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Von Risiken und Risiken

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Ein Kommentar von Sasa Perovic

ETFs werden als Gewinner in der Krise bezeichnet. Tatsächlich haben sie aufgrund ihres Fondsmantels einen im Vergleich zu Zertifikaten unschlagbaren Vorteil: Da das Fondsvermögen als „Sondervermögen“ gilt, ist es im Falle einer Insolvenz geschützt.

Nicht ganz so bei SWAP-basierten ETFs: Hier handelt es sich zwar auch um Sondervermögen. Und auch der Anteil der Swaps ist Bestandteil dieses Vermögens. Jedoch unterliegt er einem Bonitätsrisiko: Meldet der Swap-Kontrahent Konkurs an, so erleidet der Anleger einen Verlust. Dies ist tatsächlich ein Makel von ETFs, auch wenn aktuell der Anteil an Derivaten mit maximal fünf Prozent deutlich unter den gesetzlich zulässigen zehn Prozent liegt. ComStage z.B. hat in seinen Produkten einen Swap-Anteil in Höhe von zwei Prozent und besichert diesen sogar.

Nichtsdestotrotz: Dieses Risiko ist und bleibt latent. Die Risiken eines ETFs jedoch nur auf den Swap-Anteil zu reduzieren, ist äußerst fahrlässig und kurzsichtig. ETFs sind keine Alleskönner und sie sind kein Allheilmittel. Aber die Hauptrisiken liegen nicht in der Swap-Konstruktion. Vielmehr ist und bleibt z.B. ein DAX-ETF ein Aktieninvestment mit all seinen Risiken. So zeigt die Wertentwicklung seit 2008, dass der, wohlgemerkt reale, Verlust seit dem Höchststand satte 55 Prozent beträgt. Das ist deutlich mehr als der theoretisch mögliche Ausfall von zwei Prozent.

Dieser Kommentar von Saša Perovic Leiter ETF-Analyse bei Scope.

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