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Vom Konkurrenzkampf profitieren

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Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte: Beim Wettstreit auf dem ETF-Markt ist das der Anleger. Der Konkurrenzdruck bringt attraktive Produkte hervor. Weltweit reagierten die Börsen auf die Griechenlandkrise, hinzu kam das Kursdesaster am Donnerstag in den USA. Der DAX fiel deutlich unter die 6.000-Punkte-Marke und auch für den Euro STOXX 50 ging es stark abwärts. Wer das darauf folgende Kursfeuerwerk zum Wochenauftakt als Zeichen für eine weitere Aufwärtsbewegung sieht und die Rücksetzer zum Einstieg nutzen möchte, steht vor einer breiten Auswahl an Indexprodukten. Vom Konkurrenzdruck bei den Basiswerten DAX und Euro STOXX 50 können Anleger profitieren.

Ziemlich genau zehn Jahre ist es her, dass in Deutschland die ersten ETFs das „Börsenlicht“ erblickten. Bei den Indexfonds der ersten Stunde handelte es sich um ein Produkt auf den STOXX 50 und den Euro STOXX 50. Bis heute zählt der Indexfonds auf das Euroland-Barometer, der von Merrill Lynch emit- tiert worden war, inzwischen aber zu iShares gehört, zu den ETFs mit dem höchsten täglichen Handelsvolumen. Zwar hat dieser schnell Konkurrenz bekommen, doch scheint auch heute noch zu gelten: ein ETF auf die Benchmark der Eurozone gehört bei jedem Emittenten ins Angebot. Ein Beispiel aus jüngster Zeit lieferte der relativ neue Anbieter Amundi, der nicht zu den Ausnahmen zählen wollte und ebenfalls einen Euro STOXX 50-Fonds an den Markt brachte. Damit haben Anleger nun die Wahl aus insgesamt 14 ETFs zu diesem Index – ohne Varianten wie „short“ oder mit Hebel einzurechnen. Natürlich ist dies aber immer noch nicht vergleichbar mit der Masse an Index-Zertifikaten, die sich auf die Benchmark beziehen. Rund 60 Stück sind derzeit am Markt erhältlich. Betrachtet man die Produktzahl zum deutschen Leitindex, sieht die Auswahl nicht ganz so groß aus, doch bei sieben ETFs und rund 30 Index- Zertifikaten müssen Anleger auch hier auf die Details blicken, um sich für ein Papier zu entscheiden. Der erwähnte älteste ETF von iShares (ISIN: IE0008471009) auf den Euro STOXX 50 kommt im Scope Rating auf vier Sterne. Die Kosten liegen mit 0,15 Prozent p.a. im unteren Bereich. Leicht höher sind die Gebühren bei einem zweiten ETF aus dem gleichen Haus. Für den iShares Dow Jones Euro STOXX 50 (ISIN: DE0005933956) zahlen Investoren 0,17 Prozent p.a. Unter den Euro STOXX 50-Fonds ist dies der einzige mit fünf Sternen im Scope Rating.

Preiskampf

In puncto Gebühren können ComStage (ISIN: LU0378434079) mit 0,10 Prozent p.a., ETFlab (ISIN: DE000ETFL029) mit 0,15 Prozent p.a. und Source mit 0,15 Prozent p.a. (ISIN: IE00B60SX519) bei ihren Euro STOXX 50-ETFs ebenfalls mithalten. Unterboten werden sie von db x-trackers: Die Deutsche- Bank-Tochter sorgte im Sommer 2009 mit den ersten ETFs, die sie mit null Prozent Gebühren anbietet, für großen Medienrummel. Dies sind der ausschüttende (ISIN: LU0274211217) sowie der thesaurierende ETF (ISIN: LU0380865021) auf den Euro STOXX 50. Möglich macht das die Outperformance, die die beiden ETFs gegenüber ihrem Vergleichsindex erzielen konnten. Zuvor war die bessere Performance dem Anleger voll zu Gute gekommen. Nun werden 15 Prozentpunkte des Mehrertrags einbehalten. Im Gegenzug fallen die Verwaltungsgebühren weg. Für Anleger änderte sich daher nicht viel. Mit der neuen Regelung sind sie nun allerdings besser gestellt, wenn die Outperformance weniger als 15 Prozent beträgt. Dann übernimmt der Emittent die Mehrkosten. Mehr Fünf-Sterne-Produkte sind beim Basiswert DAX zu finden. Sie kommen von den Anbietern ComStage (ISIN: LU0378438732), db x-trackers (ISIN: LU0274211480), iShares (ISIN: DE0005933931) und Lyxor (ISIN: LU0252633754). Auch sie weisen relativ niedrige Gebühren von 0,12 bis 0,17 Prozent p.a. auf. Ein Indexfonds ganz ohne Gebühren ist hier allerdings noch nicht in Sicht.

Besser als der Index

Ein Anbieter macht jedoch auf sich aufmerksam, der eine andere Innovation bei einem Indexprodukt auf den DAX bietet: Der Exchange Traded Note (ETN) der WestLB (ISIN: DE000ETN1WL5) ermöglicht stets eine kleine Outperformance gegenüber dem Underlying. Das Papier vollzieht die Entwicklung des DAX nach, zahlt aber zusätzlich einen Zins von 0,2 Prozent p.a. Damit steht das Produkt sogar noch besser da als manche Zertifikate zum DAX, bei denen keine Managementgebühren anfallen und der Spread bei null Prozent liegt. Der kleine Mehrertrag kann als zusätzlicher Anreiz gesehen werden trotz Emittentenrisikos zu einem solchen Produkt zu greifen. Denn bei ETNs handelt es sich um Inhaberschuldverschreibungen wie bei Zertifikaten.

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