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Warum Emerging Markets-ETFs eine Bereicherung sind

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Schwellenland Asien

Historisch gesehen stecken Anleger die überwiegende Mehrheit des Kapitals in die Aktien des eigenen Landes (Home Bias) und scheuen die Anlage in ausländische Märkte, vor allen den durchaus lukrativen Emerging Markets. Als Grund wird meist die dort vorhandene Volatilität der Märkte genannt.

Dabei haben Investoren in den letzten Jahren vor allem in den etablierten Märkten (Europa und USA) beispiellose Turbulenzen und einen längeren Abschwung erlebt. Im selben Zeitraum haben sich viele aufstrebende Märkte als überraschend widerstandsfähig angesichts der globalen Wirtschaftskrise erweisen. Diese unvermutet auftretenden Schwankungen an den inländischen Börsen bewegten die Anleger zu einer Neubewertung ihrer Aktien-Allokation.

Europa ein Entwickungsland?

Die Performance der europäischen Aktienmärkte in den letzten Jahren ähnelte eher einem Entwicklungsland mit stark volatiler Wirtschaft, als einer etablierten und starken Wirtschaftsmacht. „Investoren an den etablierten Aktienmärkten in Europa und den USA haben in einem Zeitraum von zehn Jahren zweimal die Hälfte ihres Portfolios verloren“, sagt Markus Jordan, Herausgeber des auf ETF spezialisierten EXtra-Magazin. „Für mich klingt das nach der Volatilität eines Emerging Markets.“

Asien ist ein Schwellenland

Neue Weltordnung

Für viele aufstrebende asiatische Märkte wird erwartet, dass sie dem Beispiel Australiens folgen und in den nächsten Quartalen die Zinsen anheben werden, Monate bevor dieser Schritt von der US-Notenbank erwartet wird. Dies ist eine scharfe Abkehr von der traditionellen Abfolge der Ereignisse, in der historisch gesehen die asiatischen Zentralbanken dem Beispiel der USA folgen. Die Konsequenz ist klar: Asien, insbesondere die aufstrebenden Länder Asiens, führen die USA und den Rest der entwickelten Welt wird aus der globalen Rezession.

Zwischen Anfang 2008 und dem Markttief im März 2009 haben die Emerging Markets gemessen am iShares MSCI Emerging Markets ETF (ISIN: DE000A0HGZT7), etwa 5,4 Prozent weniger als der europäische Aktienmarkt, gemessen am iShares MSCI Europe ETF (ISIN: DE000A0M5X28), verloren.  Und nachdem die Talsohle durchschritten wurde, haben die Emerging Markets einen viel stärkeren Aufschwung erlebt und über die letzten 6 Monate etwa um 6,7% stärker hinzugewonnen.

Emerging Markets im Vergleich zu Europa
ZeitraumiShares MSCI EMiShares MSCI Europe
01.01.08 – 09.03.09-50,61 %-56,02 %
09.03.09 – 15.10.09+62,18 %+ 55,52%
seit 01.01.2009-19,90 %– 31,61 %

Giganten von Morgen?

Falsche Vorstellungen über Investitionen in Emerging Markets sind zahlreich. Viele Anleger glauben, dass die Entwicklung der Emerging Markets zwischen Entwicklungsländern und entwickelten Ländern auf unbestimmte Zeit stehen bleiben wird. Während einige Volkswirtschaften starke Anstrengungen unternehmen, um Reformen zu implementieren und seit Jahrzehnten im Schwellenland-Status stecken (wie z.B. Mexiko), gibt es auch einige bemerkenswerte Erfolge. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden Japan und Deutschland als Schwellenländer eingestuft. Heute sind diese Länder die zweit-bzw. viertgrößte Volkswirtschaft weltweit.  In jüngerer Zeit hat Südkorea, die Heimat einer der am weitesten entwickelten Tech-Branchen in der Welt, den Schwellenland-Status hinter sich gelassen. Die BRIC-Staaten Brasilien, Russland, Indien und China sind einige der größten Länder der Welt und verantwortlich für einen bedeutenden Teil des globalen BIP-Wachstums im letzten Jahrzehnt.

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USA wird diesmal nicht den Aufschwung anführen

Da klar wird, dass die USA diesmal nicht die globale Wirtschaftserholung anführen werden, hinterfragen viele Anleger die traditionelle Begrenzung oder Vermeidung von Engagements in den aufstrebenden Märkten. „Es ist schockierend, dass es so viele Anleger gibt, die gar nicht auf den aufstrebenden Märkten engagiert sind“, sagt ETF-Experte Jordan. Der legendäre US-Investor und Autor Burton Malkiel, heute CEO bei AlphaShares, hat wiederholt beklagt, dass die meisten Investoren chinesische Aktien ganz vermeiden oder nicht auf das „wahre“ China“ setzen, sondern nur eine Handvoll von Mega-Cap-Aktien herausgreifen. Anleger, die Malkiels Rat befolgten, wurden in der Belebung in 2009 belohnt. So hat der China-ETFs auf den FTSE/Xinhua China 25 von db x-trackers (ISIN: LU0292109856) in diesem Jahr um 47 % zulegen können. Der ebenfalls von db x-trackers angebotenen ETF auf den MSCI Europe konnte im selben Zeitraum nur um 28 % hinzugewinnen.

Raum für Wachstum

Trotz der allmählichen Zunahme der Akzeptanz von Engagements in die Emerging Markets, sind die Möglichkeiten in entsprechende ETFs zu investieren noch gering.  Es gibt laut der ETF-Datenbank unter www.extra-funds.de/tools nur neun klassische Indexfonds auf die Region Emerging Markets und wenige Emerging Markets Länderfonds. Während die Anleger in den klassischen Märkten (Europa, USA und Japan) aus einem scheinbar unerschöpflichen Universum von Strategie-ETFs (Value, Dividenden, Growth), Strukturierte-ETFs (Leverage, Short, Buy-Write, Protective Put) und Anlagestilen (Small, Mid, Large-Cap) auswählen können. Der beliebteste Emering Markets Indexfonds, der iShares Emerging Markets (ISIN: DE000A0HGZT7), ist in nur 10 Sektoren diversifiziert, wobei auf keinen mehr als 25% der Anlagesumme entfallen. Dieses Ungleichgewicht ist langfristig ein ein Problem denn die Emerging Markets werden langfristig die bestehenden Industriestaaten ablösen.