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Wachstum durch Rettungspakete

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Globus

Der Hype um das Thema Infrastruktur schlug sich in Indexfonds nicht nieder – bisher. Doch sie könnten bald zu den Krisengewinnern zählen. Denn rund um den Globus überschlagen sich die Regierungen hinsichtlich Krisenbekämpfung mit Investitionsprogrammen in Brücken und Tunnel, Schulen und Universitäten, Kanalisation und Telekommunikation.

Mehrere Billionen US-Dollar notwendig

Diese Renovierung ist auch erforderlich: Die American Society of Civil Engineers meint gar, dass allein für die USA 1,6 Billionen USD investiert werden müssten. Vor allem Indien, China und die Schwellenländer haben einen enormen Nachholbedarf: Für Indien werden schätzungsweise 500 Mrd. USD benötigt, und China braucht etwa eine Billion Dollar. Aber auch die „Alte Welt“ Europa bedarf Erneuerung, so erwartet die Europäische Investitionsbank Ausgaben von 500 Mrd. EUR bis 2010. Allein Deutschland müsste mindestens 70 Mrd. EUR ausgeben, wie eine Studie des Deutschen Instituts für Urbanistik (Difu) ermittelte. „Industrienationen unterschätzen das Thema Infrastruktur. Der Ausbau und die Modernisierung von Flug-, Seehäfen, Autobahnen, Brücken, Pipelines und Kommunikationsnetzen wurde viele Jahre vernachlässigt und muss nun in den nächsten Jahren nachgeholt werden“, so Portfolio-Manager Perry Lucas von UBS Global Asset Management.

Lokales Handwerk profitiert

Zwar wollen die Regierungen meist lokale Anbieter beauftragen. Doch auch der Handwerker um die Ecke verbraucht Energie und kauft seinen Beton, Kleber, Kacheln, Tapeten oder Rohre meist von größeren Herstellern. Daher dürften diese Unternehmen laut Marktbeobachtern die Krise glimpflich überstehen. Wer nicht in einzelne Unternehmen, sondern in die gesamte Branche investieren möchte, kann auf vier börsengehandelte Fonds (ETFs) zurückgreifen. Diese Indexfonds bilden unterschiedliche Infrastruktur-Indizes ab.

Weltweite Streuung bevorzugen

Wer eine breite Streuung sucht und den Ausfall von Derivaten wie beispielsweise Swaps fürchtet, dürfte wohl den iShares FTSE/Macquarie Global Infrastructure 100 präferieren. Der Index investiert weltweit in die führenden Infrastrukturunternehmen, darunter in Transport- und Versorgungsunternehmen. Als Index-Partner dient die australische Bank Macquarie, die als eine der weltweit profiliertesten Infrastruktur-Finanzierer gilt. Allerdings müssen Anleger ein Währungsrisiko tragen, da der Index in US-Dollar notiert. Zudem ist der ETF mit 0,65% Verwaltungsgebühr vergleichsweise teuer, da die Eins-zu-Eins-Abbildung zu höheren Transaktionskosten führt.

Swap ETFs mit Kostenvorteilen

Günstiger – jedoch mit Swaps – sind da mit 0,5% Verwaltungsgebühr die Anteile der AXA-Tochter EasyETF auf den NMX Infrastructure Europe und den NMX Infrastructure Global . Für den globalen Index gilt das gleiche wie für den FTSE/Macquarie: der Index läuft in US-Dollar. Außerdem streut er mit 30 Werten weniger. Sein europäischer Verwandter hingegen läuft in Euro und eliminiert somit das Währungsrisiko; deckt dafür aber nur 16 Werte ab. Als vierter ETF deckt der db x-trackers S&P Global Infrastruktur 75 internationale Infrastrukturunternehmen ab. Die Kosten des ebenfalls in US-Dollar notierten ETF betragen 0,60% pro Jahr.

US-Unternehmen dominieren Indizes

Anleger, die in Infrastruktur-ETFs investieren, sollten sich über die hohe Indexgewichtung amerikanischer Aktien im Klaren sein. Deren Anteil beträgt zwischen 25 bis 40 Prozent. Nachdem aber gerade Amerika einen großen Renovierungsstau zu bewältigen hat, stellt diese hohe Gewichtung auch eine besondere Investmentchance.

Fazit: Infrastrukturunternehmen zählen zu den großen Profiteuren der weltweiten Konjunkturpakete. Anleger sollten das Segment in nächster Zeit genau beobachten.

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