Ablauf des Soforthandels an der Börse Stuttgart
Beim Soforthandel gelangt der Anleger in wenigen Schritten zur Orderausführung.

Eine Wertpapierorder für einen Exchange Traded Fund mit dem gewünschten Preislimit aufzugeben, ist eine Sache. Genau zu wissen, wann sie ausgeführt wird, eine ganz andere. Denn das hängt von der Kursentwicklung des ETF ab. Wird das gewählte Limit nicht erreicht, bleibt der Auftrag des Anlegers bis zum Ende der Gültigkeit im Orderbuch des Handelsplatzes stehen. Selbstbestimmte Anleger, die lieber unmittelbar anhand der aktuellen Marktsituation ihre ETF-Order einstellen und danach direkte Kontrolle über deren Ausführung haben möchten, können nun eine neue Handelsvariante der Börse Stuttgart nutzen. Der börsliche Soforthandel für ETFs ist derzeit über die Online Broker Flatex ( Zum Testbericht) und ViTrade verfügbar und wird sukzessive bei weiteren Onlinebanken ausgebaut. Der Service bringt Privatanleger beim ETF-Handel auf Augenhöhe mit institutionellen Investoren, die vergleichbare Ordervarianten schon seit langem nutzen.

Ablauf des Soforthandels an der Börse Stuttgart
Beim Soforthandel gelangt der Anleger in wenigen Schritten zur Orderausführung.

Soforthandel: Diverse Vorteile

Durch den Ablauf des Soforthandels haben Anleger die Entscheidungshoheit darüber, wann und zu welchem Preis ihre Order ausgeführt wird. Ausgangspunkt ist die Ordermaske des jeweiligen Online Brokers im Internetbrowser. Hier gibt der Anleger seine Auftragsdaten zu Wertpapier, Stückzahl sowie Kauf oder Verkauf ein und wählt den Börsenplatz Stuttgart aus. Per Mausklick fragt er nun einen Preis bei der Börse Stuttgart an und erhält in Sekundenschnelle eine aktuelle Preisindikation. Auf dieser Basis kann der Anleger innerhalb einer festgelegten Zeitspanne seine Order mit einem weiteren Klick aufgeben. Bei vollständiger Ausführbarkeit wird die eingestellte Order mindestens zur angezeigten Preisindikation ausgeführt – oder sogar besser: Wenn sich der Markt in der Zwischenzeit zugunsten des Anlegers entwickelt, wird dies bei der folgenden Preisermittlung berücksichtigt.

Sollte eine Order nicht vollständig ausführbar sein, so wird sie automatisch gelöscht. Ob Ausführung oder Löschung – der Anleger erhält jeweils eine unmittelbare Benachrichtigung. Somit steht er im Soforthandel nicht nur in direktem Kontakt mit dem Marktgeschehen, sondern erhält auch schnell Gewissheit über den Status seiner Order. Gerade für die steigende Zahl von Anlegern, die ETFs auch für kurzfristige Reaktionen auf aktuelle Marktbewegungen nutzen, bietet der börsliche Soforthandel damit einen deutlichen Mehrwert.

Handelsexperten stellen Liquidität bereit

Wer zu einem bestimmten Zeitpunkt direkt am Markt agieren will, wünscht sich natürlich keine Löschung seiner Order – einmal abgesehen von der unmittelbaren Gewissheit darüber. Deshalb sind an der Börse Stuttgart Handelsexperten in den Soforthandel eingebunden. Sie können bei Bedarf zusätzliche Liquidität bereitstellen, um eine Vollausführung möglich zu machen. Das reduziert die Wahrscheinlichkeit, dass eine eingestellte Order gelöscht wird. Dabei können Privatanleger sicher sein, dass ihre Rechte gewahrt bleiben: Das Regelwerk der Börse Stuttgart und die Handelsüberwachungsstelle als neutrale Instanz sorgen auch im Soforthandel für Transparenz und Neutralität.

Fazit zum Soforthandel der Börse Stuttgart

Der börsliche Soforthandel richtet sich an Selbstentscheider, die beim Handel mit ETFs die Kontrolle über ihre Orders haben möchten und die Vorzüge eines unmittelbaren Geschäftsabschlusses schätzen. Dabei sprechen auch Schnelligkeit und Preisqualität für diese Handelsvariante an der Börse Stuttgart. Der Ablauf im Soforthandel ist für den Anleger schnell, da er weniger Zeit für die Ordereingabe braucht und in weniger Schritten zur Ausführung gelangt. Hinzu kommt die vollständige Berücksichtigung der Marktsituation während der tatsächlichen Preisfeststellung. Sie bietet die Chance auf einen besseren Ausführungspreis als die angezeigte Preisindikation.

Zum Autor: Michael Görgens

SoforthandelMichael Görgens ist seit 2003 an der
Börse Stuttgart und verantwortet dort als
Bereichsleiter den ETF- und Anleihenhandel.
Unter seiner Führung wurde das Qualitätsseg-
ment ETF Bestx gegründet. Davor arbeitete
Görgens bei der Landesbank Berlin als Market
Maker für Jumbopfandbriefe im Interbanken-
handel sowie im Emissionsgeschäft.

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Maximilian Stratz studierte Betriebswirtschaftslehre an der Universität Bayreuth. Seit 2016 ist Maximilian Stratz im Redaktionsteam des EXtra-Magazins beschäftigt.