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Wasser ist eines der kostbarsten und lebensnotwendigsten Güter der Erde. Mit einer zunehmenden Weltbevölkerung und einem wachsendem Wohlstand wird der Bedarf an sauberem Wasser weiter wachsen. Unternehmen, die sich dieser Herausforderung stellen, dürften profitieren.

Gerade einmal drei Prozent der Weltwasservorräte auf der Welt sind Süßwasser. Davon sind zwei Drittel in den Polkappen der Arktis und Antarktis gespeichert, lediglich ein Prozent ist für den Gebrauch verfügbar, ein Großteil davon für die industrielle Produktion. Sowohl die regionale Wasserverfügbarkeit als auch der Pro- Kopf-Wasserverbrauch einzelner Länder und Regionen sind sehr unterschiedlich.

50 Liter Wasser pro Tag sind notwendig

Jeder Deutsche verbraucht täglich rund 129 Liter Wasser. Damit sind die Deutschen recht sparsam. Zum Vergleich: In den USA beträgt der tägliche Pro-Kopf-Verbrauch 300 Liter. In Haiti müssen die Menschen dagegen mit 16 Litern auskommen. 50 Liter pro Tag sind nach UN-Berechnungen lebensnotwendig. Noch größer wird der Unterschied, wenn man den täglichen Lebensmittelkonsum mit einbezieht. Nach Berechnungen der Welternährungsorganisation Food and Agriculture Organisation (FAO) sind zwischen 2.000 und 5.000 Liter Wasser täglich zur Lebensmittelproduktion eines Westeuropäers notwendig. Für ein Kilo Rindfleisch benötigt man beispielsweise 15.000 Liter Wasser. Ein Kilo Orangen benötigt 50 Liter Wasser, für ein Glas Wein sind rund 120 Liter Wasser notwendig.

Viele ohne Wasserversorgung

Weltweit sterben nach UN-Angaben rund 3,5 Millionen Menschen pro Jahr aufgrund einer schlechten Wasserversorgung. Etwa 800 Millionen Menschen waren im Jahr 2010 ohne Zugang zu sauberem Trinkwasser. Rund 2,5 Mrd. Menschen müssen aktuell auf sanitäre Einrichtungen verzichten. Die Folge: Krankheiten wie Cholera können sich ungehindert ausbreiten und führen zu Todesfällen.

Aufgrund des Klimawandels, des globalen Bevölkerungswachstums (allein in Afrika wird sich die Bevölkerung bis zum Jahr 2050 verdoppeln) und eines steigenden Fleischkonsums infolge des wachsenden Wohlstands dürften sich die Probleme einer Unterversorgung mit Wasser verstärken. So schlugen die Vereinten Nationen in ihrem im März 2012 veröffentlichten Weltwasserbericht Alarm: Dort geht man davon aus, dass bei dem erwarteten Bevölkerungswachstum bis zum Jahr 2050 etwa 70 Prozent mehr Nahrung benötigt wird. In der Folge wird sich die Nachfrage nach Trinkwasser stark erhöhen.

Wachstum durch Erneuerung der Infrastruktur

Aber auch in den westlichen Industrieländern stellt die Überdüngung in der Landwirtschaft oder die Abwasserreinigung Versorger vor enorme Herausforderungen. Und manche Metropolen wie z. B. London verfügen über ein stark veraltetes Wasserleitungssystem. Schwellenländer wie China müssen, um einerseits das rasante Wachstum auch in den kommenden Jahren durchhalten zu können, andererseits aber auch die Wüstenbildung ganzer Landstriche zu vermeiden, massiv in die Wasserinfrastruktur investieren. Ein Fünftel des milliardenschweren Infrastrukturprogrammes pumpt China bereits schon jetzt in den Bereich Wasserver- und -entsorgung. Nach Angaben des Vermögensverwalters SAM plant das Reich der Mitte, sich bis zum Jahr 2016 mit 21 Millionen Kubikmeter Wasser zum weltweit größten Wasserrecycler zu entwickeln. Andere Schwellenländer werden diesem Vorbild folgen. Private Unternehmen aus den Bereichen Wasserver- und -entsorgung dürften davon profitieren.

iShares S&P Global Water ETF

Volumenstärkster ETF im Bereich Wasser ist mit 145 Mio. Euro der iShares S&P Global Water (WKN: A0MSAG). Der dem ETF zugrunde liegende Index umfasst die 50 größten und liquidesten weltweiten Unternehmen aus dem Bereich Wasserversorgung und -aufbereitung. Der Schwerpunkt liegt im Bereich Industrie (47 Prozent) und Versorger (45 Prozent). Regional stark vertreten sind Unternehmen aus den USA (35 Prozent), Großbritannien (21 Prozent), der Schweiz (10 Prozent) und Frankreich (5 Prozent). Der ETF schüttet die Erträge aus. Die Gesamtkostenquote liegt bei 0,65 Prozent. Seit Jahresbeginn erzielte der ETF ein Plus von 9,49 Prozent.

Lyxor ETF World Water

Alternative dazu ist der Lyxor-ETF World Water (WKN: LYX0CB). Im über Swaps abgebildeten ETF sind globale Unternehmen vertreten, die ihre Erträge in den Bereichen Kanalisation, Lieferung von Pumpen und Zählern, durch Produkte und die Ausstattung für Wasseraufbereitung oder die Wasserversorgung und das Management der Versorgungsnetze erzielen. Stark vertreten sind Unternehmen aus den USA (35 Prozent), Großbritannien (19 Prozent), der Schweiz (9 Prozent) und Brasilien (8 Prozent). Der ETF hat seit Jahresbeginn 11,49 Prozent erwirtschaftet. Erträge werden ausgeschüttet. Die Gesamtkostenquote beträgt 0,60 Prozent.

Powershares NASDAQ OMX Global Water Funds

Kleinster ETF mit rund 5 Mio. Euro Fondsvolumen ist der PowerShares NASDAQ OMX Global Water Fund (WKN: A0M2EF), der den Palisades Global Water Index abbildet. Der Index umfasst Unternehmen aus den Bereichen Trinkwasserversorgung, Wasseraufbereitung sowie der Technologien und Dienstleistungen für die globale Wasserversorgung. Eine starke Gewichtung liegt auf Unternehmen aus den USA (36 Prozent) Großbritannien (19 Prozent), Frankreich (16 Prozent) und Japan (5 Prozent). Die Erträge werden wie bei den beiden vorgenannten ETFs ausgeschüttet. Die Gesamtkostenquote beträgt 0,75 Prozent. Hinsichtlich der erzielten Rendite kann der ETF mit 5,65 Prozent nicht an die beiden zuvor genannten ETFs heranreichen.

Fazit:

Für uns Nordeuropäer sind Probleme mit der Trinkwasserversorgung derzeit Gott sei Dank kein Problem. In vielen Regionen der Welt zählt der Zugang zu sauberem Wasser aber zu den größten Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt. Mit ETFs, die in Aktien aus dem Segment Wasseraufbereitung- und -versorgung setzen, können Anleger an einem nachhaltigen Wachstumstrend teilhaben.

ETF auf Unternehmen im Bereich Wasserver- und entsorgung

Index KAGTERVolumen
% – YTD
S&P Global WateriShares0,65 %146,37 Mio EUR11,81 %
World Water Index CWLyxor0,60 %53,03 Mio EUR12,96 %
NASDAQ OMX Global WaterPowerShares

0,75 %

5,03 Mio EUR

6,65 %

 Quelle: www.extra-funds.de, Stand: 06.08.2012

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