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Wellenritt mit ETFs

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In den einzelnen Phasen eines Konjunkturzyklus profitieren unterschiedliche Wirtschaftsbranchen. Mit ETFs können Anleger ihr Depot danach ausrichten.

Auf Ebbe folgt Flut, auf Regen wieder Sonnenschein – das Leben ist ein ewiges Auf und Ab und so bewegt sich auch die Konjunktur in Zyklen. Die Frage ist dabei nur, in welcher Phase sie sich jeweils aktuell befindet, und wann der Eintritt in die nächste bevor steht. In der Theorie sind unterschiedliche Wirtschaftssektoren auszumachen, die in den einzelnen Phasen besonders profitieren. Mit ETFs können Anleger gezielt auf Branchen setzen. Doch Vorsicht: Die passiven Produkte müssen immer wieder aktiv umgeschichtet werden, um die Welle weiter zu reiten.

Die jüngsten Arbeitsmarktzahlen aus den USA fielen weniger schlecht aus als befürchtet. Positive Signale kamen zudem aus China. Und in Deutschland stehen die Ampeln schon seit einiger Zeit auf grün: Unternehmens- und Arbeitsmarktzahlen stimmen positiv. Die Angst vor dem Rückfall in eine erneute Rezession hat abgenommen. Ein schönes Spiegelbild sind die Börsenkurse. In der letzten Woche sprangen die wichtigsten Indizes kräftig an.

Einige Faktoren deuten demnach darauf hin, dass sich die Konjunktur weiter im Aufschwung befindet, der Gipfel der Erholung noch nicht erreicht ist. In solchen Phasen profitieren beispielsweise Firmen, die Material wie Stahl für eine erhöhte Bau- Tätigkeit liefern, sehr früh. Das zeigt zum Beispiel der Global Steel Index, den Vontobel mit einem Partizipations- Zertifikat verbrieft hat (ISIN DE000VFP0X00). Ab März 2009 ging es für den Index aus 20 internationalen Aktien in der Spitze um rund 150 Prozent nach oben. Von diesem Niveau ist das Barometer inzwischen wieder etwas zurückgekommen.

Wer die Branche breiter abdecken möchte, nimmt den gesamten Bereich der Grundstoffe ins Visier. 30 europäische Unternehmen, die in diesem Bereich tätig sind, fasst der STOXX Europe 600 Basic Resources Index zusammen. Von STOXX sind darüber hinaus viele weitere Indizes verfügbar, die sich auf einzelne Wirtschaftssektoren beziehen, von zahlreichen ETFs abgebildet werden und sich damit gut für die Umsetzung der sogenannten Sektorrotation eignen.

Zu Sektoren, die in Zeiten des Aufschwungs ebenfalls expandieren sollten, zählen weiterhin beispielsweise Technologie, Automobile, zyklische Konsumgüter und Energie. Vergleicht man diese anhand der STOXX-Indizes, ergeben sich unterschiedliche Bilder: Während die Barometer „Automobiles & Parts“, „Travel & Leisure“ (für zyklische Konsumgüter) sowie „Basic Resources“ auf Jahressicht teils deutlich im Plus liegen, haben der Technologieund Energie-Index noch Nachholpotenzial. Mit einer niedrigen Gesamtkostenquote von 0,25 Prozent p.a. hat ComStage für beide Branchenindizes passende ETFs im Angebot. Die Produkte (Oil & Gas: ISIN LU0378436447 und Technology: ISIN LU0378437098) sind im Scope Rating jeweils mit vier Sternen bewertet. Erträge werden thesauriert, die Index-Nachbildung erfolgt unter Einsatz von Swaps.

Umschichten in Nicht-Zykliker ETFs

Auf Aufschwung- und Boomphasen folgen in der Theorie Abschwung und Rezession. Anleger, die das zarte Pflänzchen der Konjunkturerholung nun schon wieder einknicken sehen und ein erneutes Abgleiten in die Rezession fürchten, sollten ihr Depot mit Titeln bestücken, die sich in solchen Phasen robust zeigen. Nach dem Motto „Gegessen wird immer“ zählt hierzu die Nahrungsmittelbranche. Fünf ETF-Anbieter haben den STOXX Europe 600 Food & Beverage Index verbrieft. Mit einer TER von 0,25 Prozent ist auch hier ComStage günstigster Anbieter (ISIN: LU0378435803). Im Scope Rating wird der Indexfonds mit vier Sternen bewertet.

Versorger- und Telekommunikations-ETFs

Zu den nicht-zyklischen Titeln zählen weiterhin Versorger-Aktien. Das Geschäftsfeld von E.ON, RWE & Co. ist ebenfalls weniger stark von den wirtschaftlichen Aussichten abhängig. Neben den genannten beiden DAX-Titeln sind im STOXX Europe 600 Utilities Index 29 weitere Versorger-Aktien enthalten. Während der Nahrungsmittelindex seit Monaten nach oben strebt, konnte das „Utilities“-Barometer die starken Verluste von Mitte April bis Juni dieses Jahres noch nicht wieder aufholen. Wer jetzt einsteigen möchte, kann den ETF mit vier Sternen im Scope Rating von ComStage (ISIN: LU0378437338) ins Auge fassen.

Bekannt für eine hohe Dividendenrendite sind Aktien aus dem Bereich der Telekommunikation. Diese Eigenschaft trägt dazu bei, dass der Sektor auch in wirtschaftlich schwachen Phasen an der Börse oft zu den besseren Investments zählt. Einen kleinen Effekt könnte noch dazu die Tendenz ausmachen, dass Konferenzsysteme in solchen Zeiten besonders stark gefragt sind, da sie bei einigen Firmen Dienstreisen ersetzen. Die Deutsche Telekom, die spanische Telefónica, France Télécom und 17 weitere Telefongesellschaften beinhaltet der STOXX Europe 600 Telecommunications Index. Seit seinem Jahrestief im Mai befindet sich die Benchmark im Aufwärtstrend, der sie inzwischen auf das Niveau von September 2008 getragen hat. Die gleichen Konditionen wie bei den bereits vorgestellten Sektoren bietet ComStage bei einem ETF zu diesem Index (ISIN: LU0378437171).

Generell sollten Investoren beachten, dass die höchste Kunst einer Sektorrotation das Timing ist. Sektoren, die in Aufwärtsphasen stark profitieren, kommen oft schneller und stärker unter die Räder, wenn es wieder abwärts geht. Vorsichtige Anleger schichten daher umso früher in Nicht-Zykliker um.

Dieser Artikel stammt aus Scope Indexprodukte Kompakt.

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