglichkeit, in den sonst schwer zugänglichen vietnamesischen Aktienmarkt zu investieren, ist der db x-trackers ETF auf den FTSE Vietnam Index (ISIN: LU0322252924). Dieser bildet die Entwicklung von etwa 20 Unternehmen ab. Diese bieten Anlegern eine ausreichende Liquidität und decken den gesamten vietnamesischen Aktienmarkt ab. Der ETF kostet stattliche 0,85 Prozent pro Jahr, was aber aus unserer Sicht für diesen speziellen Markt vertretbar ist.

Fazit:

Mittelfristig ist Vietnam eines der interessantesten Schwellenländer. Die positive wirtschaftliche Entwicklung setzt sich unbeeinträchtigt fort. Zudem wird das Land früher oder später wieder in den Fokus internationaler Investoren rücken. Risikofreudige Anleger sollten erste Positionen aufbauen und die weitere wirtschaftliche Entwicklung beobachten.

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