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„Wandelanleihen bieten Schutz in einem ausreifenden Haussemarkt“

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Chamäleons
Allgemein bewohnen Chamäleons, bis auf wenige Ausnahmen, bewaldete Gebiete in warmen Regionen.

Nach einem Jahr zieht State Street Global Advisors eine positive Bilanz seines Wandelanleihen-ETFs SPDR Thomson Reuters Global Convertibel Bond. Das Marktumfeld sei weiterhin gut.

„Im Oktober 2015 erholten sich die Märkte wieder und in Anbetracht dieses positiveren Umfelds stehen nun auch mehr Emissionen bei Wandelanleihen an, berichtet Antoine Lesné, Head of ETF Sales Strategy EMEA and Jonathan Camissar, Senior Portfolio Analyst, Fixed Income Team EMEA. Nach einem schwachen Sommer mit geringer Emissionsaktivität (nur 8 neue Transaktionen in Japan und den USA), habe sich das Emissionsvolumen im September auf insgesamt 5,7 Mrd. USD ausgeweitet.

„Nach einigen starken Jahren dürfte sich auch 2015 trotz der Flaute während der Sommermonate als relativ guter Jahrgang herausstellen. Die Neuemissionen kommen ferner dem Delta innerhalb des hybriden Segments von Wandelanleihen zugute. Außerdem können sie attraktive Einstiegspunkte für erneute Engagements am Markt bieten. Unterdessen sind die Anleger eventuell eher an Neuemissionen interessiert, da sich die Spreads mittlerweile ausgeweitet haben und die „Risikoaufschläge“ attraktiver erscheinen mögen. Da die globale Wirtschaft die Mitte bis Spätphase des Zyklus durchläuft, dürfte die Emissionstätigkeit robust bleiben, es sei denn es kommt zu einer unerwarteten Kreditklemme. In der Tat nimmt in einer Wirtschaftsphase wie der derzeitigen die Fusions- & Akquisitionstätigkeit (M&A) zu, und die Finanzierungen für Wachstum bleiben robust. Da die Anleger weiterhin auf Renditejagd sind, sollten emittierte Wandelanleihen auf interessierte Käufer stoßen“, so berichten die beiden SPDR-Vertreter.

Der globale Ausblick dürfte ihrer Meinung nach teilweise eingetrübt bleiben und „mehr von dem Altbekannten“ bieten: ein Umfeld mit niedrigen Wachstumsraten, die USA in einer Expansionsphase, Europa mit einer zunehmenden Wachstumsdynamik und ohne starken herausragenden  Wachstumsmotor. Eine Expansionsphase in den USA könnte zu einer Normalisierung der Zinspolitik führen, die jedoch weiterhin in einem gewissen Maßen entgegenkommend ausfallen könnte. Theoretisch sei eine Zinserhöhung für die Aktienmärkte positiv und könnte zu einer Aufwertung des US-Dollar führen. Die EZB habe dagegen die Anleger auf eine weitere Lockerung eingestellt (zeitliche Verlängerung, Ausweitung, Anpassung der Duration und Senkung des Einlagen- und Refi-Satzes – Fragen über die Rezeptur blieben bestehen, aber der Cocktail werde bereits eifrig gemischt. Währenddessen habe die Zentralbank Chinas zusätzliche Anreize angekündigt und die Bank of Japan dürfte weiterhin eine gelockerte Politik verfolgen. Dies dürfte für das typische Mid-Cap-Universum des Engagements in Wandelanleihen positiv sein.

In einer Welt, in der es zunehmend zu geldpolitischen Abweichungen kommen werde, könnte indes die Volatilität höher ausfallen als in vorherigen Zeiträumen. Wandelanleihen profitierten dank der ihnen innewohnenden Optionalität gewöhnlich in einem solchen Umfeld.

„Die Wandelanleihen eigenen Merkmale bieten mehr Schutz in einem ausreifenden Haussemarkt. In diesem Umfeld lohnt es sich durchaus nach wie vor, über eine Anlage in globalen Wandelanleihen nachzudenken. Mit ihnen können Anleger vom Renditepotenzial der Kurssteigerungen an Aktienmärkten profitieren. Zugleich bieten sie Schutz vor einer möglichen Korrektur, sollten die Unternehmensgewinne oder das Wirtschaftswachstum enttäuschen“, geben Lesné und Camissar zu bedenken.

Mit dem Mitte Oktober 2014 aufgelegten SPDR Reuters Global Convertible Bond UCITS ETF (WKN: A12CZS) können Anleger auf den weltweiten Wandelanleihen-Markt setzen. Der dem Produkt zugrundeliegende Index umfasst aktuell 222 Anleihen. Überdurchschnittlich im Index vertreten sind  darin Wandelanleihen aus den USA, Frankreich und Japan. Stark darin gewichtet sind Anleihen aus den Bereichen Technologie, Konsumgüter sowie der Finanzbranche. Auf Eurobasis erzielte der ETF im Jahresverlauf eine Rendite in Höhe von 17,7 Prozent.

Wandelanleihen kombinieren die Merkmale von Aktien und Anleihen. Wie herkömmliche Unternehmensanleihen bieten Wandelanleihen einen festen Kupon und haben eine feste Laufzeit. Anders als traditionelle Anleihen sind sie aber auch mit einer Option ausgestattet, die Anlegern das Recht einräumt, die Anleihe in eine vorher festgelegte Anzahl von Aktien des jeweiligen Unternehmens zu tauschen. Dadurch sind Anleger in fallenden Märkten potenziell durch die anleihentypischen Merkmale geschützt, können aber auch von steigenden Märkten profitieren, weil der Wert der Option mit den Aktienkursen zulegt. Diese Chance auf Absicherung nach unten einerseits und Wertsteigerungen andererseits macht Wandelanleihen für institutionelle und private Anleger als Beimischung beliebt.

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Uwe Görler ist seit fünf Jahren Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“ und das „Portfoliojournal“. Davor schrieb er in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und schrieb Beiträge für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.